„Privat bleibe ich ein Sünder“Carolin Kebekus äußert sich über katholische Kirche

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Carolin Kebekus hält eine Hand am Kopf und denkt nach.

Carolin Kebekus freut sich über die Änderung des kirchlichen Arbeitsrechts.

Carolin Kebekus ist aus der Kirche ausgetreten, betrachtet sich jedoch noch als Katholikin. Sie hat eine klare Meinung zu den aktuellen Entwicklungen.

Carolin Kebekus freut sich, dass das kirchliche Arbeitsrecht geändert wurde und die sexuelle Orientierung der Mitarbeitenden keine Rolle mehr spielen darf. „Ein Theologe hat mir allerdings treffend gesagt: Beruflich bin ich jetzt eine Bereicherung für die Kirche, privat bleibe ich ein Sünder“, sagte die Komikerin der Deutschen Presse-Agentur in Köln. Homosexualität gilt nach traditioneller katholischer Lehre als Verstoß gegen die Gebote Gottes.

Caroline Kebekus: Kirchenaustritt mindert nicht ihr Interesse

Kebekus selbst ist aus der Kirche ausgetreten, sieht sich aber nach wie vor als Katholikin. „Rom ist immer auf Konfrontation und nicht auf Reformen aus“, sagt sie. „Das finde ich sehr schade. Denn wenn diese Institution wirklich für alle Menschen da wäre, wäre das eine große Bereicherung“.

Die derzeit erfolgreichste deutsche Kabarettistin und Grimme-Preisträgerin 2021 hat sich immer wieder kritisch mit der katholischen Kirche auseinandergesetzt.

Caroline Kebekus setzte sich mehrfach kritisch mit der katholischen Kirche auseinander

Einmal nahm der Westdeutsche Rundfunk eine Kirchensatire von ihr aus dem Programm, in der sie als rappende Nonne ein Kruzifix leckt und vor dem gekreuzigten Jesus den Rock hebt.

Sie erhielt daraufhin über 100 Strafanzeigen und mehrere Morddrohungen. Für einen Beitrag in der heute-show bewarb sie sich bei den deutschen Bischöfen als Päpstin. Kommentar von Kardinal Meisner: „Dafür haben Sie nicht die Figur“.

Carolin Kebekus verfolgt auch die öffentlichen Auftritte von Kardinal Woelki seit seiner Rückkehr nach Köln. In einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ im April 2022 sagte sie, sie habe erwartet, dass der Papst das Rücktrittsangebot Woelkis nicht annehmen würde, da die Kardinäle dem Papst sehr nahestünden.

Für Kebekus ist dies ein bedauerlicher Zustand, da dies bedeuten würde, dass Woelki sich schuldig bekennen müsste. Die Beweise für die Missbrauchsfälle seien für alle sichtbar, aber es geschehe nichts, was für Kebekus ein trauriges Lehrstück ist, das von Köln aus in die Welt gesendet wird.

Kölnerin wurde in urkatholische Familie geboren

Carolin Kebekus wurde 1980 in eine urkatholische Kölner Familie hineingeboren. Die Eltern waren stark in ihrer Pfarrgemeinde engagiert, machten dort Musik, betreuten Gruppen, gestalteten Gottesdienste mit. „Das war so eine Art Hippie-Katholizismus, ganz familiär“, erinnert sich Kebekus.

Die katholische Kirche ist auch Thema der ersten Sendung der „Carolin Kebekus Show“, deren neue Staffel am Donnerstag um 00.00 Uhr in der ARD startet. (jag/dpa)

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