Von Cillian Murphy bis Sandra HüllerOscars 2024 – Die schönsten Bilder mit allen Stars und Promis

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Robert Downey Jr., Da'Vine Joy Randolph, Emma Stone und Cillian Murphy.

Oscar-Gewinner unter sich: Robert Downey Jr., Da'Vine Joy Randolph, Emma Stone und Cillian Murphy.

Am 10. März 2024 fand die 96. Verleihung der Academy Awards in Los Angeles statt. Die schönsten Bilder vom Abend in unserer Galerie.

Oscar-Triumph für „Oppenheimer“: Das Werk des britischen Regisseurs Christopher Nolan über den Erfinder der Atombombe hat sieben der hochbegehrten Trophäen gewonnen, darunter jene für den besten Film des Jahres. Für den deutschen Film verlief die 96. Oscar-Verleihung am Sonntag (Ortszeit) in Hollywood indes weniger triumphal: Sandra Hüller war für „Anatomie eines Falls“ nominiert, der Hauptdarstellerin-Preis ging jedoch an Emma Stone für „Poor Things“.

„Oppenheimer“ sahnt sieben Oscars ab

Allerdings konnte sich Hüller darüber freuen, dass das britische Auschwitz-Drama „The Zone of Interest“, in dem sie ebenfalls eine der Hauptrollen spielt, als bester internationaler Film ausgezeichnet wurde. In dem Film verkörpert die 45-Jährige die Ehefrau des Lagerkommandanten Rudolf Höß.

„The Zone of Interest“ setzte sich unter anderem gegen das deutsche Drama „Das Lehrerzimmer“ von Regisseur Ilker Catak durch. Auch der deutsche Regie-Altmeister Wim Wenders unterlag in dieser Kategorie - er war mit „Perfect Days“ für Japan ins Rennen gegangen. In dem poetischen Werk schildert Wenders den Alltag eines Toilettenreinigers in Tokio.

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Die Dominanz von „Oppenheimer“ bei den Oscars entsprach den Erwartungen, der Film hatte als klarer Favorit für den Hauptpreis des besten Films gegolten. Das dreistündige Epos war in 13 Kategorien nominiert und gewann in mehr als der Hälfte davon. So holte auch Robert Downey Jr. eine Trophäe für seine Nebenrolle - er spielt den Politiker Lewis Strauss, einen erbitterten Widersacher des Nuklearphysikers Robert Oppenheimer. Der Film gewann zudem die Preise für die beste Kamera, den besten Schnitt und die beste Filmmusik.

Sandra Hüller erhält nur „Trostpreis“

Hauptdarsteller Cillian Murphy sagte beim Entgegennahme seines Preises, „(...) wohl oder übel leben wir alle in Oppenheimers Welt, weshalb ich dies (den Oscar) wirklich gerne allen Friedensstiftern überall in der Welt widmen würde.“

Erfolgreich verlief die Oscar-Gala im Dolby Theatre auch für die Macher von „Poor Things“, einer skurril-witzigen Adaption des Frankenstein-Themas. Emma Stone holte für ihre Darstellung der von einem verrückten Wissenschaftler erneut zum Leben erweckten Frau ihren bereits zweiten Oscar nach jenem für „La La Land“. Insgesamt wurde „Poor Things“ vier Mal prämiert, darunter auch für die Kostüme und das Szenenbild.

Emma Stone setzte sich neben Hüller unter anderen auch gegen Lily Gladstone durch, die für ihre Rolle in Martin Scorseses „Killers of the Flower Moon“ im Rennen gewesen war. Glastone war die erste Ureinwohnerin aus den USA, die für einen Oscar nominiert wurde. Den Oscar als beste Nebendarstellerin holte Da'Vine Joy Randolph für „The Holdovers“.

„Barbie“ - neben „Oppenheimer“ einer der großen Kassenschlager des vergangenen Jahres - unterlag nicht nur in der Konkurrenz um die Statuette für den besten Film, auch Ryan Gosling ging für seine Nebenrolle als Ken leer aus. Hauptdarstellerin Margot Robbie und Regisseurin Greta Gerwig waren gar nicht nominiert worden, was für einige Kritik gesorgt hatte.

Die feministische Satire über die in die reale Welt einziehende Kult-Puppe holte am Ende nur einen Oscar - und zwar den für den besten Filmsong. Popsängerin Billie Eilish trug die von ihr zusammen mit ihrem Bruder Finneas O'Connell komponierte Ballade „What Was I Made For?“ als einen der musikalischen Höhepunkte der Show vor.

Ryan Gosling sorgt für Aufregung

Für noch mehr Aufregung sorgte aber der Auftritt von Ryan Gosling, der im pinken Outfit den Filmsong „I'm Just Ken“ darbot. Dabei wurde er von zahlreichen Stars begleitet, darunter dem berühmten Rockgitarristen Slash, und ließ im Karaoke-Stil auch seine Schauspielkolleginnen Emma Stone und America Ferrera mitsingen.

