Zur Begrüßung gab es beim G7-Gipfel Musik – passend zum Land. Auch die Anspannung im Umgang mit Donald Trump wird in Évian sichtbar.
Begrüßungssongs beim G7-GipfelMusik für Merz und Trump sorgt für Aufsehen – Macron-Gespräch aufgezeichnet

Emmanuel Macron (r.), Präsident von Frankreich, und seine Frau Brigitte (2. v. r.) begrüßen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und seine Frau Charlotte zu Beginn des G7-Treffens in Evian.
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Liebevoller Humor oder ironischer Seitenhieb? Zur Begrüßung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und seiner Frau Charlotte beim G7-Gipfel in Évian erheiterte besonders die von Gastgeber Frankreich ausgewählte Musik. Auf den Social-Media-Kanälen von Präsident Emmanuel Macron wurde das Lied „Lieblingsmensch“ von Namika eingespielt.
Während der Kanzler und seine Frau auf Macron und dessen Ehefrau Brigitte zulaufen und begrüßt werden, sind Textzeilen wie „Hallo Lieblingsmensch, ein Riesenkompliment, dafür, dass Du mich so gut kennst“ zu hören. Ob dies nun ein Ausdruck der deutsch-französischen Freundschaft oder doch eher mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist, darüber gibt es in den Kommentaren zum Post sehr unterschiedliche Auffassungen.
Macron begrüßt Trump mit „Love Is A Long Road“
Auch die anderen Staats- und Regierungschefs bekamen ein Lied mit Bezug zum jeweiligen Land. So gab es für den britischen Premierminister Keir Starmer und dessen Frau Victoria eine Klassik-Version des James-Bond-Titelsongs „The World Is Not Enough“. Mark Carney und seine Frau Diana Fox wurden musikalisch mit Kanadas Superstar Céline Dion untermalt, Italiens Staatschefin Giorgia Meloni bekam „Felicità“ von Al Bano & Romina Power.
Natürlich wurde auch für US-Präsident Donald Trump ein Lied gespielt – und auch diese Wahl ließ manchen schmunzeln. Für Trump entschieden sich die Franzosen für den in Florida geborenen Tom Petty mit „Love Is A Long Road“. Damit könnte Macron auf Scharmützel zwischen Trump und ihm in der Vergangenheit angespielt haben.
Kein persönlicher Empfang für Donald Trump von Macron
Der französische Staatschef verzichtete beim G7-Treffen zudem auf einen persönlichen Empfang des US-Präsidenten in Évian. Anstelle einer geplanten Begrüßung von Macron auf dem roten Teppich wurde Trump vom Protokollchef des Elysée-Palastes begrüßt, berichtete das US-Medium „Politico“.

Die Staats- und Regierungschefs der G7 posieren beim Gipfeltreffen in Évian.
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Der Palast habe die Anfrage nach einer Stellungnahme abgelehnt, hieß es weiter. Nach Angaben einer Macron nahestehenden Person soll dieser während Trumps Ankunft ein Gespräch mit dem brasilianischen Regierungschef Luiz Inácio Lula da Silva geführt haben. Macron und seine Frau Brigitte begrüßten Trump schließlich bei seiner Ankunft bei der Versammlung am Dienstag.
Macron begrüßt Selenskyj: Mikrofon zeichnet Gespräch über Trump auf
Im Kontrast dazu steht derweil Macrons herzliche Begrüßung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der von dem Franzosen mit einer Umarmung empfangen wurde. Auch in dieser Szene wurde deutlich, dass der Umgang mit Trump ein schwieriges Thema beim G7-Gipfel ist. Ein Mikrofon zeichnete auf, wie Macron mit Selenskyj über den US-Präsidenten sprach – und ob bereits ein bilaterales Gespräch mit ihm geplant sei. Selenskyjs Antwort war dann jedoch nicht mehr zu verstehen.
Das aufgefangene Gespräch zwischen Macron und Selenskyj enthüllte zwar keine Geheimnisse, zeigt aber einmal mehr, wie sorgfältig europäische Staats- und Regierungschefs ihr Vorgehen im Umgang mit Trump – vorrangig hinsichtlich Russlands Krieg gegen die Ukraine – koordinieren und steuern.
Europäische Regierungskreise zeigten sich laut „Politico“ derweil besorgt, dass Trump nach dem Iran-Deal versuchen könnte, die Ukraine-Friedensverhandlungen wieder an sich zu reißen – und Europa dabei an den Rand drängt. Das würde die europäische Strategie gefährden, den Druck auf Russland zu erhöhen und Kyjiw weiter voll zu unterstützen. (mit dpa)
