Ein starkes Unwetter verursacht Schäden in der Mittelmeerregion. Ferieninseln, darunter Mallorca und Sizilien, sind beeinträchtigt.
Sturmtief „Harry“ wütetHöchste Warnstufe – Heftige Zerstörungen auf Urlaubsinseln wie Mallorca

Meterhohe Wellen krachen auf Siziliens Küste. (Symbolbild)
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Das Tiefdruckgebiet „Harry“ hat im Mittelmeerraum erhebliche Schäden angerichtet. Seit Montag warnen meteorologische Dienste vor extremen Wetterlagen auf den Balearen, darunter Mallorca, sowie auf Sizilien, Sardinien und Malta.
„Harry“: Mallorca, Siilien, Sardinien und Malta betroffen
Laut „bild.de“ sind zudem Regionen auf dem spanischen und italienischen Festland betroffen. Für zahlreiche Gebiete wurde demnach die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. Gemessen wurden Windböen von bis zu 110 km/h, zudem fielen innerhalb von 48 Stunden örtlich bis zu 300 Liter Regen pro Quadratmeter.

Vom Wind verwehte Möbel am Strand von Alcudia auf Mallorca bei stürmischem Wetter und starkem Seegang.
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In Katalonien kamen Menschen ums Leben. Nahe der Ortschaft Palau-Sator wurde ein Mann leblos in seinem Auto gefunden, nachdem ein sonst trockenes Flussbett so viel Wasser führte, dass der Wagen mitgerissen wurde. Zudem ereignete sich nahe Barcelona ein tödliches Zugunglück: Während des Sturms stürzte eine Stützmauer auf die Gleise und traf einen Zug der Linie R4. Der Lokführer kam dabei ums Leben.
Sturm-Alarm auf den Balearen: Über 80 Einsätze auf Mallorca
Auf den Balearen waren die Einsatzkräfte stark gefordert. Allein auf Mallorca rückten sie mehr als 80-mal aus. Überschwemmte Straßen und fortgespülte Fahrzeuge waren die Folge des Sturms, zudem lief ein Segelschiff auf Grund. Auf der benachbarten Insel Menorca registrierte der spanische Wetterdienst Aemet Wellenhöhen von bis zu zehn Metern. Von offizieller Seite wurde eindringlich davor gewarnt, Hafenkais und Strände zu betreten, da dort Lebensgefahr bestehe.

Starker Wind weht am Strand von Alcudia.
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Die italienische Insel Sizilien wurde von dem Unwetter besonders schwer getroffen. Schulen, Parkanlagen, Museen und Friedhöfe blieben geschlossen, auch der Lehrbetrieb an der Universität von Catania wurde ausgesetzt. In der Hafenstadt Messina riefen die Behörden den Ausnahmezustand aus.
Unwetter trifft Sizilien hart: Evakuierungen laufen
Bürgermeister Federico Basile sprach gegenüber dem Sender Rai von „konkreten Gefahren für die öffentliche Sicherheit“. Auf Sizilien sowie in Teilen von Kalabrien wurden vorsorglich Hunderte Familien in Sicherheit gebracht; einzelne Küstenorte sind inzwischen vollständig evakuiert.
Der Sturm erreichte auch das italienische Festland. An der Riviera, im Jachthafen Marina di San Lorenzo, schleuderte der Wind Boote an Land, beschädigte Dächer und zerstörte sogar Stahltore. In Teilen von Kalabrien galt die höchste Unwetter-Warnstufe am Mittwoch bereits den dritten Tag in Folge.
Erwartet wurden dort anhaltende Regenfälle sowie Windgeschwindigkeiten von mehr als 120 km/h. Eine Wetterberuhigung wurde erst für Donnerstag angekündigt. Erst danach dürfte eine verlässliche Einschätzung des gesamten Schadensausmaßes möglich sein. (jag)

