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OverathKinder müssen gefährlichen Weg zum Schulbus auf sich nehmen

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Zwei Frauen stehen neben einer Straße während ein Auto an ihnen vorbeifährt und lächeln in die Kamera.

Stadträtin Dr. Katharina Knorr (SPD) und die betroffene Mutter Maria Stiletto wünschen sich anstelle des Trampelpfades einen Gehweg für die Kinder in Landwehr.

Eltern in Overath-Landwehr klagen über den gefährlichen Weg zum Bus für Schulkinder.

Wenn nicht gerade Schulferien sind, macht sich Maria Stiletto täglich Sorgen um ihren Sohn. Sie wohnt in Landwehr, wo ihre Kinder im Alter von sechs und 14 Jahren täglich einen mit Tücken versehenen Weg zum Schulbus auf sich nehmen müssen. Um ihre Große muss sie sich nicht sorgen, doch ihr Sechsjähriger ist noch nicht ganz so umsichtig.

Der Weg ist mit 200 Metern zwar nicht weit, führt aber zweimal quer über die Landstraße 153 und bietet dabei wenig Übersicht. Die erste Querung ist an der Kreuzung Krampenhöhe und Auf dem Heidgen, wo die Autos aus Richtung Much wegen eines Anstiegs erst spät erkannt werden. Die zweite befindet an der Ecke zwischen der L153 und der Vilkerather Straße, wo eine Kurve die Sicht erschwert. An letzterer Stelle befindet sich die Haltestelle „Landwehr“, zu der die Kinder müssen, um in Richtung Marialinden zur Schule zu fahren. Zebrastreifen gibt es an beiden Stellen nicht.

Alternative Bushaltestelle vereinbart

Der Bus sammelt die Kinder deshalb auf dem Privatgrundstück einer Familie in der Straße Krampenhöhe ein. Hier können sie mit Abstand zur Straße stehen und sparen sich eine Querung. Fehlende Gehwege entlang der L153 bergen zusätzliche Gefahren und im Sommer, wenn die Hecken der Anwohner sich ausbreiten, bleibt nur wenig Platz neben der Straße.

„Dazu kommt, dass die meisten Fahrer sich nicht an das Tempolimit halten“, meint Stiletto. Zugelassen sind 50 Kilometer pro Stunde. „Ich glaube, viele machen das nicht mit Absicht. Sie denken, dass man hier 70 fahren kann.“ Das Problem sei schon mehrmals bestätigt worden. Regelmäßig würden Geschwindigkeitskontrollen stattfinden und jedes Mal gingen zahlreiche Raser ins Netz.

Auswertungen nicht repräsentativ

Etwa 35 Kinder gehen den Weg täglich. Bereits 2020 hatte sich eine Bürgerinitiative mit den Eltern für ein Verbesserungen eingesetzt. Verkehrsmessungen hätten zwar stattgefunden, allerdings während der Pandemie, als viele Menschen sich im Homeoffice oder in Kurzarbeit befanden. Die Auswertungen dürften daher nicht repräsentativ sein.

Auf Nachfrage teilt die Stadtverwaltung mit, dass Straßen.NRW für den Bereich zuständig sei, mit denen seinerzeit vereinbart wurde, dass Overath die Planungen übernimmt, da Straßen.NRW mit Personalmangel zu kämpfen hatte. Zu diesen Planungen gehören der Umbau der beidseitigen Bushaltestellen, die Planung einer Querungshilfe und eines Gehwegs. In der Zwischenzeit sei jedoch auch das zuständige Amt der Stadt zeitweise nur eingeschränkt personell besetzt gewesen, so dass die Planung bisher nicht wie geplant weitergeführt werden konnte. Wenn die Maßnahmen umgesetzt werden, trägt laut Verwaltung Straßen.NRW die Kosten, nicht die Stadt.

Zu sehen ist eine Straße, die eine Kurve macht. Es hat offensichtlich geschneit.

Auf beiden Seiten der L153 befinden sich die Bushaltestellen. Für keine gibt es einen Zebrastreifen.

Auch Stadträtin Dr. Katharina Knorr (SPD) hat sich dem Thema angenommen. „Als ich für den Stadtrat kandidiert habe, bin ich von Tür zu Tür gegangen und habe mit den Leuten über ihre Anliegen gesprochen“, erzählt sie. Dabei sei sie auf das Problem aufmerksam geworden und hat eine Ortsbegehung organisiert, zu der auch Landtagsabgeordnete Tülay Durdu (SPD) und Bürgermeister Michael Eyer (CDU) erschienen sind. „Die Kinder haben zwar Priorität, aber letztendlich ist es auch für Menschen, die am Rollator gehen oder nicht schnell sein können, ein Problem“, sagt Knorr.

Tülay Durdu hat laut ihrem Pressesprecher ein Schreiben an den Landesverkehrsminister aufgesetzt mit der Aufforderung, Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit für die Kinder zu veranlassen und auch Bürgermeister Eyer hat laut Knorr und Stiletto beim Termin signalisiert, dass es für die Stadt kein Problem sein sollte, ein Smiley-Panel als kurzfristige Maßnahme anzuschaffen. In der Rückmeldung der Verwaltung heißt es, dass die Eltern sich „bereit erklärt haben, die Kosten für die Anschaffung des Geräts zu übernehmen“. Das Modell, das in Frage kommt, ermögliche eine Fernüberwachung und eine Auswertung der Daten. Die Stadt würde die laufenden Kosten für die notwendige SIM-Karte übernehmen.

Stiletto freut sich, dass die Politik reagiert hat, bleibt aber verhalten optimistisch. „Uns wurde schonmal zugesagt, dass man sich darum kümmert, sechs Jahre später hat sich noch nichts getan.“ So, wie bisher mit dem Problem umgegangen worden sei, habe man den Eindruck, dass erst ein Kind verunglücken müsse, damit sich etwas tue.