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Möglicher AngriffAuswärtiges Amt warnt Deutsche in Nahost vor Eskalation zwischen USA und Iran

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Sollte US-Präsident Donald Trump den Iran angreifen, hat das auch Auswirkungen auf deutsche Bundesbürger im Nahen Osten. (Archivbild)

Sollte US-Präsident Donald Trump den Iran angreifen, hat das auch Auswirkungen auf deutsche Bundesbürger im Nahen Osten. (Archivbild)

Berlin ruft Deutsche in Israel und Libanon zu Vorsorge auf. Bei einer Eskalation drohen Raketenangriffe und Flugsperren.

Angesichts eines möglichen US-Angriffs auf den Iran mit Folgen auch für Israel und weitere Länder in der Region hat das Auswärtige Amt Bundesbürger vor Ort zu Sicherheitsmaßnahmen aufgerufen. Deutsche in Israel sollen sich etwa für den Fall, dass der Luftraum wegen iranischer Angriffe gesperrt wird, darauf vorbereiten, einige Zeit an ihrem Aufenthaltsort bleiben zu können, wie es in einer Mitteilung der Deutschen Botschaft in Tel Aviv hieß.

Sollten die USA im Iran angreifen, wird damit gerechnet, dass Teheran Ziele auch in Israel attackieren wird. Im Falle einer Luftraumschließung seien „die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Botschaft und das Auswärtige Amt sehr eingeschränkt“, hieß es in einer Mitteilung weiter. Sie riet Bundesbürgern in Israel auch dazu, sich eine App auf dem Handy zu installieren, die vor anstehenden Raketenangriffen warnt. Den Betroffenen wurde „in Anbetracht der sich zuspitzenden Sicherheitslage in der Region“ außerdem nahegelegt, sich Vorräte anzuschaffen und sich an jedem Ort mit Schutzmöglichkeiten und -räumen vertraut zu machen.

Warnung gilt auch für Deutsche im Libanon

Das Auswärtige Amt warnte vor einer Verschärfung der Sicherheitslage auch in Israels Nachbarland Libanon. Bei einer weiteren Eskalation der Lage könne es jederzeit zu Flugeinschränkungen kommen, betonte die Deutsche Botschaft in Beirut. Sie riet deutschen Staatsangehörigen dazu, Reise- und Sicherheitshinweise aufmerksam zu verfolgen und sich mit Essen, Trinken und Treibstoff zu versorgen.

Der US-Flugzeugträger USS Gerald Ford liegt in der Souda-Bucht auf der griechischen Mittelmeerinsel Kreta vor Anker. Auf militärischen Befehl von US-Präsident Donald Trump ist das weltweit größte Kriegsschiff auf dem Weg in den Nahen Osten. Dort soll es sich 13 weiteren in der Region stationierten Kriegsschiffen anschließen

Der US-Flugzeugträger USS Gerald Ford liegt in der Souda-Bucht auf der griechischen Mittelmeerinsel Kreta vor Anker. Auf militärischen Befehl von US-Präsident Donald Trump ist das weltweit größte Kriegsschiff auf dem Weg in den Nahen Osten. Dort soll es sich 13 weiteren in der Region stationierten Kriegsschiffen anschließen.

Die libanesische Hisbollah gilt als wichtigster Verbündeter des Irans in der Region. Bereits im Herbst 2024 lieferte sich die schiitische Miliz einen offenen Krieg mit Israel. Seitdem gilt sie als stark geschwächt. Es besteht jedoch die Sorge, dass sie im Falle eines Angriffs auf den Iran in den Konflikt eingreifen könnte.

USA haben militärische Präsenz in der Region deutlich verstärkt

Die USA und der Iran verhandeln derzeit über das umstrittene iranische Atomprogramm – doch greifbare Fortschritte gibt es bislang nicht. US-Präsident Donald Trump drohte Teheran mit einem Angriff, sollten die Verhandlungen scheitern. Washington hatte seine militärische Präsenz in der Region zuletzt deutlich verstärkt.

Im vergangenen Juni hatte Israel zwölf Tage lang Krieg gegen den Iran geführt und dort zusammen mit den USA zentrale Atomanlagen bombardiert. Der Iran reagierte mit massivem Raketenbeschuss auf israelische Städte, darunter auf Tel Aviv. (dpa)