Hauptsächlich Geflüchtete sollen im Gewerbegebiet in Iversheim untergebracht werden. Es wurde hitzig diskutiert.
Stadt zeigte EinrichtungContainer für Geflüchtete und Obdachlose in Iversheim bezugsfertig

Standen Rede und Antwort: die kommissarische Amtsleiterin Ramona Bongartz (v.l.) und Bürgermeister Sebastian Glatzel.
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Die Stimmung bei der öffentlichen Besichtigung der Container für Geflüchtete und Obdachlose im Gewerbegebiet in Iversheim war aufgeheizt – und das lag hauptsächlich nicht an den unklimatisierten Räumlichkeiten, die bei 35 Grad Außentemperatur mehr an eine mäßige Sauna erinnerten, sondern an den Diskussionen im Innern.
Neben Vertretern der Stadtratsfraktionen und dem örtlichen Bezirksdienst der Polizei waren auch interessierte Bürger gekommen. Und einige waren nicht damit einverstanden, dass die Stadt diese Container errichtet hat – und dass überhaupt Geflüchtete in Deutschland aufgenommen werden. Es ging aber auch um zu hohe Kosten für die Stadt und um die Bezeichnung als Unterkunft für Geflüchtete und Obdachlose.
Die Unterbringung in Sporthallen stand im Raum, deshalb mussten wir vorsorgen.
Bürgermeister Sebastian Glatzel (SPD) und Ramona Bongartz, kommissarische Leiterin des Amtes „Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Soziales“, erklärten ruhig und sachlich die Ausgangslage. „Die Unterbringung in Sporthallen stand im Raum, deshalb mussten wir vorsorgen“, so Glatzel. Die Anlage sei zwar teuer, aber es sei die richtige Entscheidung gewesen, diese vorzuhalten.
Mehr als 900.000 Euro hat die Errichtung der drei Wohncontainer-Einheiten gekostet. In jedem finden maximal 25 Menschen Platz. Es gibt sieben Schlafräume: drei einzelne und vier, die man paarweise durch eine Tür verbinden kann. Dazu hat jeder Container einen Aufenthaltsraum, zwei Sanitärräume und zwei Küchen.
240 Menschen in den Unterkünften untergebracht
Aktuell sind in verschiedenen Unterkünften in Bad Münstereifel rund 240 Menschen untergebracht. Verpflichtet wäre die Stadt, weitere 185 Menschen aufzunehmen. In den Containern in Iversheim ist Platz für 75 Menschen, hinzu kommen in Kürze noch 34 Plätze im Hotel Sonnenhof oberhalb des Schleidparks, das baulich fertig ist und schnell bezogen werden kann und sich für größere Gruppen anbietet. Da die Zahl der Zuweisungen in den letzten Monaten zurückgegangen sei (momentan aber wieder steige), sei eine vollständige Belegung allerdings unwahrscheinlich.
Keinen Einfluss hat die Stadt darauf, welche Menschen zugewiesen werden. Während man bei Obdachlosen, die allerdings nur einen Anteil von etwa einem Prozent ausmachen, direkt reagieren müsse, habe man bei Geflüchteten-Zuweisungen zwei Wochen Vorlauf, um die Zimmer entsprechend auszustatten, etwa bei der Anzahl der Betten. Während der Diskussion wurde angeregt, auf mögliche Konflikte durch unterschiedliche Ethnien und Religionen zu achten – allerdings hat die Stadt auch diesbezüglich keinen Einfluss.

Die Stadt Bad Münstereifel stellte die Container für Geflüchtete und Obdachlose im Gewerbegebiet Iversheim der Öffentlichkeit vor.
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Eine ständige Überwachung der Container ist nicht vorgesehen. Verschiedenste Organisationen – vom Jugendmigrationsdienst über das Deutsche Rote Kreuz und die Caritas bis hin zu den Kirchen – warten mit Angeboten auf, müssen aber vorher wissen, wer dort lebt. So seien Bastelkurse wenig zielführend, wenn in einer Unterkunft keine Kinder untergebracht seien, gibt Bongartz ein Beispiel: „Die Angebote richten sich danach, wer zugewiesen wird.“
Für jeden zugewiesenen Geflüchteten erhält die Stadt eine Pauschale von 1013 Euro monatlich vom Land. „Wir wirtschaften ganz gut damit“, so Bongartz. Lediglich bei höheren Gesundheitskosten, etwa bei Schwangeren, reiche das Geld nicht.
„Wir machen kein Plus, aber auch kein horrendes Minus“, so die kommissarische Amtsleiterin. Bei mutwilligen Zerstörungen hole man sich das Geld zurück, notfalls über Ratenzahlungen. Wenn niemand haftbar gemacht werden könne, werde der Stadthaushalt belastet.
