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Gesperrte BrückeNRW zieht Experten aus Genua zurate

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Die Talbrücke Rahmede bei Lüdenscheid

Lüdenscheid/Düsseldorf – Die entscheidende Frage zum Neubau der seit Anfang Dezember gesperrten Autobahnbrücke Rahmede auf der Sauerlandlinie (A45) ist noch nicht geklärt. Kann das marode Bauwerk gesprengt oder muss Stück für Stück abgebrochen werden?

Derzeit prüfen Experten mit Computersimulationen, „unter welchen Auswirkungen eine Sprengung denkbar ist“, sagte Elfriede Sauerwein-Braksiek, Chefin der Autobahn GmbH Westfalen, am Montag nach einem Spitzengespräch mit Vertretern des Landes, des Bundesverkehrsministerium und Politikern aus der Region. „In dieser Frage geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Wir warten jetzt auf ein Machbarkeitsgutachten.“

Warten auf das Gutachten des Sprengmeisters

Klar ist. Nur eine Sprengung macht es möglich, die Brücke innerhalb von fünf Jahren durch einen Neubau zu ersetzen. „Unsere Teams sind mit Hochdruck dabei, die Grundlagen zu ermitteln und sowohl die Genehmigung voranzutreiben als auch Abriss und Neubau vorzubereiten“, sagt Sauerwein-Braksiek. Kommt eine Sprengung nicht in Frage, müsste der Neubau neben der alten Brücke errichtet werden.

Das NRW-Verkehrsministerium will die Umleitungsstrecken rund um Lüdenscheid ertüchtigen, „um möglichst viel Durchgangsverkehr aus der Region herauszuhalten“, sagte Verkehrsministerin Ina Brandes (CDU). So sollen die Brücken auf der Bundesstraße 54 so ausgebaut werden, dass Lkw unter ihnen herfahren können.

Bahn prüft mehr Zugfahrten für die Region

Mit der Deutschen Bahn führe man Gespräche über die Frage, ob sich Güter von der Straße auf die Schiene verlagern lassen. Auch sollen mehr Regionalzüge fahren, damit die Region besser erreicht werden kann. Man versuche, die Hochwasserschäden auf der Bahnstrecke, die durch die Flut im Juli vergangenen Jahres entstanden sind, möglichst schnell zu beseitigen. Bisher war geplant, die Strecke von Hagen nach Lüdenscheid erst Ende des Jahres wieder komplett freizugeben.

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Am kommenden Freitag will sich NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) in einem Gespräch mit dem Sonderbeauftragten des Neubau der Autobahnbrücke von Genua erkundigen, welche Möglichkeit eines beschleunigten Brückenbaus sich auf das Sauerland übertragen lassen. Nach dem Einsturz der Morandi-Brücke im Genau im August 2018, bei dem 43 Menschen ums Leben kamen, war das neue Bauwerk in nur zwei Jahren errichtet worden.

Das sei aber nur möglich gewesen, weil die Regierung die Region zum Notstandsgebiet erklärt und dem Bürgermeister weitgehende Befugnisse eingeräumt habe und so auf Deutschland nicht übertragbar. Dennoch könne man aus den Erfahrungen von Genua unter Umständen Rückschlüsse ziehen, um den Neubau in Lüdenscheid zu beschleunigen, sagte Pinkwart. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie die Menschen und Unternehmen in der Region einen Zeitraum von fünf oder mehr Jahren überbrücken können.“