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Kommentar

Satirischer Wochenrückblick
Arschbombe im Agrippabad

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2 min
23.04.2026, Köln: Das Schwimmbad Agrippabad von oben mite leerem Becken. Foto: Arton Krasniqi

Das  Agrippabad macht Mitte Juli wieder auf. 

Ein Arschbombe vom Zehner könnte die Sanierung des maroden Bades durchaus beschleunigen.

Der Lack ist ab beim Deutschlandticket. Zumindest im Rheinland. Ein Blick in den Baustellen-Atlas bis 2030 genügt. Wer fünf Tage in der Woche auf den Regionalzug oder die S-Bahn angewiesen ist und dauernd das abschreckende Wort „Schienenersatzverkehr“ vernimmt, hat am Wochenende keinen Bock mehr, mit dem Schienen-Bus auch noch zum Wandern zu fahren.

Schienenersatzverkehr ist wie Walken auf dem Laufband. Man gibt alles und kommt kaum vorwärts. Das hat Folgen fürs Rheinland. Der Bahn laufen die Kunden weg. In der Woche stagnieren die Pendlerzahlen. Spätestens ab Freitagabend will keiner mehr im Zug stehen. Weil das entweder Verspätung, Ausfall oder Personalmangel bedeutet. Oder Fußballfans und Kegelclubs, die kreuz und quer durchs Land fahren. Oder alles zusammen.

Was also tun? Schulterzucken, Gebetsmühle rausholen und das glauben, was alle immer sagen, wo es nichts mehr zu sagen gibt: Dass das Streckennetz marode, das Bauen alternativlos und der Bahnkunde zu bedauern ist. Das sagen alle bis in die oberste Chefetage des Bahntowers in Berlin. Als Kind hatte ich mal eine Modelleisenbahn. Die habe ich irgendwann weggepackt. Sie wollte einfach nicht fertig werden.

Agrippabad sieben Monate begutachtet

So wie das Agrippabad. Das Flaggschiff unter den Kölner Bädern ist ungefähr so marode wie die Strecken der Deutschen Bahn. Macht aber Mitte Juli trotzdem wieder auf. Dann war es mehr als sieben Monate dicht – ohne dass grundsaniert wurde. Sondern nur begutachtet. Das gibt es bei der Bahn nur, wenn sie den Hauptbahnhof an ein neues Stellwerk anschließen muss.

Das Agrippabad sieht also aus wie immer. Und macht einfach weiter, weil man offenbar in Köln keinen „Schwimm-Ersatzverkehr“ organisieren kann. Und wenn, dann nur mit unbeheizten Freibädern, die im Winter öffnen. Also nichts wie hin und rauf auf den Zehn-Meter-Sprungturm. Die Aussicht ist mit der Chef-Etage im Berliner Bahntower durchaus vergleichbar. Und der Abgrund, der sich vor einem auftut, ebenfalls.

Also springen wir halt alle so lange munter ins marode Becken, bis die Fliesen von den Wänden platzen. Herrlich bei den Temperaturen! Am besten mit der Arschbomben-Technik. Das könnte die Sanierung durchaus voranbringen. Da fällt mir ein: Fliesenplatz? Nahverkehr? Mit dem Deutschlandticket kostenlos ins Agrippabad. Das wäre doch mal Goodie für gestresste Pendler.