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Israel-Wahl
Warum Netanjahus Gegner ihn an der Macht halten könnten

Die Regierung von Netanjahu dürfte ihre Mehrheit verlieren. Doch seine Gegner lehnen eine Zusammenarbeit mit den arabischen Parteien ab.

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Der israelische Ministerpräsident und Vorsitzende der Likud-Partei, Benjamin Netanjahu, betritt die Bühne im Parteihauptquartier in Jerusalem, nachdem die ersten Ergebnisse der Nachwahlbefragungen zur israelischen Parlamentswahl bekannt gegeben wurden.

Der israelische Ministerpräsident und Vorsitzende der Likud-Partei, Benjamin Netanjahu, betritt die Bühne im Parteihauptquartier in Jerusalem, nachdem die ersten Ergebnisse der Nachwahlbefragungen zur israelischen Parlamentswahl bekannt gegeben wurden.

Israels Wahlergebnis ist eine Klatsche für Ministerpräsident Benjamin Netanjahu: Sein rechtsreligiöses Lager dürfte nach den bisherigen Ergebnissen seine Mehrheit in der Knesset verlieren. Zugleich hat Netanjahu einen bemerkenswerten Erfolg erzielt: Seine Likud-Partei ist trotz aller Kritik an seiner Amtsführung erneut stärkste Kraft geworden.

Das politische Ende des 77-Jährigen, der Israel länger als jeder seiner Vorgänger regiert, ist nicht in Sicht. Israel drohen schwierige Koalitionsverhandlungen und womöglich Neuwahlen.

Netanjahus paradoxer Erfolg

Dass Netanjahu bei der ersten Wahl seit dem Hamas-Überfall vom 7. Oktober 2023 nicht stärker abgestraft wurde, ist paradox: Obwohl unter seiner Regierung das schlimmste Massaker an Juden seit dem Holocaust verübt wurde, gilt er bei seinen Anhängern weiterhin als Garant für Israels Sicherheit. Seine Wähler ließen sich auch nicht davon abschrecken, dass er bis heute eine unabhängige staatliche Untersuchung der Versäumnisse vor dem Überfall blockiert.

Auch das jüdisch-zionistische Oppositionslager um Ex-Armeechef Gadi Eisenkot (66) verfehlt nach den bisherigen Ergebnissen klar die Mehrheit. Entscheidend könnten ausgerechnet die arabischen Parteien werden, die großen Gewinner dieser Wahl.

Das überfällige Ende einer Ära

Die Opposition muss ihre Ablehnung einer Zusammenarbeit aufgeben – sonst hält sie Netanjahu im Amt. Wer ihn für das Versagen vom 7. Oktober verantwortlich macht, darf den einzigen realistischen Weg zu seiner Ablösung nicht ausschließen.

Die arabischen Bürger stellen rund ein Fünftel der israelischen Bevölkerung und haben längst mehr Mitsprache verdient. Zusammen verfügen die jüdisch-zionistische Opposition und die arabischen Parteien nach den bisherigen Ergebnissen rechnerisch über eine Mehrheit in der Knesset. Sie könnten damit das überfällige Ende der Ära Netanjahu besiegeln.