Berlin – Nach dem Bekanntwerden von Transportflügen der katarischen Luftwaffe für die radikalislamischen Taliban fordern Politiker Konsequenzen für die geplante Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr im Emirat am Golf. „Sollte Katar die Taliban unterstützen oder deren Schreckensherrschaft anerkennen, dann muss es Konsequenzen geben“, sagte der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Bijan Djir-Sarai, der „Bild“-Zeitrung (Donnerstag).
Er betonte, für ihn sei „die Vorstellung, dass Taliban-Unterstützer eine Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten und sich als modernes Land profilieren, unerträglich“. Djir-Sarai forderte: „Die FIFA sollte sich frühzeitig nach Alternativen umschauen“, denn Fakt sei: „Taliban-Unterstützer können nicht Ausrichter eines der wichtigsten Sport-Ereignisse der Welt sein.“
Grüne im Bundestag: „Es sind verschreckende Bilder“
Ähnlich äußerte sich Tobias Lindner, Sprecher für Sicherheitspolitik der Grünen im Bundestag. Mit Blick auf die von Katar genutzte Transportmaschine vom Typ Boeing C-17 „Globemaster“ zur Beförderung des Taliban-Führers Mullah Abdul Ghani Baradar nach Kandahar am Dienstag sagte Lindner: „Es sind verschreckende Bilder, wenn Katar mit dem gleichen Flugzeugtyp Taliban nach Afghanistan fliegt, während die USA von dort aus ihre Bürger nach Katar evakuieren.“ Für Lindner sind die Bilder jedoch keine Überraschung und zeige erneut, „welch falsche Entscheidung die WM-Vergabe dorthin war“.
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Auch am Mittwoch flog die Luftwaffe Katars offenbar laut „Bild“ im Dienste der Taliban zwischen dem Golf-Emirat und der südafghanischen Metropole Kandahar (etwa 620.000 Einwohner), die als „Geburtsort der Taliban“ in den frühen 1990er Jahren gilt. (kna)

