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Kölner IHK zur Energiewende„Wir müssen ausbauen, was das Zeug hält“

Lesezeit 2 Minuten
windrad

Windrad in Nordrhein-Westfalen.

Köln – Die Debatte um den Stopp von Rohstoffeinfuhren aus Russland treibt die Industrieunternehmen in der Region um. Für einzelne Firmen sei es bereits jetzt durch gestiegene Gaspreise so, dass es sich eher lohne, „die Produktion einzustellen als zu den hohen Energiekosten ihrer Produktion weiterzufahren“, sagt Uwe Vetterlein im Wirtschaftspodcast „ekonomy mit K“ des Kölner Stadt-Anzeiger.

Der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Köln fürchtet unter anderem, dass Investitionen eher an der belgischen und niederländischen Küste als in der Region erfolgen könnten, wenn sich die Sorge um Energiesicherheit verfestige. Denn gleichzeitig zur Debatte um die Rohstoffversorgung aus Russland, gehen in Nordrhein-Westfalen Kraftwerke vom Netz – geplant nach dem Zeitplan des Kohleausstiegs. Diese müssten „mindestens als Reserve weiterbetrieben werden“, so Vetterlein.

Pinkwart bedauert Ausstieg aus Kernenergie

Die nordrhein-westfälische Regierung will am Ziel festhalten, möglichst schon 2030 keine Braunkohle mehr zu verstromen. Die Krise müsse einen Schub auslösen, jetzt erneuerbare Energien, Netze und Speicher schneller voranzubringen, sagte Energieminister Andreas Pinkwart (FDP) am Mittwoch in Düsseldorf. Die Landesregierung spreche sich aber dafür aus, dass Kohlekraftwerke, die abgeschaltet wurden oder bald stillgelegt werden sollten, in die Kraftwerksreserve aufgenommen werden, sagte Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU). Pinkwart betonte, er bedaure, dass dies nicht auch für Kernenergie in Deutschland gelte.

Alles zum Thema Hendrik Wüst

„Kein Plan, wo Windräder hinsollen“

Ein Weg aus der Situation sei der schnelle Ausbau erneuerbarer Energien, so Vetterlein im Gespräch: „Wir müssen ausbauen, was das Zeug hält.“ Doch die Landesregierung habe „keinen Plan für das rheinische Revier, wo denn die Windräder hinsollen“. Außerdem dauerten Genehmigungsverfahren zu lang.


Podcast „ekonomy mit K“

Das komplette Gespräch mit Uwe Vetterlein können Sie auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify oder Deezer hören. Suchen Sie dort dazu nach „ekonomy mit K“ oder „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Unter anderem finden Sie dort auch Interviews mit Schokoladenmuseum-Chefin Annette Imhoff und Susanne Imhoff, mit SoSafe-Mitgründer Niklas Hellemann oder Lanxess-Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher.

Wenn Sie dem Podcast folgen, verpassen Sie keine der künftigen Ausgaben. Alternativ können Sie das Gespräch auch hier hören.

Eine Übersicht aller Podcasts des Kölner Stadt-Anzeiger gibt es hier: https://www.ksta.de/podcast


Den Druck auf die Politik hatten mehrere Kammern in der Region zuletzt mit einer Studie unterfüttert. Die Pläne für einen vorgezogenen Kohleausstieg 2030 seien unrealistisch, so das Ergebnis.

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Im Kreis Euskirchen hatte zuletzt ein schwedisches Großunternehmen vor dem Bau einer Batteriefabrik im Kreis Euskirchen zurückgeschreckt und sich für den Standort Schleswig-Holstein entschieden – mit dem Hinweis auf die grüne Stromversorgung aus Windenergie in der Region.

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