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Totenstille bei RTL-ShowGünther Jauch spricht Kandidaten plötzlich auf AfD-Wahlsieg an

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Günther Jauch (rechts) quetschte Kandidat Kraul bei der „3-Millionen-Euro-Woche“ nicht nur zum Quiz-Wissen, sondern auch zur Wahl in Sachsen-Anhalt aus. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)

Günther Jauch (rechts) quetschte Kandidat Kraul bei der „3-Millionen-Euro-Woche“ nicht nur zum Quiz-Wissen, sondern auch zur Wahl in Sachsen-Anhalt aus. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)

Politik bei „Wer wird Millionär?“ gibt es wenn, dann nur als Quiz-Frage. Bei einem Kandidaten aus Sachsen-Anhalt machte Moderator Günther Jauch eine Ausnahme.

„Wie ist das in Sachsen-Anhalt, was so die Unzufriedenheit im Osten angeht und das Sich-nicht-gerecht-behandelt-Fühlen? Wie sehen Sie das? Ist da was dran, kann man da ein emotionales Verständnis haben, ist es aber eigentlich sachlich nicht gerechtfertigt?“

Seltsame Frage für eine „Wer wird Millionär?“-Ausgabe, auch wenn es die dritte Qualifikationsshow der „3-Millionen-Euro-Woche“ (TV-Ausstrahlung 7. Oktober und vorab bei RTL+) war. Und sie hinterließ auch mächtig Eindruck - denn im Studiorund wurde es totenstill. Man hätte eine Moderationskarte von Günther Jauch fallen hören können, als der angesprochene Kandidat auch noch antwortete: „Ich muss jetzt natürlich aufpassen, was ich sage.“

„Die Unzufriedenheit vieler Menschen ist nicht an den Haaren herbeigezogen“

„Da muss ich aufpassen, was ich sage.“ Bei „Wer wird Millionär?“ wurde es diesmal für Kandidat Hans-Werner Kraul ungewohnt politisch - und zwar nicht bei einer Quizfrage. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)

„Da muss ich aufpassen, was ich sage.“ Bei „Wer wird Millionär?“ wurde es diesmal für Kandidat Hans-Werner Kraul ungewohnt politisch - und zwar nicht bei einer Quizfrage. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)

Hans-Werner Kraul (67) war nicht nur Lehrer, sondern jahrelang auch - für die CDU - Bürgermeister der Stadt Oebisfelde-Weferlingen. Die liegt an der ehemaligen Grenze zwischen Niedersachsen und der damaligen DDR, unweit des damaligen Grenzübergangs Helmstedt/Marienborn. Kraul stammt aus dem Ortsteil Weferlingen, der damals auf sachsen-anhaltinischem Gebiet lag, also in der DDR. Sachsen-Anhalt? Da klingelte etwas bei Günther Jauch.

Auf die Frage bezüglich der Unzufriedenheit der Sachsen-Anhaltiner, die sich zuletzt in einem spektakulären Ergebnis bei der Landtagswahl niederschlug, antworte Kraul dem Moderator. Vorsichtig, aber konzentriert und aussagekräftig. „Eins ist klar: Die Unzufriedenheit vieler Menschen ist nicht an den Haaren herbeigezogen“, sagte der Kandidat. „Die sind wirklich zu Recht teilweise unzufrieden. Nun hatten viele Parteien, nicht nur die CDU, auch andere Parteien, Zeit, das zu ändern.“

Jauch schaute gespannt, Kraul fuhr fort: „Woran es auch immer lag: Dieser Motor lief sehr stockend bis gar nicht und deswegen kann ich die Unzufriedenheit mit der Politik, wie sie bisher war, welcher Couleur auch immer, verstehen.“

„Wer wird Millionär?“-Kandidat gibt preis: „Meine private Meinung ist eine andere“

Jauch setzte nach: „Rechtfertigt diese Unzufriedenheit in Ihren Augen oder ist es klug, aus dieser Unzufriedenheit eine eher sehr rechte oder sehr linke Wahlentscheidung zu machen?“ Kraul ließ sich nicht aus der Reserve locken, blieb cool: „Da habe ich natürlich eine private Meinung, aber: Die Wählerinnen und Wähler sind ein souveränes Wahlvolk und wenn sie das ankreuzen, haben wir das als Gesellschaft zu akzeptieren. Meine private Meinung ist natürlich eine andere.“

„Verstehe“, meinte Jauch, sagte „Dann machen wir da mal einen Haken hinter“ und kehrte zur Quiz-Routine zurück. Und auch da gab Kandidat Kraul ein gutes Bild ab. Er quizzte sich im „Endlich Rente!“-Special souverän bis auf 32.000 Euro und schaffte damit die Qualifikation für das Finale der „3-Millionen-Euro-Woche“ am Donnerstag. Ab 20.15 Uhr bei RTL. (tsch)