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Neues Album von Francis RossiSind Status Quo am Ende?

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Mit „The Accidental“ veröffentlicht Francis Rossi erneute ein Soloalbum. Aber wie sieht es mit seiner Band Status Quo aus? (Bild: 2017 Getty Images/Tom Dulat)

Mit „The Accidental“ veröffentlicht Francis Rossi erneute ein Soloalbum. Aber wie sieht es mit seiner Band Status Quo aus? (Bild: 2017 Getty Images/Tom Dulat)

Auch mit 76 wird Francis Rossi nicht müde. Am Freitag, 30. Januar, erscheint sein neues Soloalbum „The Accidental“ - und das soll erstaunlich nach seiner Band Status Quo klingen. Ein schlechtes Zeichen für Fans der Classic-Rock-Institution?

Der Name des neuen Albums von Francis Rossi ist kein Zufall, auch wenn er buchstäblich „The Accidental“ lautet. Der bezieht sich jedoch auf die Entstehungsweise des Werks. Denn eigentlich wollte der Status-Quo-Star gar kein neues Soloalbum auf den Markt bringen. Da er sich auch ohne solche Absichten oft im Studio aufhält, um an Songideen zu arbeiten, kam es dann doch dazu; Auf einmal hatte der 76-Jährige genug Songs für eine Platte zusammen - und entschied sich dazu, sie zu veröffentlichen.

So erklärt sich dann wohl auch, warum „The Accidental“, das ab Freitag, 30. Januar, in Plattenläden und bei Streamingdiensten verfügbar ist, sich von Rossis restlichen Solowerken so abhebt. Eigentlich lebt der singende Gitarrist in seiner Solokarriere seine Vorliebe für akustische Gitarren und Country-Folk aus. Diesmal hingegen wird es krachen: „Dieses Album ist anders - laut, direkt, ehrlich“, wie der Macher selbst sagt. Die an die Veröffentlichung des Albums anschließende Tour geht dann jedoch wieder in die andere Richtung: Unter dem Motto „An Evening of Francis Rossi's Songs from the Status Quo Songbook and More“ spielt er akustisch orientierte Sets mit Songs aus seiner kompletten Karriere. Ganze zehn Termine sind in Deutschland geplant, im Mai geht es los.

So steht es um Status Quo

Status Quo sind immer noch regelmäßig live zu sehen. (Bild: 2017 Getty Images/Tom Dulat)

Status Quo sind immer noch regelmäßig live zu sehen. (Bild: 2017 Getty Images/Tom Dulat)

Die Beschreibung der Musik auf „The Accidental“ erinnert natürlich an die Band, deren Erfolge Francis Rossi zu Weltruhm verhalfen: Status Quo. Ob „Down Down“, „Rockin' All Over the World“ oder „In the Army Now“: Die Liste an Classic-Rock-Hits, die auf das Konto der 1962 gegründeten Band ließe sich fortführen. Wie also ist es zu werten, wenn der Bandchef ein Soloalbum aufnimmt, das sich stilistisch an seine eigentliche Gruppe annähert - während diese ihr letztes Album 2019 auf den Markt gebracht hat?

2016 mussten Status Quo einen herben Rückschlag wegstecken. Am 24. Dezember verstarb Gitarrist Rick Parfitt, der neben seinen musikalischen Beiträgen auch als Publikumsliebling galt, an den Folgen einer bei einer schlecht gelaufenen Operation zugezogenen Infektion. Schon im Oktober des Jahres hatte der damals 68-Jährige sich von den Touren der Band zurückgezogen, nachdem er einen Herzinfarkt erlitten hatte. Trotz der Tragödie um Rick Parfitt machten Status Quo mit Richie Malone als Ersatzmann weiter. Nach zwei Livealben erschien 2019 mit „Backbone“ das erste und bis dato einzige neue Studioalbum der Londoner seit Parfitts Tod - es ist sogar das einzige Status-Quo-Album, an dem Parfitt nicht beigetragen hat.

Und seitdem? Gibt es keine Anzeichen für neues Material der Classic-Rock-Band. Live sind Status Quo aber durchaus noch aktiv. Eine für 2020 geplante Tour musste zwar wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden, doch sobald es wieder möglich war, zog es Status Quo wieder auf die Bühne: 2022 tourten sie in Großbritannien und Deutschland, 2024 folgte eine ausgiebige Europatour. Stichhaltige Hinweise auf ein unmittelbar bevorstehende Ende der Gruppe gibt es also keine. Und dann besteht da noch die Möglichkeit, dass ein derart geistesverwandtes Soloalbum wie „The Accidental“ Francis Rossi dazu inspiriert, auch mit seiner Hauptband wieder Musik aufzunehmen, die „laut und ehrlich“ ist. (tsch)