Medien-Pionier Ted Turner ist tot. Der CNN-Gründer revolutionierte mit dem 24-Stunden-News-Konzept die Fernsehwelt.
Medien-Visionär und CNN-GründerTed Turner nach schwerer Krankheit gestorben

Ted Turner ist gestorben. (Archivbild)
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Der Mann, der das Fernsehen rund um die Uhr neu erfand, ist tot. Ted Turner, der legendäre Gründer des ersten 24-Stunden-Nachrichtensenders CNN, verstarb am Mittwoch im Alter von 87 Jahren. Dies gab sein Unternehmen Turner Enterprises bekannt.
Turner, der wegen seiner direkten Art oft als „Mund des Südens“ bezeichnet wurde, hinterlässt ein Erbe, das weit über die Medienwelt hinausgeht. Mit der Gründung von CNN im Jahr 1980 wagte er ein Experiment, das anfangs belächelt wurde, aber spätestens mit der Live-Berichterstattung aus dem Golfkrieg 1991 die globale Informationskultur für immer veränderte. Das „Time“-Magazin kürte ihn im selben Jahr zum „Mann des Jahres“, da er Zuschauer in über 150 Ländern zu Augenzeugen der Zeitgeschichte gemacht habe.
Ein Leben zwischen Medien, Sport und Bison-Zucht

Mit der Gründung von CNN im Jahr 1980 wagte Ted Turner ein Experiment, das anfangs belächelt wurde. (Archivbild)
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Doch Turners Imperium beschränkte sich nicht nur auf Nachrichten. Er baute ein Netzwerk aus Film- und Zeichentrickkanälen auf und war lange Zeit Besitzer der Baseball-Mannschaft „Atlanta Braves“. Auch als Sportler feierte er Erfolge, unter anderem als Gewinner des „America’s Cup“ im Segeln. Für Schlagzeilen sorgte zudem seine langjährige Ehe mit der Hollywood-Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Jane Fonda, die für ihn ihre Karriere einige Jahre auf Eis legte.
Abseits der Kamera galt Turner als einer der größten Landbesitzer der USA und leidenschaftlicher Naturschützer. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Wiederansiedlung von Bisonherden im amerikanischen Westen und gründete die „United Nations Foundation“, der er eine Milliarde Dollar spendete.
Rückzug nach schwerer Krankheit

Ted Turner mit seiner damaligen Ehefrau, Hollywood-Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Jane Fonda. (Archivbild)
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In seinen letzten Lebensjahren war es ruhig um den einstigen Medien-Tycoon geworden. 2018 machte Turner öffentlich, dass er an Lewy-Körper-Demenz litt, einer fortschreitenden neurologischen Erkrankung. Trotz seines Ausscheidens aus dem operativen Geschäft blieb er seinem Lebenswerk verbunden und bezeichnete CNN stets als die größte Leistung seines Lebens.
Der heutige CNN-Chef Mark Thompson würdigte Turner als „furchtlosen Anführer“, der stets bereit gewesen sei, seinem Instinkt zu vertrauen. „Ted ist der Riese, auf dessen Schultern wir stehen“, so Thompson in einer ersten Stellungnahme.
Ted Turner hinterlässt fünf Kinder, 14 Enkelkinder und zwei Urenkel. Über die Beisetzung wurde zunächst noch nichts bekannt.
