Früher als erwartet haben sich die Spitzen von CDU und CSU offenbar auf einen neuen Unions-Fraktionschef geeinigt.
Chef der UnionsfraktionEntscheidung über Spahn-Nachfolge ist offenbar gefallen

Jens Spahn war Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag.
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Wer wird Nachfolger des über die Leihmutter-Affäre gestolperten Jens Spahn? Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte angekündigt, die Union wolle schnell zu einer Nachfolgeregelung beim Posten des Unions-Fraktionschefs kommen. Verschiedene Namen waren seit vergangener Woche im Gespräch gewesen: Kanzleramtschef Thorsten Frei, Generalsekretär Carsten Linnemann und Günter Krings, bisheriger Vize von Spahn waren genannt worden. Auch Gesundheitsministerin Nina Warken war genannt worden, ebenso wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU).
Die Wahrscheinlichkeit, dass es eine der beiden letztgenannten Personen wird, war jedoch als gering eingestuft worden. Warken ist mit der Umsetzung der dringend erforderlichen Gesundheits- und Pflegereform voll ausgelastet, eine Neubesetzung im Ministerium wäre nicht zielführend, hieß es. Gegen Dobrindt sprach von Beginn an, dass es eine absolute Novität wäre, einen CSU-Politiker zum Fraktionschef zu machen. Merz würde seine eigene Position gegenüber CSU-Chef Markus Söder so eher schwächen.
Herrmann: Dobrindt soll Innenminister bleiben
Am Mittwoch wurde zunächst klar: Dobrindt wird es offenbar nicht. Entsprechend äußerte sich der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) beim Sender Phoenix. Er halte Dobrindt zwar „für dieses Amt geeignet“, seine persönliche Meinung sei aber, dass er ein „super Bundesinnenminister“ sei und er dieses Amt nicht aufgeben solle.
Herrmann sagte weiter: „Ich persönlich würde mir jedenfalls wünschen, wenn er in der Funktion bleibt, weil er hier sowohl für die Begrenzung der Migration wie auch für mehr Sicherheit in unserem Land schon in den letzten eineinviertel Jahren Entscheidendes geleistet hat.“ Dobrindt sei angesichts der „enormen sicherheitspolitischen Herausforderungen“ als Innenminister wichtig.
Angeblich wird Thorsten Frei Spahn-Nachfolger
Die „Bild“-Zeitung will erfahren haben, dass die Wahl auf Thorsten Frei gefallen ist. Auf ihn hätten sich Merz und Söder geeinigt. Kurz darauf berichtete auch die Deutsche Presse-Agentur, dass die Wahl auf den bisherigen Kanzleramtschef gefallen sei.
Der Name Frei war tatsächlich am häufigsten in den vergangenen Tagen gefallen. Nach der Bundestagswahl 2025 war er für den Fraktionsvorsitz im Gespräch, der enge Merz-Vertraute wurde dann aber doch Chef des Kanzleramts. Dort hatte er allerdings auch nach Meinung einiger Unionsmitglieder nicht immer eine gute Figur abgegeben. Ihm wurden Schwächen bei der Organisation und internen Kommunikation vorgeworfen.
Wer folgt Frei im Kanzleramt?
Frei ist seit 2013 Bundestagsabgeordneter. Von 2021 bis 2025 war er Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und würde somit einige Vorerfahrung für sein künftiges Amt mitbringen. Von 2004 bis 2013 war Frei Oberbürgermeister von Donaueschingen.
Offen bliebe dann die Frage, wer Frei im Kanzleramt folgt. Es könnte Günther Krings werden. Der Abgeordnete aus Nordrhein-Westfalen sollte eigentlich nach dem Willen von Merz Vorsitzender der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung werden. Er unterlag in einer parteiinternen Kampfabstimmung der ehemaligen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer.
Die Personalentscheidung zur Spahn-Nachfolge könnte noch im Laufe des Mittwochs (22. Juli) bekannt gegeben werden. Offiziell ins Amt kommt der neue Fraktionschef erst durch Wahl in der Fraktion, die dafür am kommenden Mittwoch in Berlin zu einer Sondersitzung zusammenkommen soll.
Dem Vernehmen nach soll dann auch erst in der kommenden Woche die Nachfolge von Frei verkündet werden. Unklar ist bisher, ob es neben der Nachbesetzung im Kanzleramt auch noch zu weiteren Änderungen im Kabinett kommen wird. (mit dpa)
