Israel hat das Recht, ein Regime anzugreifen, das Menschen massakriert und mit Vernichtung droht.
Krieg gegen IranDie Alternative war leider nicht Frieden


Teheran: Eine Rauchwolke steigt nach einer Explosion auf.
Copyright: Vahid Salemi/AP/dpa
Die Hoffnung, dass Donald Trumps Verhandler in Genf zu einer Übereinkunft mit dem Terror-Regime in Teheran gelangen würden, war nur ein Funke, zunichte gemacht im Feuersturm des Wochenendes.
Israel hat gemeinsam mit den USA zentrale Teile des iranischen Atom- und Raketenprogramms angegriffen, Führungsstrukturen des Regimes ins Visier genommen, Massenmörder Ajatollah Chamenei getötet. Teheran feuert zurück. Es gibt Tote und Verletzte in Israel und unter US-Soldaten. Raketen und Drohnen schlagen in Dubai, Bahrain oder Katar ein. Deutsche Urlauber sitzen fest. Eine Region ist in Aufruhr, die Welt hält den Atem an. Kein Mensch von Vernunft und Gewissen kann Krieg gutheißen.
Doch die reflexhafte Empörung darüber, mit ihrem Angriff auf den Iran würden Israel und die USA gefährlich eskalieren und Völkerrecht verletzen, greift ebenso zu kurz wie die Forderung, Europa müsse jetzt entschieden auf Distanz gehen. Beides blendet aus, worum es im Kern geht: Wer setzt einem grausamen Regime Grenzen, das nicht nur seine eigene Bevölkerung massakriert, sondern auch seit Jahrzehnten offen die Auslöschung Israels predigt und plant?
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Die Vernichtung Israels ist iranische Staatsideologie
Seit 1979 ist die Vernichtung Israels iranische Staatsideologie. Parallel dazu baute das Mullah-Regime sein Raketen- und Drohnenarsenal aus, destabilisierte ganze Länder, unterstützte und bewaffnete die Hisbollah, Hamas, Huthi-Rebellen und andere Milizen. Der 7. Oktober 2023, das größte Massaker an Juden seit dem Holocaust, wäre ohne die Unterstützung aus Teheran nicht denkbar gewesen.
Gleichzeitig wurde das Atomprogramm mit wachsender Geschwindigkeit vorangetrieben, Uran immer höher angereichert. Deutschland, Europa, zeitweilig auch die USA haben lange auf Sanktionen, Verhandlungen und Verträge gesetzt. Doch der Iran rüstete immer weiter auf.
Was soll Israel in dieser Situation tun? Auf die Atombombe und seine potenzielle Auslöschung warten? Oder die vielleicht historische Chance nutzen, das Terror-Regime entscheidend zu schwächen oder gar zu stürzen?
Das Völkerrecht darf keine Massenmörder schützen
Staatsterroristen und Massenmörder dürfen sich nicht hinter einem Völkerrecht verschanzen können, das sie selbst mit Füßen treten. Wer Gewalt exportiert, systematisch internationale Regeln bricht und anderen offen mit Vernichtung droht, kann nicht erwarten, dass der Bedrohte allein auf diese internationalen Regeln vertraut– so lange, bis die letzte Schwelle überschritten und es zu spät ist.
Für Deutschland ist das keine abstrakte Debatte. Auch die Nationalsozialisten haben ihre Vernichtungsabsichten nie versteckt. Der Holocaust kam nicht überraschend. Er war vorher angekündigt, ideologisch vorbereitet, wurde Schritt für Schritt umgesetzt – dabei aber von vielen zu lange verharmlost, ignoriert und letztlich geschehen lassen: bis die deutsche Vernichtungsmaschinerie über sechs Millionen Jüdinnen und Juden ermordete.
Ein israelischer Freund schrieb gestern aus dem Schutzraum seines Hauses: „Geschichte wiederholt sich nicht in identischer Form – doch sie fragt jede Generation, ob sie bereit ist, aus ihr zu lernen. Der Preis des Ignorierens erklärter Absichten wurde schon einmal bezahlt. Die Verantwortung unserer Generation besteht darin, diesen Fehler nicht zu wiederholen.“
Der Jubel vieler Iranerinnen und Iraner über den Tod Chameneis sollte jene zumindest kurz innehalten lassen, die nicht seit Jahren in Schutzbunker flüchten müssen, aber fernab jeder Bedrohung immer wieder reflexartig eine moralische Überlegenheit gegenüber Israel für sich beanspruchen.
Die Alternative zu diesem Krieg war leider nicht Frieden.

