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Nach Vier-Jahres-UrteilMarius Borg Høiby – Wutausbruch in Zelle endet im Krankenhaus

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Marius Borg Høiby mit Sonnenbrille.

Marius Borg Høiby wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. (Archivbild)

Wie erst jetzt bekannt wurde, soll der Sohn von Mette-Marit in seiner Gefängniszelle kurzzeitig die Fassung verloren haben.

Nach seiner Verurteilung zu vier Jahren Haft wegen zweifacher Vergewaltigung und Misshandlung in engen Beziehungen sorgt Marius Borg Høiby, der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, erneut für Schlagzeilen. Wie am Montag am Rande eines Haftprüfungstermins in Oslo bekannt wurde, fordert die Verteidigung des 29-Jährigen die sofortige Entlassung aus der Untersuchungshaft – notfalls mit einer elektronischen Fußfessel auf dem königlichen Anwesen Skaugum.

Das Urteil des Osloer Bezirksgerichts ist nach einer angekündigten Teil-Berufung der Verteidigung noch nicht rechtskräftig. Da Høiby jedoch weiterhin in Untersuchungshaft sitzt, beantragten seine Anwälte Petar Sekulic und Ellen Holager Andenæs eine Freilassung. Eine Fortdauer der Haft sei nun eine „unverhältnismäßige Härte“, so die Juristen.

Verletzung nach Schlag gegen Gefängnisschrank

Wie während des Gerichtstermins durch das Verlesen eines internen Gefängnisberichts enthüllt wurde, kam es laut einem aktuellen Bericht von „Dagbladet“ in Høibys Zelle in der vergangenen Woche zu einem dramatischen Vorfall. Nachdem ein früherer Antrag auf Haftentlassung vom Borgarting-Appellationsgericht abgelehnt worden war, verlor der 29-Jährige offenbar die Fassung.

Laut dem Bericht reagierte Høiby mit großer Wut, verweigerte den Beamten gegenüber über längere Zeit das Gespräch und schlug schließlich so heftig gegen einen Schrank in seiner Zelle, dass er in eine Notaufnahme gebracht werden musste. Dort wurde ein Haarriss in seiner rechten Hand diagnostiziert.

Die Staatsanwaltschaft unter Sturla Henriksbø wertet diesen Ausbruch als Beleg für eine mangelnde Impulskontrolle des Verurteilten. Es bestehe weiterhin eine akute Wiederholungsgefahr, insbesondere gegenüber einer Ex-Partnerin, der sogenannten „Frogner-Frau“, für die das Gericht ein zweijähriges Kontaktverbot verhängt hat. „In diesem Fall musste ein Schrank herhalten“, warnte der Staatsanwalt mit Blick auf das Aggressionspotenzial.

Mette-Marit offenbar auf Liste für Lungentransplantation

Die Verteidigung wies die Darstellung der Anklage scharf zurück und bezeichnete Høibys Verhalten als „adäquate und nachvollziehbare Reaktion“ auf eine extreme psychische Ausnahmesituation. Dabei kam auch ein neues, hochsensibles Detail aus dem Umfeld des norwegischen Königshauses ans Licht.

Anwalt Sekulic begründete den emotionalen Zustand seines Mandanten mit der dramatischen gesundheitlichen Lage seiner Mutter. Kronprinzessin Mette-Marit, die seit Jahren an einer chronischen Lungenfibrose leidet, sei inzwischen auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt worden. Høiby leide in der Haft unter der extremen Vorstellung, er habe seine Mutter „vielleicht zum letzten Mal gesehen“.

Vor diesem familiären Hintergrund sei es laut der Verteidigung völlig fernliegend, dass Høiby nach einer Entlassung erneut straffällig werden oder den Kontakt zu den Opfern suchen würde. Das Gericht muss nun entscheiden, ob Høiby bis zu einem Berufungsverfahren in Haft bleibt oder die Zeit bis dahin unter strengen Auflagen im Palast verbringen darf. (jag)