Sollen Jugendliche ohne Bronze-Abzeichen nur mit Eltern ins Freibad? Der Vorschlag sorgt für Zuspruch und Kritik.
Kein Zutritt ohne BronzeSchwimmmeister fordern neue Freibad-Regel für Kinder

Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister fordert schärfere Regeln für Kinder und Jugendliche, die nicht gut schwimmen können. (Symbolbild)
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Eine neue Zugangsvoraussetzung für Freibäder wird vom Bundesverband Deutscher Schwimmmeister ins Spiel gebracht. Demnach sollen Minderjährige unter 16, die kein Bronze-Abzeichen besitzen, nur noch mit einem Erziehungsberechtigten Einlass finden. Hintergrund dieser Diskussion sind mangelnde Schwimmkenntnisse bei zahlreichen Kindern und Jugendlichen. In einigen Bädern in Nordrhein-Westfalen sind vergleichbare Vorschriften schon Realität.
Peter Harzheim, der Präsident des Verbandes, betrachtet den Vorschlag als einen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) äußerte er: „Das Bronze-Abzeichen gewährleistet, dass die Kinder wirklich sicher im Schwimmen sind“. Die aktuelle Debatte verstehe er zudem als Appell an die Erziehungsberechtigten, ihre Kinder früh an Wasser heranzuführen und ihnen das Schwimmen beizubringen.
Zuspruch von der DLRG
Zustimmung für die Initiative kommt auch von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Deren Präsidentin, Ute Vogt, betonte gegenüber dem RND, dass die Aufsichtspflicht für Minderjährige bei den Eltern verbleibe und nicht an die Angestellten des Bades delegiert werden könne.
Ein weiterer Aspekt ist der verbreitete Mangel an Fachkräften in zahlreichen Freibädern. Da an vielen Standorten Schwimmmeister sowie Rettungsschwimmer fehlen, gestaltet sich die Beaufsichtigung der Badegäste zunehmend schwieriger.
Bedenken wegen sozialer Ausgrenzung und neuer Risiken
Kritik an der vorgeschlagenen Regelung äußert die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Schahina Gambir. Ihre Sorge ist, dass Heranwachsende aus einkommensschwachen Haushalten vom Freibadbesuch ausgeschlossen werden. Sie argumentierte gegenüber dem RND, dass mit der Forderung nach einer Bronze-Pflicht auch die Sicherstellung von Schwimmkursen für alle Kinder einhergehen müsse.
Eine weitere Warnung spricht die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) aus, die eine Problemverschiebung befürchtet. Wenn der Zugang zu Freibädern erschwert werde, bestehe die Gefahr, dass weniger geübte Schwimmer stattdessen unbewachte Gewässer wie Seen aufsuchen, was mit größeren Risiken verbunden sei. (dpa/red)
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