Papst Leo XIV. warnt in einer historischen Rede vor Aufrüstung und fordert mehr Menschlichkeit in der Migrationspolitik.
Papst warnt vor AufrüstungLeo XIV. kritisiert in historischer Rede auch KI-Waffen

Der Pontifex spricht im spanischen Parlament Klartext.
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Papst Leo XIV. äußerte während einer Ansprache im spanischen Parlament Bedenken hinsichtlich einer wachsenden Aufrüstung. „besorgniserregend, dass sich an verschiedenen Orten der Welt, auch in Europa, die Aufrüstung erneut als fast unvermeidliche Antwort auf die Instabilität der internationalen Lage darstellt“, so die Worte des Kirchenoberhaupts am dritten Tag seiner Visite in Spanien.
Der Planet erlebe eine „tiefen geistigen und kulturellen Krise“, welche sich durch Gewalt, Spaltung und wechselseitiges Argwohn manifestiere. Der Anführer von 1,4 Milliarden Katholiken plädierte aus diesem Grund für eine vermehrte Ausrichtung auf diplomatische Mittel und das internationale Recht. Bewaffnung und militärische Konflikte seien keine adäquate Antwort.
Bedenken bei KI-Einsatz für militärische Zwecke
Echte Sicherheit könne nur durch Fairness, Austausch und eine politische Linie entstehen, welche das menschliche Wohlergehen über militärische Ziele stellt, erklärte der 70 Jahre alte US-Amerikaner. Hinsichtlich des Einsatzes von künstlicher Intelligenz für militärische Zwecke hob er hervor, dass die Verfügungsgewalt über Leben und Tod keinesfalls an automatisierte Apparate delegiert werden dürfe.
Bezugnehmend auf sein kürzlich publiziertes Rundschreiben „Magnifica humanitas“ unterstrich Leo XIV., dass der technologische Fortschritt zu keiner Zeit wertfrei sei. Sie nehme „die Züge derjenigen an, die sie konzipieren, finanzieren, regulieren und nutzen“. Von zentraler Bedeutung sei die Rolle, die dem Menschen bei politischen sowie ökonomischen Beschlüssen zukomme.
Appell für eine menschliche Flüchtlingspolitik
Leo XIV. thematisierte ebenfalls die „tragische Migrationskrise“. Die Lage von Geflüchteten und Migranten verlange nach einer politischen Strategie, welche das Individuum fokussiert und den Gründen für Flucht entgegenwirkt. Benachteiligung wegen der Herkunft, der Religion, der Sprache oder des sozialen Status verstoße gegen das Prinzip der universellen Menschenwürde.

Am Ende gab es Standing Ovations.
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Die Angelegenheit sei nicht nur eine demografische oder ökonomische Thematik, sondern stelle primär eine ethische sowie juristische Aufgabe für die Völkergemeinschaft dar. Das Kirchenoberhaupt verlangte nach geschützten und legalen Einreisemöglichkeiten und einem intensiveren Vorgehen gegen die Auslöser von Fluchtbewegungen. Am Ende seiner Reise plant er eine Begegnung mit Migranten auf den Kanarischen Inseln.
Große Zustimmung für wegweisende Ansprache
Darüber hinaus mahnte das Kirchenoberhaupt vor einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft und plädierte für einen respektvolleren Umgang in der politischen Debatte. Meinungsverschiedenheiten sollten nicht zur Herabsetzung politischer Kontrahenten genutzt werden, sondern bedürften einer demokratischen Aushandlung.
Im Anschluss an seine Ansprache bekam das Kirchenoberhaupt langanhaltenden Beifall, untermalt von Ausrufen wie „Bravo“ und „Viva“. Berichten von Medien zufolge hielt der Applaus im Stehen sieben Minuten an. Journalisten des Senders RTVE sowie weiterer Medien werteten den Auftritt als „historisch“ und hoben hervor, dass erstmals ein Pontifex vor dem spanischen Parlament gesprochen hatte. Zusätzlich habe Leo XIV. demonstriert, dass er die Linie seines Amtsvorgängers Franziskus weiterverfolgen und zu den dringlichsten aktuellen Herausforderungen deutlich Stellung beziehen möchte. (dpa/red)
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