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Wie ein PhantomVier Jahre lang  versetzt Serienvergewaltiger die Stadt in Angst

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Kein sicherer Ort: Der Serienvergewaltiger, der „Sex-Phantom“ genannt wurde, überfiel Frauen auf dunklen Parkplätzen

Kein sicherer Ort: Der Serienvergewaltiger, der „Sex-Phantom“ genannt wurde, überfiel Frauen auf dunklen Parkplätzen

Vier Jahre lang kam die Polizei einem Serienvergewaltiger nicht auf die Spur. Dann half der Zufall. Eine neue Folge von „True Crime Köln“

„Ist das Phantom gefasst?“, fragte der Kölner Stadt-Anzeiger im Juli 1991 nach der Verhaftung eines 25-jährigen Mannes. Die Frage stellten sich damals viele – vor allem im rechtsrheinischen Köln, denn da hatte ein bis dahin unbekannter Täter Frauen überfallen, vergewaltigt und beraubt. Es dauerte, bis sicher war, dass es sich um einen Serientäter handelte. Die Polizei tat sich schwerer damit, einen Zusammenhang zwischen den Taten herzustellen, als die Medien. Die hatten dem Mann, der keine Spuren hinterließ und den kein Opfer richtig beschreiben konnte, den Namen „Sex-Phantom“ gegeben. Im Rückblick ist es schwer nachvollziehbar, dass die Polizei so lange einen Einzeltäter ausschloss. Ermittler tun sich schwer, von einer Serie zu sprechen, erinnert sich der Ermittler Peter Schnieders. So habe man Naheliegendes durchaus „verdrängt“.

Der ehemalige Kriminalkommissar Schnieders ist zu Gast in der neuen Folge von „True Crime Köln“. Die Podcastreihe des Kölner Stadt-Anzeiger erinnert an den spektakulären Fall eines Serienverbrechers. Später werden ihm 22 Fälle nachgewiesen, möglicherweise lag die Zahl der Taten weit darüber, weil damals wie heute viele Vergewaltigungen nicht angezeigt worden sind.

Die neue Folge von „True Crime Köln“ hören:

Der Podcast wird nicht angezeigt? Klicken Sie hier, um die Folge von „True Crime Köln“ zu hören.

Der Mann lauerte Frauen auf Parkplätzen und an Tankstellen auf. Dass er auch in die Wohnungen seiner Opfer einbrach, um dort auf sie zu warten, sorgte für Angst und Schrecken. Spektakulär war der Fall auch deshalb, weil die Polizei so lang Offensichtliches übersah und schließlich ein Zufall zur Verhaftung führte. Ein Polizist erinnerte sich an einen Jugendlichen, der wegen Vergewaltigung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war und nach seiner Freilassung in der Nähe der Tatorte wohnte. Als man seine Wohnung durchsuchte, fand man Diebesgut vom letzten Überfall. Nachdem der Mann zunächst nur diese Tat gestanden hatte, wurde in den folgenden Wochen klar, dass es sich bei ihm tatsächlich um das „Sex-Phantom“ handelte. Seine erste Tat hatte er 1987 kurz nach seiner Haftentlassung begangen. Vier Jahre lang dauerte die Serie des Mannes, der als netter, „smarter Sunnyboy“, wie ihn Zeugen beschrieben, offensichtlich ein Doppelleben führte.

„Mord an der Seele einer Frau“

„True Crime Köln“ berichtet von seinem Fall und erinnert dabei auch an die vielen Opfer. „Die Vergewaltigung ist ein Mord an der Seele der Frau und das Allerschlimmste, was einer Frau passieren kann“, sagte damals Ute N., die an einer Tankstelle überfallen worden war. Der Täter zwang sie, mit ihm in den Wald zu fahren. Andere Opfer berichten, wie schwer und langwierig die Folgen des Verbrechens waren. Der Umgang mit den traumatisierten Frauen sei für die Polizei damals wie heute eine schwierige Herausforderung, so Schnieders. Einerseits benötigen die traumatisierten Menschen Schutz, Ruhe und Zeit, andererseits sei die frische Erinnerung nach der Tat für die Ermittlungen besonders wichtig. Seine Ermittlungsgruppe habe sich darauf einstellen können. Dass es auch anders laufen kann, zeigte der Fall von Ute N., die nachts Anzeige erstattete und dabei an Polizisten geriet, die sie schlecht behandelten: „Als ich mir anhören musste, warum ich mich nicht im Wald gewehrt hätte, habe ich gesagt: Wenn Sie alle Frauen so behandeln, sind Sie selbst schuld, dass die Dunkelziffer der nicht angezeigten Vergewaltigungen so hoch ist.“

Die neue Folge von „True Crime Köln“ kann man überall hören, wo es Podcasts gibt, wie bei Spotify, Apple Podcasts oder YouTube. Die Folgen sind auch beim Kölner Stadt-Anzeiger im Netz zu hören. Am Sonntag, 5. Juli, kann man „True Crime Köln“ erstmals live auf der Bühne erleben. Moderator und Stadt-Anzeiger-Redakteur Helmut Frangenberg spricht mit dem ehemaligen Fahnder Helmut Simon über Mordfälle im Milieu rund um den Alter Markt. Simon spielte eine Schlüsselrolle in der sogenannten Kießling-Affäre um einen Nato-General, den die Bundesregierung in den Ruhestand schickte, weil man ihn wegen seiner angeblichen Homosexualität für erpressbar hielt. Zweiter Gast am Nachmittag in der Comedia in der Kölner Südstadt ist Lena Heising, Chefreporterin beim „Kölner Stadt-Anzeiger“. Sie berichtet vor dem Hintergrund aktueller Mord- und Vergewaltigungsserien in Bethel, Würselen und Köln von den Recherchen zum Thema „Tatort Krankenhaus“. Tickets für „True Crime Köln – live“ gibt es im Netz bei Rausgegangen.de.

www.ksta.de/true-crime-koeln