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Hochwasserschutz in MünstereifelGilsdorf liegt wie in einer Wanne

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Bad Münstereifel – Die starken Regenfälle von Ende Juli haben in Bad Münstereifel und Umgebung zu Hochwasser geführt. Besonders betroffen waren Arloff-Kirspenich, das Münstereifeler Schleidtal und Gilsdorf. Wenig später forderten die Politiker Verbesserungen im Hochwasserschutz.

Nun rückten die Mitglieder des Bau- und Feuerwehrausschusses gemeinsam mit Vertretern des Erftverbands, der Unteren Wasserbehörde und der Stadt Bad Münstereifel zur Ortsbesichtigung aus. „Es ging vor allem um die Ursachenforschung“, so der stellvertretende Ausschussvorsitzende Martins Mehrens (CDU). Ausschusschef Günter Kirchner (FDP) erklärte: „Wir haben einige Maßnahmen angesprochen, detailliert geschieht das in der Ausschusssitzung.“ Die steht heute ab 18 Uhr im Roten Rathaus auf dem Programm.

Konzept wird erarbeitet

Die Stadtverwaltung hatte im Vorfeld mit dem Erftverband und der Unteren Wasserbehörde überlegt, welche Maßnahmen gegen weitere Überschwemmungen helfen könnten. Ein Konzept wird derzeit erarbeitet.

In Gilsdorf erklärte Karl-Heinz Beier vom Erftverband, welche Veränderungen an der Brücke, die den Eschweiler Bach an der Pescher Straße überquert, dienlich sein könnten. Im Gespräch ist, die Stärke der Brückendecke so zu reduzieren, dass sich die Durchflusshöhe um rund 50 Zentimeter vergrößert. Dies soll verhindern, dass sich der Bach durch Treibgut aufstaut und über die Ufer tritt. „Mit den technischen Möglichkeiten heute geht das“, so Beier, aber: „Die Verhältnisse in Gilsdorf kann man verbessern, das Problem aber nicht beseitigen.“

Denn der Ort liege wie in einer Wanne. Der ursprüngliche Bachlauf sei einst verlegt worden. Bei Hochwasser suche sich das Wasser allerdings wieder sein altes Bett. Wichtig sei es daher, dass die Straßen in Gilsdorf mit Abflussmöglichkeiten ausgestattet würden.

Im Schleidtal erklärten die Experten, dass das Wasser des Schleidbachs an Brücken nicht durch Treibgut gestaut werden dürfe. „Dort sollen bestimmte Sammelpunkte eingerichtet werden, an denen das Treibgut herausgeholt werden kann“, berichtete Mehrens.

Es lag nicht an der Erft

In Arloff-Kirspenich besichtigte die Delegation die Brücke am Holzbach nahe der Burg Kirspenich und die Erftbrücke an der Bachstraße. „Die Fachleute haben uns klar gemacht, dass es beim Juli-Hochwasser nicht an der Erft lag, sondern am Oberflächenwasser, das aus den Wäldern heruntergeflossen ist“, sagte Mehrens. Eine mögliche Maßnahme, die vor Ort angesprochen wurde, ist eine Klappe in der Erftmauer, durch die das Wasser im Bedarfsfall von den Straßen in die Erft geleitet werden kann.

„Wir könnten uns auch ein Oberflächensammelbecken wie am Hammerwerk im Arloffer Wald vorstellen“, so Mehrens. „Die Fachleute müssen sich damit beschäftigen, ob das geht.“ Seiner Meinung nach müssten auch die Flutgräben auf Vordermann gebracht werden. Mit dem Einrichten dezentraler Sandsackdepots sei bereits begonnen worden.

Die Politiker machen sich dafür stark, mit der Feuerwehr einen Maßnahmenkatalog für Hochwasser-Einsätze zu erstellen. So soll jede Löschgruppe bereits im Vorfeld wissen, welche Einsatzstelle sie bei Hochwasser ansteuert.