Vom Schattenprinzen zur Stütze der Krone: Der Prinz rückt nach dem Thronwechsel ins Rampenlicht – und wird für Ingrid Alexandra unersetzlich.
„Funkeln in den Augen“Warum Prinz Sverre Magnus bald eine größere Rolle spielen könnte

König Haakon (r-l), Prinzessin Ingrid Alexandra, Königin Sonja und Prinz Sverre Magnus während der Trauerfeier für König Harald in der Kirche von Asker.
Copyright: Cornelius Poppe/NTB/dpa
Nach dem Tod von König Harald V. hat sich das Gefüge im Königshaus verschoben: Haakon VIII. (53) ist König, Mette-Marit (53) Königin und Ingrid Alexandra (22) Kronprinzessin. Prinz Sverre Magnus (20) behält zwar formal seinen Status, rückt jedoch zunehmend in den Mittelpunkt.
Obwohl seine verfassungsrechtliche Pflichtenlage unverändert bleibt, sprechen mehrere Faktoren dafür, dass die Nummer zwei der norwegischen Thronfolge künftig eine deutlich größere Rolle bei offiziellen Aufgaben übernehmen könnte.
Laut einem Bericht des norwegischen Fernsehsenders TV 2 unterschieden sich die Pfade der Geschwister bislang stark. Caroline Vagle, Königshausexpertin der Zeitschrift „Se og Hør“, erklärte dazu in einer Nachrichtensendung des Senders: „Das ist der Unterschied bei diesen königlichen Geschwistern – das Leben wird ganz anders als bei derjenigen, die den Thron erben soll. Kronprinzessin Ingrid Alexandra übernimmt eine viel stärkere konstitutionelle Rolle. Prinz Sverre Magnus kann ein bisschen machen, was er will.“
Wird Prinz Sverre Magnus jetzt zum „Working Royal“?
Trotz dieser Freiheit wuchs die Präsenz des 20-Jährigen im vergangenen Jahr spürbar. Nach seinem ersten Solo-Einsatz als offizieller Repräsentant vertrat er das Königshaus wenig später erneut allein, unter anderem beim 250-jährigen Jubiläum des Blaafarveværkets, wie Aufnahmen der Nachrichtenagentur nationalen NTB belegen. Dieser Einsatz kam zur richtigen Zeit, wie Vagle betont:

König Haakon (r-l), Königin Sonja, Kronprinzessin Mette-Marit und Prinz Sverre Magnus nach der Trauerfeier für König Harald in der Kirche von Asker.
Copyright: Javad Parsa/NTB/dpa
„Ich bin sehr gespannt und würde mir wünschen, dass er ein arbeitender Royal ist. Im letzten Jahr hat er einiges an Aufgaben übernommen, was etwas unerwartet kam, und ich glaube, das Königshaus hat das gebraucht. Er ist extrem fähig, herzlich und fein und hat dieses Funkeln in den Augen, das viele in der Familie haben. Er kann wirklich gut mit Menschen umgehen. Wenn er Lust hat, hoffe ich, dass sie ihn in Zukunft mehr einsetzen.“
Auslandsstudium in Lissabon und die Stütze für Kronprinzessin Ingrid Alexandra
Zwar zieht Sverre Magnus für ein Bachelor-Studium in Business Management am Forward College nach Lissabon, doch der Bedarf an seiner Unterstützung bleibt bestehen. Kronprinzessin Ingrid Alexandra machte bereits deutlich, auf ihren Bruder zählen zu wollen. Vagle ordnet das Verhältnis so ein:

Prinz Sverre Magnus und Norwegens Prinzessin Ingrid Alexandra kommen zu einem Empfang für die norwegischen Athleten der Paralympics in Mailand und Cortina 2026.
Copyright: Lise Åserud/NTB/dpa
„Es ist klar, dass er zum Studieren ins Ausland zieht, und er muss seinen Weg finden. Darauf legt die Familie großen Wert. Aber Kronprinzessin Ingrid Alexandra hat ja gesagt, dass sie ihren Bruder auf verschiedene Weise immer brauchen wird und dass sie mit der Zeit herausfinden müssen, wie sich das gestaltet.“
Die enge Verbundenheit, die sich auch bei gemeinsamen Auftritten wie den Feierlichkeiten zur Fußball-WM zeigte, vergleicht Vagle mit König Haakon und Prinzessin Märtha Louise:
„Ich glaube, wenn man in so einer Familie aufwächst und niemand sonst versteht, worin man sich befindet, dann werden die Bande umso stärker. Das sieht man auch bei Haakon und Märtha Louise. Auch wenn sie nicht immer einer Meinung sind, ist ihre Bindung unglaublich stark.“
Das gewachsene Pflichtbewusstsein, das positive öffentliche Echo und der familiäre Rückhalt deuten somit klar darauf hin, dass Sverre Magnus künftig zu einer zentralen Stütze für die Krone werden dürfte.
