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„Vergleich völlig daneben“CDU-Politiker Wolfgang Bosbach kritisiert Boris Palmer scharf

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Nach seinem Parteiaustritt und der Ankündigung, eine Auszeit nehmen zu wollen, hat sich Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer am Dienstag aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Nach seinem Parteiaustritt und der Ankündigung, eine Auszeit nehmen zu wollen, hat sich Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer am Dienstag aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Der Tübinger Oberbürgermeister hat mit seiner „Judenstern“- Äußerungen bundesweit für Empörung und Entsetzen gesorgt.

Wolfgang Bosbach kritisiert die Äußerungen des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer scharf: „Boris Palmer ist zu weit gegangen. Der Nazi-Vergleich mit dem Judenstern war völlig daneben“, sagt er im Podcast „Die Wochentester“  im Gespräch mit seinem Co-Moderator Christian Rach. Er fügt hinzu: „Alle Nazi-Vergleiche gehen daneben. Ich kenne keinen Nazi-Vergleich, wo man sagen kann, das lässt sich miteinander vergleichen. Du kannst niemanden mit Hitler vergleichen und nichts mit dem Holocaust. Das war der Kardinalfehler von Boris Palmer.“

Palmer hatte bei einer Migrationskonferenz in Frankfurt am Main am vergangenen Freitag zunächst mehrfach das „N-Wort“ unverkürzt verwendet. Als er von Besuchern der Konferenz daraufhin mit „Nazis raus“-Rufen konfrontiert wurde, hatte Palmer erwidert: „Das ist nichts anderes als der Judenstern. Und zwar, weil ich ein Wort benutzt habe, an dem ihr alles andere festmacht. Wenn man ein falsches Wort sagt, ist man für euch ein Nazi.“

Seine Äußerung schlug große Wellen, als Reaktion auf die massive öffentliche Kritik trat Palmer bei den Grünen aus und kündigte eine einmonatige Auszeit an. „Nach den vier Wochen wird er wahrscheinlich eine Talkshow-Tournee beginnen und sich überall als geläutert darstellen“, so Bosbach im Podcast. Die Kritik an Palmer sei mehr als berechtigt: „Wenn ich Oberbürgermeister bin, dann trage ich eine besondere Verantwortung. Auch für mein Verhalten, meine Sprache. Dann stehe ich im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Dann muss ich mich im Zaume halten. Daran hat es Boris Palmer gefehlt.“

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Dennoch ist Bosbach von einem politischen Comeback Palmers überzeugt: „Das ist nicht das Aus seiner Karriere. Er ist ja erst vor kurzem zum dritten Mal in Tübingen zum OB gewählt worden und ist dort nach wie vor populär.“

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