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Neue Studie: Ein Vollbad verbrennt so viele Kalorien wie 30 Minuten stramm gehen

Frau nimmt ein Bad

Wellness in der Badewanne tut nicht nur gut, sondern soll auch gesund sein. 

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picture-alliance/ dpa-tmn

Köln -

Für viele ist es das höchste Glück: sich abends nach einem langen Tag in eine warme Badewanne sinken lassen und entspannen. Das tut nicht nur gut, wie britische Wissenschaftler der Loughborough University jetzt herausgefunden haben, verbrennt man dabei sogar noch Kalorien. Und zwar genauso viele, als würde man 30 Minuten stramm spazieren gehen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der Dezember-Ausgabe des „Journal of Applied Physiology“.

Und so lief die Studie um Doktorand Sven Hoekstra ab: Im Auftrag der Forschung durften 14 männliche Testpersonen für eine Stunde in die Badewanne steigen. Vorgegeben war die Wassertemperatur von 40 Grad. In einem Vergleichstest stiegen andere Teilnehmer aufs Rad. Ihre Aufgabe: eine Stunde lang Fahrradfahren. Ziel war es bei beiden Gruppen, die Körpertemperatur zu erhöhen und die Teilnehmer ins Schwitzen zu bringen.

Eine Stunde Radfahren verbrennt die meisten Kalorien

Das stellen die Wissenschaftler fest: Nach der einstündigen Radtour hatten die Teilnehmer im Durchschnitt die meisten Kalorien verbrannt. Soweit, so erwartbar. Doch auch die Gruppe, die sich für ein Bad entschieden hatte, hatte nachweislich Kalorien verbraucht. Nämlich rund 140 an der Zahl. Beim Baden erhöhte sich die Körpertemperatur und der Energieverbrauch der Teilnehmer um 80 Prozent. Das ist vergleichbar mit einem strammen 30-minütigen Spaziergang – und dass, obwohl die Teilnehmer nur in der Wanne gelegen hatten.

Die Forscher führen das unter anderem darauf zurück, dass die Körpertemperatur im Vollbad um ein Grad erhöht wird. Sie sprechen vom „passiven Schwitzen“.

Überrascht waren sie aber nach einem Vergleich der Blutzuckerwerte der Testpersonen: Der Blutzuckerspiegel der badenden Männer war nach einer anschließenden Mahlzeit im Durchschnitt um zehn Prozent niedriger als der Blutzuckerwert der Radfahrer-Gruppe, wie Steve Faulkner, einer der beteiligten Wissenschaftler, in einem Gastbeitrag bei „Conversation“ erklärt. Der Blutzuckerwert verändert sich gewöhnlich im Laufe des Tages, abhängig von der Nahrungsaufnahme. Nach dem Essen steigen die Blutzuckerwerte an, am Morgen nach dem Aufstehen sind sie am niedrigsten. Bei manchen Erkrankungen wie bei Diabetes – ist die Regulation des Blutzuckerspiegels gestört. Langfristig schädigt ein erhöhter Blutzucker die Gefäße: Arteriosklerose, Nierenschwäche, Schlaganfall und der Verlust der Sehkraft können die Folge sein.

Baden ist gesund – dafür gibt es viele Gründe

Doch es gibt laut der Forscher einen weiteren Grund, warum wir öfter in die Wanne steigen sollten: Die Forscher konnten eine entzündungshemmende Wirkung der Vollbäder nachweisen. Dafür soll ebenfalls die erhöhte Körpertemperatur verantwortlich sein. „Die entzündungshemmende Wirkung von Bewegung ist wichtig, weil wir uns so vor Infektionen und Krankheiten schützen können. Chronische Entzündungen aber können dazu führen, dass wir diese Infektionen nicht abwehren können. Das wiederum würde bedeuten, dass die passive Erhitzung des Körpers wie beim Baden Entzündungen im Körper reduziert, wie sie beispielsweise bei der Stoffwechselkrankheit Diabetes auftreten“, erklärt Faulkner in seinem Beitrag.

Eine Schwachstelle hat die Studie allerdings. Alle Studienteilnehmer waren männlich. Wie sich ein Vollbad auf den weiblichen Körper auswirkt, muss noch erforscht werden. (sar)