Köln – Bereits zum zehnten Mal findet die phil.Cologne in diesem Juni statt – und nach zwei harten Jahren kann das Philosophiefestival auch endlich wieder in vollbestuhlten Sälen vor einem einem Live-Publikum über die Bühne gehen.
Nach Feiern ist den Macher aber dennoch nur bedingt zumute, wie Tobias Bock, Leiter des Programmteams, bei der Präsentation im Savoy Hotel am Mittwoch sagte. „Wir leben in krisenhaften Zeiten“, so Bock.
Und die großen Themen unserer Zeit – Krieg, Klimawandel, das Auseinanderdriften der Gesellschaft – schlagen sich auch in de 29 Einzelveranstaltungen und 17 Terminen für Schulklassen nieder. „Die Suche hat begonnen“, lautete das Motto der ersten Ausgabe. Nun müsse es heißen: „Die Suche geht natürlich immer weiter.“
Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Festival, das vom 8. bis 14. Juni an acht Stätten in Köln stattfindet.
Wie geht es los?
Der russische Angriff auf die Ukraine war für die Veranstalter ein Grund, am 8. Juni, 18 Uhr, im WDR Funkhaus einen Abend unter der Überschrift „Zeitenwende. Deutschland und der Krieg“ ins Programm aufzunehmen. Im Programmheft ist sie wegen der Kürze der Zeit nicht zu finden.
Über die Rolle der deutschen Außenpolitik und mögliche Wege, der Ukraine zu helfen, sprechen Migrationsforscher Gerald Knaus, Historiker Gerd Koenen, Rechtsphilosoph Reinhard Merkel und Philosoph Julian Nida-Rümelin.
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Aleida Assmann und Michael Hampe sprechen ebenfalls zum Auftakt über Weisheit („Wage es, weise zu sein!“, WDR Funkhaus, 8.6., 21 Uhr). Und Harald Welzer ist mit Svenja Flaßpöhler am 9. Juni, 18 Uhr, in den Sartory-Sälen zum Gespräch über den „Stand der Dinge“ verabredet.
Welche anderen Programmhighlights gibt es?
Gregor Gysi verspricht in „Was Politiker nicht sagen“ einen anekdotenreichen Blick auf die Herausforderungen politischer Kommunikation (9.6., 18 Uhr, WDR Funkhaus).
Stephan Grünewald, Direktor des rheingold-Instituts versucht sich im Gespräch mit der Schriftstellerin Thea Dorn an Aufbruchsstimmung: „Optimistisch in die Zukunft blicken?“ (10.6. 18 Uhr, Comedia).
Die Juristin und Frau des Bundespräsidenten, Elke Büdenbender, und der mit ihr befreundete Transplantationsmediziner, Theologe und Philosoph Eckhard Nagel sprechen in „Der Tod ist mir nicht unvertraut“ über den gesellschaftlichen Umgang mit Sterblichkeit und Verlust (12.6., 11 Uhr,Comedia).
Der Zukunft der Arbeit in digital beschleunigten Zeiten widmen sich die Philosophin Lisa Herzog und der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, in „Nur ein Rad im Getriebe? Arbeit neu denken“ (9.6., 19 Uhr, Comedia).
Wie steht es um die Grenzen des Denk-, Sag- und Lachbaren in Ernstfallzeiten? Dieser Frage widmen sich Peter Sloterdijk und der Kabarettist Florian Schroeder in „Kabarett trifft Meisterdenker! (13.6., 20 Uhr, Balloni Hallen).
Was gibt es fürs junge Publikum?
Für Jürgen Wiebicke, Mitglied der Programmleitung, ist die Reihe „Klasse denken“ das „Herzstück des Festivals“. Gerade nach dem Corona-Tiefschlaf sei es für Jugendliche wichtig, neue Impulse zu gewinnen. In den Veranstaltungen, für die sich ganze Schulklassen anmelden können, geht es unter anderem um „Modischer Style, rechte Gesinnung? Mode und Identität“, „Wir und das All - über den Sinn der Raumfahrt“, „Games: sich selbst erspielen“ und „Wohin mit negativen Gedanken? Über Meditation“.
Was gibt es Neues?
WDR 5 veranstaltet am 11. Juni einen Thementag zur phil.Cologne. Unter dem Motto „Was hält die Gesellschaft zusammen?“ sendet das philosophische Radio auf WDR5 zehn Stunden lang. Erstmals können Zuschauer auch live vor Ort bei fünf Stunden des Programms im Kleinen Sendesaal dabei sein.
Jürgen Wiebicke, Moderator des philosophischen Radios, sagte, der lähmende Pessimismus, der uns als Gesellschaft erfasst habe, müsse überwunden werden. „Die Bürger müssen das Gefühl haben, etwas bewirken zu können.“ Die Philosophie sei unfreiwillig zur Krisengewinnlerin geworden, weil sie genau dabei helfen könne.
Wo gibt es Tickets?
Karten sind über die Homepage des Festivals und bei My Ticket erhältlich, außerdem telefonisch unter 040/2372 400 30 und an der Vorverkaufsstelle Theaterkasse Neumarkt. Ab 18 Uhr des jeweiligen Vortags gibt es für Studierende, Schüler, Auszubildende und FSJler Last-Minute-Tickets für zehn Euro, erhältlich online und an der Abendkasse.



