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Neuer Bericht zu Al-Ahli-KrankenhausFehlgezündete Rakete aus Palästina wohl Grund für Explosion an Gaza-Klinik

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Zahlreiche ausgebrannte Autos stehen nach einer Explosion nahe des Al-Ahli-Krankenhaus auf einem Parkplatz. Nach Angaben der Hamas kamen bei der Explosion hunderte Menschen ums Leben, Human Rights Watch bezweifelt die Angaben. (Archivbild)

Zahlreiche ausgebrannte Autos stehen nach einer Explosion nahe des Al-Ahli-Krankenhaus auf einem Parkplatz. Nach Angaben der Hamas kamen bei der Explosion hunderte Menschen ums Leben, Human Rights Watch bezweifelt die Angaben. (Archivbild)

International wurde diskutiert, ob Israel die Explosion zu verantworten habe. Ein Bericht legt nun nahe, dass die Rakete aus Gaza abgefeuert wurde.

Human Rights Watch (HRW) hat die Explosion, die sich am 17. Oktober im Al-Ahli-Krankenhaus im Gazastreifen ereignete und viele Tote sowie Verletzte forderte, ausgiebig untersucht. Die Menschrechtsorganisation hat nun erste Schlussfolgerungen dazu veröffentlicht.

Explosion im Al-Ahli-Krankenhaus machte weltweit Schlagzeilen – Neue Erkenntnisse

Demnach geht die Explosion am Al-Ahli-Krankenhaus wahrscheinlich auf eine fehlgezündete Rakete zurück. „Die Explosion, die am 17. Oktober 2023 im arabischen Krankenhaus von Al-Ahli in Gaza zahlreiche Zivilisten tötete und verletzte, wurde offenbar durch eine raketengetriebene Munition ausgelöst, wie sie häufig von bewaffneten palästinensischen Gruppen eingesetzt wird“, teilte HRW am Sonntag mit.

HWR hat nach eigenen Angaben umfangreiche Untersuchungen zu dem Fall angestellt, unter anderem Fotos, Videos und Satellitenbildern ausgewertet, Interviews mit Zeugen und Experten geführt. Anhand der gesammelten Erkenntnisse kommt HWR zu dem Schluss, „dass scheinbar raketengetriebene Munition, wie sie üblicherweise von palästinensischen bewaffneten Gruppen eingesetzt wird, das Krankenhausgelände traf“.

Explosion im Al-Ahli-Krankenhaus: Report von HRW deutet auf Rakete aus Gaza als Ursache hin

Es seien weitere Untersuchungen erforderlich, um festzustellen, wer die mutmaßliche Rakete abgefeuert habe und ob Kriegsgesetze verletzt worden sind. Allerdings deuten die von HWR veröffentlichten Informationen darauf hin, dass es sich um eine aus Gaza abgefeuerte Rakete handele. Die Menschenrechtsorganisation beklagt in ihrem Bericht zudem, dass Ermittlungen vor Ort nicht möglich gewesen seien.

Darüber hinaus seien die Behörden im Gazastreifen im Besitz von Überresten, die bei der endgültigen Bestimmung der Art der Munition, die im Al-Ahli-Krankenhaus explodierte, behilflich sein könnten. Bisher wurden diese Überreste jedoch nicht zugänglich gemacht. Laut Human Rights Watch war es der Organisation selbst nicht möglich, den Tatort zu besichtigen.

Behörden in Gaza verweigern Human Rights Watch Zugang zu Beweismitteln

Allerdings würden diese wichtigen Beweismittel unter Verschluss gehalten beziehungsweise seien nicht zugänglich gemacht worden. Basierend auf den bisherigen Beweisen erscheint die Wahrscheinlichkeit einer großen Luftbombe, wie sie Israel in Gaza häufig eingesetzt hat, höchst unwahrscheinlich.

Großbritannien hatte bereits eine Woche nach der Explosion Erkenntnisse, wonach sie wahrscheinlich durch eine palästinensische Rakete verursacht worden war. Die britische Regierung komme auf der Grundlage einer Analyse des britischen Geheimdienstes zu dem Schluss, dass die Detonation „wahrscheinlich von einer Rakete oder einem Teil davon verursacht wurde, die aus dem Gazastreifen gegen Israel abgefeuert wurde“, hatte der Premierminister Rishi Sunak am 23. Oktober erklärt. Die islamistische Hamas hatte direkt nach der Explosion Israel beschuldigt, das Krankenhaus beschossen zu haben.

Israel wies nach Explosion am Al-Ahli-Krankenhaus Schuld von sich

Israel sprach dagegen vom Einschlag einer fehlgeleiteten Rakete der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad. Das israelische Militär veröffentlichte Luftaufnahmen, Mitschnitte und Videos veröffentlicht, die das belegen sollen.

Verletzte Palästinenser warten auf medizinische Versorgung im Al-Shifa Krankenhaus, nachdem sie im Al-Ahli-Krankenhaus im Gazastreifen bei einem Raketeneinschlag verletzt wurden. (Archivbild)

Verletzte Palästinenser warten auf medizinische Versorgung im Al-Shifa Krankenhaus, nachdem sie im Al-Ahli-Krankenhaus im Gazastreifen bei einem Raketeneinschlag verletzt wurden. (Archivbild)

Bei der Explosion sollen laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde in Gaza Hunderte Menschen gestorben und verletzt worden sein. HRW erklärte, man sei nicht in der Lage, diese Zahlen zu bestätigen. Sie lägen aber deutlich höher als andere Schätzungen und erschienen in keinem Verhältnis zu den vor Ort sichtbaren Schäden, hieß es weiter.

Al-Ahli-Krankenhaus während Feuerpause zwischen Hamas und Israel evakuiert

Inzwischen ist das Al-Ahli-Krankenhaus weitgehend evakuiert worden. Nach Beginn der Feuerpause im Gaza-Krieg waren nach Angaben des palästinensischen Rettungsdienstes Roter Halbmond zehn Krankenwagen unterwegs zur Evakuierung von Patienten aus der Stadt Gaza. Der Einsatz sei mit den Vereinten Nationen abgestimmt, teilte die Organisation am vergangene Woche bei X, vormals Twitter, mit. Die Rettungswagen sollten Kranke und Verletzte aus dem Al-Ahli-Krankenhaus in der Stadt Gaza abholen.

Die Klinik ist eines der Krankenhäuser, die wegen der verheerenden Zustände im Gazastreifen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um Evakuierung gebeten hatten. Das UN-Nothilfebüro OCHA hatte zuletzt mitgeteilt, das Al-Ahli-Krankenhaus sei angesichts von Gefechten zwischen Israels Armee und der islamistischen Hamas nur noch im Minimalbetrieb. Nach WHO-Angaben haben 22 der insgesamt 36 Krankenhäuser im Gazastreifen ihren Betrieb inzwischen eingestellt. (mit dpa)