Trump verkündet Waffenruhe im Libanon nach Gesprächen mit Israel und Libanon. Alle Infos im Liveblog
Krieg in NahostMerz warnt vor „Stresstest“ mit USA und globaler Krise
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Mittlerweile haben sich die Parteien auf eine Waffenruhe geeinigt, Verhandlungen in Pakistan scheiterten jedoch zunächst. Alle Informationen lesen Sie hier im Liveblog.
17. April
17.14 Uhr: Kanzler Friedrich Merz warnt angesichts der Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs vor einer Belastung der Beziehungen zu den USA. „Dieser Krieg darf nicht zum transatlantischen Stresstest werden“, sagte der CDU-Chef in Paris nach Beratungen über einen möglichen Militäreinsatz zur Absicherung der Straße von Hormus entlang der iranischen Küste. „Insofern gilt es jetzt, einige Schlussfolgerungen gemeinsam zu ziehen“, fügte Merz hinzu und sagte: „Wenn dieses, was wir uns vorgenommen haben, misslingt, dann droht eine große multidimensionale globale Krise.“
Deutschland sei bereit, einen Beitrag zur Sicherung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus zu leisten, sagte Merz. Dieser könne in der Minenräumung und der Seeaufklärung bestehen. „Das können wir.“ Deutschland werde sich deswegen an weiteren militärischen Planungsgesprächen beteiligen. Dabei wünsche sich die Bundesregierung „wenn es möglich ist“, eine US-Beteiligung. „Es wäre aus unserer Sicht wünschenswert“, fügte er hinzu. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor von der „Einrichtung einer neutralen Mission, die sich klar von den Kriegsparteien abgrenzt“ gesprochen.
Trump: Seeminen sind weg – oder zumindest bald
17.01 Uhr: Die angeblich in der Straße von Hormus verteilten iranischen Seeminen sollen nach Angaben von US-Präsident Donald Trump allesamt geborgen worden sein – oder werden derzeit noch entfernt. „Der Iran hat mit Hilfe der USA alle Seeminen geräumt oder ist dabei, sie zu räumen!“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Kurze Zeit zuvor hatten Trump und Irans Außenminister Abbas Araghtschi die Öffnung der Meerenge für Durchfahrt von Öltankern und Handelsschiffen verkündet – aus Sicht von Teheran gilt dies allerdings nur temporär.
Experten gehen von mehreren Dutzend Minen aus, die der Iran vor etwa einem Monat südlich der iranischen Gewässer verteilt haben soll - auch wenn Teheran einen solchen Einsatz nie bestätigt hat. Das Problem ist indes: „Weder die Iraner noch die USA - und auch sonst niemand - wissen derzeit genau, wo sich diese Minen befinden“, sagte Sicherheitsforscher Andreas Krieg vom Londoner King's College dem Sender Al Jazeera.
US-Präsident Trump nennt Iran-Krieg „kleinen Umweg“
7.31 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat den Iran-Krieg als „kleinen Umweg“ bezeichnet. Bei einem Auftritt in Las Vegas verteidigte Trump am Donnerstag seine Wirtschaftspolitik und rechtfertigte den Militäreinsatz. „Wir übertreffen alle Rekorde und das trotz unseres kleinen Umwegs durch das reizende Land Iran“, sagte Trump. „Aber wir mussten es tun, denn sonst hätten schlimme Dinge passieren können“, fügte er unter Anspielung auf das iranische Atomprogramm hinzu.
In einer aktuellen Umfrage des Instituts Ipsos gaben 51 Prozent der befragten US-Bürger an, der Iran-Krieg sei angesichts der damit verbundenen Kosten nicht nicht zu rechtfertigen. Rund ein Viertel der Befragten gab das Gegenteil an.
16. April
Trump: Iran hat Übergabe seines angereicherten Urans zugestimmt
22.33 Uhr: Der Iran hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zugestimmt, seine Bestände von angereichertem Uran zu übergeben - eine der Bedingungen der USA für ein Abkommen mit Teheran. „Sie haben zugestimmt, uns den Atomstaub zurückzugeben“, sagte Trump am Donnerstag vor Journalisten in Washington, ohne nähere Angaben dazu zu machen. Er fügte hinzu, beide Länder stünden „sehr kurz“ vor dem Erzielen eines Friedensabkommens. „Es gibt eine sehr gute Chance, dass wir einen Deal erzielen.“
Hisbollah-Abgeordneter: Miliz wird sich unter Bedingungen an Waffenruhe halten
19.21 Uhr: Die Hisbollah-Miliz wird sich nach Angaben eines Abgeordneten der pro-iranischen Gruppe unter Bedingungen an die zwischen Israel und dem Libanon vereinbarte zehntägige Waffenruhe halten. „Wir von der Hisbollah werden uns vorsichtig an die Waffenruhe halten unter der Bedingung, dass es sich um eine umfassende Einstellung der Kampfhandlungen gegen uns handelt“, sagte der Abgeordnete Ibrahim al-Mussawi am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. So dürfe Israel die Feuerpause nicht für „Morde“ nutzen.
Donald Trump verkündet zehntägige Waffenruhe im Libanon
17.51 Uhr: Mehr als sechs Wochen nach Beginn der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz hat US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe im Libanon verkündet. Die zehntägige Feuerpause solle um Mitternacht (Ortszeit) beginnen, schrieb er nach Gesprächen mit dem libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun und mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu auf seiner Plattform Truth Social.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte die Waffenruhe. „Das ist eine Erleichterung, denn dieser Konflikt hat schon viel zu viele Menschenleben gefordert“, schrieb sie im Kurzbotschaftendienst X. „Jetzt brauchen wir nicht nur eine vorübergehende Pause, sondern einen Weg hin zu dauerhaftem Frieden.“ Europa werde sich weiterhin für eine Achtung der „Souveränität und territorialen Integrität“ des Libanon einsetzen, erklärte von der Leyen.
red/afp/dpa