Abo

FahndungLebensgefahr – Mutter nimmt kranken Säugling aus Duisburger Klinik mit

2 min
In Duisburg ist ein Baby aus einem Krankenhaus verschwunden (Symbolbild).

In Duisburg ist ein Baby aus einem Krankenhaus verschwunden (Symbolbild).

Der sechs Monate alte Junge war in einem Duisburger Krankenhaus behandelt worden. Dann verschwand er.

In Duisburg sucht die Polizei nach einem Baby, das sich in Lebensgefahr befinden könnte. Der sechs Monate alte Junge war in der Helios St. Johannes-Klinik in Hamborn wegen einer Erkrankung notärztlich behandelt worden, als eine 31-jährige Frau – mutmaßlich die Mutter – mit ihm in der Nacht ohne Absprache verschwand, wie die Polizei mitteilte. Wegen des Gesundheitszustands des Jungen geht die Polizei von Lebensgefahr aus. Zuerst hatte die „WAZ“ über den Vorfall berichtet.

In der Nacht kam es gegen 2 Uhr zu einem Großeinsatz der Polizei an der Klinik auf der Straße An der Abtei, der inzwischen beendet ist. Derzeit laufen Suchmaßnahmen, zudem bereitet die Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem Kind und der Frau vor. Der Wohnort von Mutter und Kind soll den Ermittlern bekannt sein, der Einsatz von Personenspürhunden blieb aber erfolglos.

Duisburger Mediziner: Familie darf Behandlung abbrechen

Wie es dem Baby konkret geht und warum es in der Klinik war, ist nicht bekannt. Die „WAZ“ zitiert Benjamin Berlemann, den Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, mit den Worten: „Das Kind braucht medizinische Unterstützung.“ Der Junge habe Antibiotika über einen Venenzugang bekommen, als er mitgenommen wurde. Es bestehe keine akute Lebensgefahr, aber die Gefahr einer schlechten Versorgung. Daher habe das Krankenhaus die Polizei verständigt, so der Mediziner. Es handele sich jetzt um einen klassischen Kinderschutzfall.

Die Experten der Kinderschutzgruppe seien hinzugezogen worden. Hier arbeiten laut Helios-Website Experten unterschiedlicher Disziplinen – unter ihnen eine Psychologin – mit anderen lokalen Institutionen zusammen. Es geht um Kinder, die möglicherweise Opfer von Gewalt wurden oder bei denen Zeichen von Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch erkennbar sind.

Berlemann betont gegenüber der „WAZ“ aber auch, dass das Sorgerecht für den Jungen bei der Familie liege und diese das Recht habe, die Behandlung abzubrechen. Das nächtliche Verschwinden sei aber ein unabgesprochenes Abbrechen der Behandlung. Er hofft, dass die Familie einsichtig ist.

Fahndung nach Mutter läuft

„Die Kindsmutter ist 1,70 Meter groß und hat eine kräftige Statur. Sie hat schwarze, lange Haare – oft zu einem Dutt gebunden. Sie trägt einen Rock und sieht älter als 31 Jahre aus“, teilt die Polizei mit. „Sollten Sie die Frau sehen, wählen Sie unmittelbar den Notruf.“ Mutter und Kind haben rumänische Staatsangehörigkeit.

Weiterführende Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 0203 2800 oder unter dem Notruf der Polizei (110) entgegen. (cme/dpa)