Als Lady Diana am 31. August 1997 starb, waren Menschen in aller Welt geschockt. Aber je mehr sie um die „Prinzessin des Volkes“ trauerten, desto wütender wurden sie auch. Auf die, die angeblich Dianas Tod mitverursacht hatten - Paparazzi und Journalisten. Eine neue TV-Doku zeigt die Hintergründe.
TV-Doku rollt die Stunden nach Dianas Tod auf„Ihr habt sie auf dem Gewissen!“

Nach Dianas Tod trauerten Menschen weltweit - wie hier am Kensington Palace in London. (Bild: 2005 Getty Images/Peter Macdiarmid)
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„Ihr, die Presse, habt sie auf dem Gewissen.“ Ein Mann sagte es, mit Nachdruck und voller Überzeugung. Voller Verachtung ergänzte er: „Ihr seid Abschaum!“ Als sich die Menschen am 31. August überall in London trafen, um Lady Diana zu betrauern, suchten sie ein Ventil für ihr Entsetzen, ihren Unglauben - und ihre Wut. Wer war schuld, dass ihnen die „Prinzessin des Volkes“ genommen worden war? Die Frage war schnell beantwortet: die Medienvertreter. Vor allem die Paparazzi. So illustriert es nun die neue TV-Doku „Der Tag, an dem Diana starb“.

Immer im Fokus: Seit den ersten Dates zwischen Diana Spencer und Prinz Charles wurde Lady Di pausenlos von Paparazzi und Journalisten verfolgt. Auch auf dem Foto aus dem November 1980 wirkte sie gehetzt. (Bild: 2017 Getty Images/Hulton Archive)
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Gleich in den ersten Meldungen über den Unfall, den Lady Diana und ihr Freund Dodi Al-Fayed kurz nach Mitternacht in Paris gehabt hatten, war von einer Verfolgungsjagd durch Fotografen die Rede gewesen. Angeblich hätte das Blitzlichtgewitter aus ihren Kameras dafür gesorgt, dass Fahrer Henri Paul geblendet wurde und deshalb den Unfall verursachte. Die Pariser Polizei nahm tatsächlich sieben Paparazzi vorübergehend fest und betrachtete sie als Verdächtige.
Auch wenn später sämtliche Vorwürfe fallen gelassen wurden - in den Stunden nach dem Tod Dianas, brodelte der Volkszorn hoch und brandete gegen die Medienvertreter. Die Leute, die jahrelang hervorragend von Lady Diana gelebt hatten und auch den kleinsten Teil ihres Privatlebens ans Licht der Öffentlichkeit zerrten, wurden an den Pranger gestellt. Die neue Dokumentation „Der Tag, als Diana starb“, die am 31. August, dem 29. Todestag von Lady Diana auf dem History-Channel (21 Uhr) läuft, beleuchtet auch diesen Aspekt: „Jeder, der einen Presseausweis hatte, wurde als Komplize, als Mitschuldiger angesehen.“
Lady Dianas Tod: Jeder mit einem Presseausweis galt als Komplize

Der Zorn vieler Menschen war nach Dianas Tod groß - vor allem auf Pressevertreter. (Bild: 2007 Getty Images/Peter Macdiarmid)
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Diana Spencer und Prinz Charles lernten sich 1980 näher kennen. Sie galt als seine Freundin, seit er sie im Juni zu einem Polospiel in Sussex einlud. Fortan waren die sensationslüsternen Fotografen an ihrer Seite. Diana verlässt das Haus - knips. Diana fährt ein Auto - knips. Die Sensationspresse begleitete ihr Leben lückenlos und folgenschwer. Es war „The Sun“, Englands größtes Revolverblatt, das im September 1980 ihren künftigen Beinamen „Lady Di“ erfand.

Natürlich strahlend. So haben die meisten Menschen Lady Diana in Erinnerung. Die Dokumentation „Der Tag, an dem Diana starb“ zeichnet die 24 Stunden nach Dianas Tod am 31. August 1997 nach. (Bild: Getty Images/Princess Diana Archive)
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Das Volk liebte Diana, auch oder erst recht nach der Scheidung von Charles. Kameras folgten ihr überall hin. Auch in den Tagen vor ihrem Tod, als Diana mit ihrem neuen Freund Dodi auf dessen Yacht umherschipperte oder im Pariser Nobelhotel Ritz ein und aus ging. In der Doku sagt Emily Maitlis, damals Korrespondentin von NBC: „Der Tag begann mit grellen Headlines über Diana auf Dodis Yacht - und endete mit ihrer Aufbahrung.“
Natürlich war die Presse auch vor Ort, als Lady Dis Leichnam in England ankam. Prinz Charles hatte, gemeinsam mit Dianas Schwestern Sarah und Jane den Sarg in Paris abgeholt. Als der Royal Jet auf dem Militärflugplatz Northolt im Westen Londons landete, warteten Hundertschaften von Presseleuten.
Vom ersten Date bis zum Tod: Jayne Fincher war mit ihrer Kamera immer an Dianas Seite

Dickie Arbiter war jahrelang Pressesprecher von Queen Elizabeth II. Er koordinierte auch den Medienaufmarsch, als der Leichnam von Prinzessin Diana 1997 von Paris nach London überführt wurde. (Bild: Atomic Productions/The History Channel)
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400 Presseleute, Schreiber, Reporter, Fotografen, Kameraleute. Mittendrin auch Jayne Fincher, jahrelang royale Fotografin. Die Medienmeute sei immer ein lauter Haufen gewesen. Da wurde gebrüllt, gescherzt, gelacht, einander aufgezogen. „Diesmal nicht. Kein einziges Wort wurde gesprochen.“
„Wir nahmen wortlos unsere Kameras, warteten und guckten verlegen“, erinnert sich Fincher in der Doku. „Ich hatte das Gefühl“, sagt sie, „dass sich die Medien ausnahmsweise einmal ein bisschen schämten.“ Jayne Fincher war jahrelang mit der Erlaubnis des Königshauses als Fotografin im Einsatz. Sie fotografierte Lady Di bereits vor der Verlobung mit Prinz Charles. Diana holte sich bei Fincher sogar Rat ein, wie sie mit den vielen Paparazzi umgehen sollte.
Der Tod Lady Dianas nahm Fincher gewaltig mit. Am Ende des Jahres 1997 beendete sie ihre Karriere als Königshaus-Fotografin. (tsch)