Neben viel Entertainment-Spektakel gab es während der Gala immer wieder politische Botschaften. So wurde die ukrainische Kriegs-Doku „20 Tage in Mariupol“ mit einem Oscar geehrt. Filmmacher Mstyslaw Schernow sagte, er sei wahrscheinlich der erste Regisseur auf dieser Bühne, „der sagen wird, ich wünschte, ich hätte diesen Film nie gemacht“. Stattdessen hätte er lieber gewollt, dass die Ukraine nie von Russland angegriffen worden wäre.

Jonathan Glazer lanziert Friedensbotschaft

Der jüdische Regisseur von „The Zone of Interest“, Jonathan Glazer, lancierte eine Friedensbotschaft für den Nahen Osten. Sein Film zeige, „wie die Dehumanisierung zum Schlimmsten führt“. Sowohl die israelischen Opfer des Überfalls der radikalislamischen Hamas vom 7. Oktober als auch die während der anschließenden israelischen Offensive im Gazastreifen getöteten Palästinenser seien „alle Opfer dieser Dehumanisierung“. Mehrere Stars, darunter Billie Eilish und der Schauspieler Mark Ruffalo, trugen Anstecknadeln mit einem Aufruf zur Waffenruhe im Gazakrieg.


Wie oft erhielt Deutschland den Oscar für den besten ausländischen Film?

Wie schon 2023 geht Deutschland mit „Das Lehrerzimmer“ als bester internationaler Film ins Rennen.

Deutschland wurde bislang viermal in der Kategorie bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet (bei 21 Nominierungen):

  • 1980: „Die Blechtrommel“ von Volker Schlöndorff
  • 2003: „Nirgendwo in Afrika“ von Caroline Link
  • 2007: „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck
  • 2023: „Im Westen nichts Neues“ von Edward Berger

Damit gehört Deutschland zu den erfolgreichsten Ländern, denn in der Liste der erfolgreichsten Oscar-Nationen für den besten fremdsprachigen Film belegt Deutschland den vierten Platz. Nur die großen Filmnationen Italien (14 x) und Frankreich (12 x) wurden häufiger ausgezeichnet. Auch Dänemark und Spanien wurden viermal ausgezeichnet.


Welche Schauspielerinnen und Schauspieler haben die meisten Oscars gewonnen?

Bisher am häufigsten mit Darsteller-Auszeichnungen geehrt wurde die US-Amerikanerin Katharine Hepburn (1907–2003), die zwischen 1934 und 1982 viermal als beste Hauptdarstellerin geehrt wurde. Meryl Streep kann die meisten Darsteller-Nominierungen (21) auf sich vereinen. Sie wurde zuletzt 2018 für „Die Verlegerin“ nominiert. In diesem Jahr gilt eine Nominierung als unwahrscheinlich. Damit ist ihre letzte Nominierung fünf Jahre her, solange war sie seit den 1990 Jahren nicht mehr nominiert. Ebenfalls dreifache Auszeichnungen für Schauspiel erhielten Ingrid Bergman (1915–1982) und Frances McDormand,

Bei den Schauspielern errangen Jack Nicholson, Daniel Day-Lewis und Walter Brennan (1894–1974) je drei Academy Awards. Nicholson hält gleichzeitig den Rekord für die meisten Nominierungen bei den männlichen Darstellern (12 Nominierungen).


Wer hat die meisten Oscars gewonnen?

Die am häufigsten ausgezeichnete Person ist Walt Disney (1901–1966) mit 26 Oscars (inklusive 4 Ehrenoscars) und 37 weiteren Nominierungen.


Welche Filme gewannen die meisten Oscars?

11 Oscars gewannen folgende Filme:

  • „Ben Hur“ (1960)
  • „Titanic“ (1998)
  • „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ (2004)

10 Oscars gewann:

  • „West Side Story“ (1962)

9 Oscars gewannen folgende Filme:

  • „Gigi“ (1959)
  • „Der letzte Kaiser“ (1988)
  • „Der englische Patient“ (1997)

8 Oscars gewannen folgende Filme:

  • „Vom Winde verweht“ (1940)
  • „Verdammt in alle Ewigkeit“ (1954)
  • „Die Faust im Nacken“ (1955)
  • „My Fair Lady“ (1965)
  • „Cabaret“ (1973)
  • „Gandhi“ (1983)
  • „Amadeus“ (1985)
  • „Slumdog Millionär“ (2008)

Ebenfalls Rekord-Gewinner bei den Oscars sind die Filme „Es geschah in einer Nacht“ (1934), „Einer flog über das Kuckucksnest“ (1975) und „Das Schweigen der Lämmer“ (1991). Diese drei Meisterwerke sind die einzigen Filme, die in allen fünf „Königsdisziplinen“ prämiert wurden: bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller, beste Hauptdarstellerin und bestes Drehbuch. (mit dpa/afp)

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