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NeuerscheinungAutor aus Nöthen nimmt abermals kein Blatt vor den Mund

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Der Autor sitzt am Schreibtisch seines Arbeitszimmers, auf dem das neue Buch zu sehen ist.

Norbert Heckelei hat ein neues Buch geschrieben.

Im dritten Teil seiner Trilogie widmet sich Autor Norbert Heckelei aus Bad Münstereifel-Nöthen dem Thema „Bürgerräte“.

Norbert Heckelei nimmt kein Blatt vor den Mund. Schon seit Jahrzehnten beschäftigt sich der Nöthener mit der Demokratie und der Frage danach, wer wirklich herrscht. Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre studierte er Germanistik, Politik- und Sozialwissenschaften auf Lehramt für die Sekundarstufe II und vermutete damals schon, dass es unter anderem hierzulande mit der Demokratie nicht allzu weit her sei. Und er blieb am Thema dran.

2016 veröffentlichte er dazu zwei Bücher mit dem Titel „Simulierte Demokratie; Demokratie im Kapitalismus – geht das?“. Nach weiteren zehn Jahren Beobachtungen, Recherche und Erfahrungen ist nun Teil 3 der Trilogie auf dem Markt: „Parlamentarismus ist keine Demokratie & die Russen kommen auch nicht...“ lautet der Titel, unter dem Heckelei scharfe Kritik am modernen Parlamentarismus übt.

Auch in seiner Rolle als Lehrer fühlte er sich „von oben gesteuert“

„Zwei Drittel der deutschen Wähler haben laut Umfragen erkannt, dass sie keinen Einfluss haben und auch politisches Engagement nichts bewirkt“, so der Autor. „Die schon in den Geburtsstunden des Parlamentarismus, zum Beispiel 1787 in den USA, aber auch bei uns herrschenden Eliten in Wirtschaft und Politik, also das ,Establishment’, besaßen und besitzen eine ausgeprägte Volksverachtung. Wir, die Bürger, seien zu dumm, gefährlich für die Reichen und leicht manipulierbar, wenn wir selber regieren würden“, so Heckelei. Diese ausdrücklichen Behauptungen der Gründerväter seien für jedermann nachlesbar.

Auch bei Bildung und Medien bestünden eher von oben gesteuerte, feudale als tatsächlich demokratische Strukturen, meint Norbert Heckelei. In seiner Zeit als Lehrer an staatlichen Schulen sah er sich und seine Kollegen durch Vorgesetzte, das Schulministerium und staatliche Lehrpläne, Erlasse und Schulstrukturen von oben gesteuert. „Wie sollen wir als Lehrer den Kindern und Jugendlichen Demokratie beibringen, wenn wir in der Schule keine haben?“

Wir brauchen von Bürgern gemachte Medien und am Gemeinwohl aller Bürger orientierte Bildung.
Norbert Heckelei, Autor

Auch die Medienlandschaft bekommt ihr Fett weg. Medien seien nicht, wie demokratisch sinnvoll, in Bürgerhand, so Heckelei, sondern würden entweder vom gerade herrschenden Parteienkartell dirigiert (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk) oder von kapitalstarken Medien-Oligarchen gesteuert. „Wir brauchen von Bürgern gemachte Medien und am Gemeinwohl aller Bürger orientierte Bildung. Die herrschende Stellvertreter-Politik bindet Parteien und Politiker ganz nah an Wirtschaftsoligarchen, Großkonzerne, Investoren und kapitalstarke Lobbyisten – allesamt weit entfernt von den Interessen der großen Masse, den 90 Prozent der Bürger.“

Schon auf dem Buchumschlag veranschaulicht eine KI-produzierte Abbildung „Anatomie des Systemversagens: Macht, Profit und Propaganda“ die von ihm beschriebenen Missstände. Doch Kritik oder nur Meckern auf der Couch bewirke auch nichts, daher widmet sich Norbert Heckelei in seinem neuen Buch vor allem konstruktiven Lösungsansätzen. Es ist ein Plädoyer für eine Demokratisierung unserer Gesellschaft von unten durch Bürger für Bürger. Gleich zu Beginn findet der Leser ein Zitat von Nikolaus von Kues aus dem 15. Jahrhundert. Der Philosoph, Theologe, Kardinal, Mathematiker und Physiker, der seinerzeit sehr berühmt und angesehen war, meinte schon damals: „Was alle angeht, muss von allen entschieden werden.“

Losbasierte Bürgerräte hält der Autor für einen ersten guten Schritt

Dauerhafte, losbasierte Bürgerräte hält der Nöthener Autor für einen ersten guten Schritt. Es gibt sie bereits hier und da, wie zum Beispiel in Aachen, allerdings bisher nur in kleinem Rahmen. Wer darin vertreten ist, entscheidet allein das Los, aber repräsentativ gewichtet. Dafür setze sich in Deutschland unter anderem der Verein „Mehr Demokratie e.V.“ mit 10.000 Mitgliedern ein. Kombiniert würden solche dauerhaften Bürgerräte mit bürgerlichen Kompetenzzentren und Elementen direkter Demokratie wie Volksabstimmungen auf Landes- und Bundesebene. Heckeleis Vision ist, dass solche losbasierten Bürgerräte langfristig auf allen Ebenen die Parteien erst ergänzen und dann schrittweise ablösen.

„Mein Buch ist ein Debattenbeitrag beziehungsweise eine Skizze für eine langfristige friedliche Revolution aller Gesellschaftsbereiche, also Bildung, Medien, Wirtschaft und politische Institutionen, die sicherlich mehr als ein Jahrhundert dauern würde und die politischen Entscheidungen wieder dorthin zurückbringt, wo sie nicht nur meiner Meinung nach hingehören. Nämlich zu uns, den Bürgern, dem Volk, der einzig legitimen Herrschaft“, so der Politologe.

Für die Illustration des Buches hat sich Norbert Heckelei intensiv mit der KI beschäftigt und seinen Text in rund 30 Abbildungen zusammengefasst. Die Leser müssen sich nicht seitenweise durch spröde Texte quälen, sondern dürfen sich von der Leidenschaft des Autors für dieses Thema anstecken lassen. 


In jeder Buchhandlung oder bei Books on Demand kann man Heckeleis Werk mit dem Titel „Parlamentarismus ist keine Demokratie & die Russen kommen auch nicht...“ (ISBN: 9783696365424) bestellen.