Die Rennfahrerin aus Euskirchen-Stotzheim startet in diesem Jahr in der GT World Challenge Europe und ist Mentorin in der F1 Academy für Audi.
MotorsportEuskirchener Rennfahrerin Carrie Schreiner misst sich mit den Top-Piloten

Ist Teil der Audi-F1-Revolut-Familie und posiert vor dem neuen Formel-1-Boliden: Carrie Schreiner.
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Carrie Schreiner sammelt nicht nur auf der Rennstrecke Meilen, sondern auch in der Luft. Die Rennfahrerin, die in Stotzheim lebt, ist zwischen dem 8. Februar und dem 22. November an 24 Wochenenden unterwegs, wobei darunter auch sieben Termine am Nürburgring und zwei in Spa-Francorchamps sind, für die die 27-Jährige nicht in den Flieger steigen muss. Im Rahmen ihres Engagements als Mentorin in der F1 Academy stehen als Kontrast zu Fahrten in die Eifel oder die Ardennen aber auch Reisen nach Shanghai, Montreal, Austin und Las Vegas an. Das wird auch mit einem Sportwagen schwierig.
Bereits am Montag geht es los. Schreiner nimmt zur Saisonvorbereitung an der GT Winter Series teil und wird am 8. Februar im portugiesischen Portimão und exakt einen Monat später im spanischen Aragón für ihr neues Team Tresor Attempto Racing aus Langenhagen in der GT3-Klasse starten.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Schreiner an zwei Rennen der Winter Series teilgenommen und war mit ihrem Rennpartner Danny Soufi für das österreichische Team Konrad Motorsport auf dem dritten Gesamtplatz in der Klasse gelandet (Sieger bei den GT3-Fahrzeugen wurde übrigens der Euskirchener Moritz Wiskirchen mit seinem Partner Kenneth Hayer).
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Schreiner startet für Tresor Attempto in der GT World Challenge Europe
Doch die Winter Series sind nur der Auftakt für ein neues Abenteuer der Stotzheimerin. Nach einem Jahr in der GT-Masters-Serie zieht es sie dieses Jahr in die GT World Challenge Europe, die neben der DTM als stärkste GT-Serie der Welt zählt. Dort pilotiert sie einen Audi R8 LMS GT3 evo II für Tresor Attempto Racing. „Das Angebot kam Ende des Jahres aus dem Nichts. Das war völlig surreal“, sagt Schreiner. Über Weihnachten seien die Details geklärt worden, an Silvester habe sie den Vertrag unterzeichnet.
„Die GT Masters war schon cool. Aber das Format ist noch interessanter“, so Schreiner. Sie wird an vier Wochenenden im Endurance Cup und an vier Wochenenden mit Sprintrennen hinter dem Lenkrad des Audi Platz nehmen – und beim 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps, das laut Veranstalter das größte GT-Rennen der Welt ist. Geplant sind die GTWC-Europe-Rennen in Le Castellet, Monza, Misano, Magny-Cours, Nürburg, Zandvoort, Barcelona und Portimão.
Mit der GT World Challenge Europe macht Schreiner auch einen Schritt hin zu einer größeren Sichtbarkeit. „Damit bin ich im Hauptprogramm“, beschreibt es die 27-Jährige salopp. Mehr als 50 Autos werden im Feld erwartet – besetzt von Fahrern der Kategorien Gold, Silber und Bronze.
Bereits 2017 hatte sie Testfahrten für ihr neues Team bestritten
Das Auto, in dem sie starten wird, kennt sie schon in mehreren Entwicklungsstufen. Sie fuhr es bereits mehrere Jahre, unter anderem im vergangenen Jahr in der GT Masters, sogar in der aktuellen Variante. Und auch ihr neues Team ist für sie kein unbekanntes. 2017 hatte sie Testfahrten in einem Lamborghini für Attempto bestritten.
„Ich habe viel Respekt vor der Serie. Ich starte mit null Erwartungen und lasse das auf mich zukommen“, sagt Schreiner, zeigt dann aber selbstverständlich auch Ehrgeiz: „Ich will gute Ergebnisse einfahren und in der Klasse so weit vorne wie möglich mitfahren.“ Und sie will sich und anderen auch beweisen, dass sie zurecht auf diesem Niveau Rennen fährt. Denn es nagt noch immer ein wenig an ihr, dass sie 2025 in der GT Masters nicht die erwünschten Resultate erzielt hatte.
Mentorin der Audi-Fahrerinnen in der F1 Academy
Dass Carrie Schreiner in einem Audi startet, passt auch zu ihrem anderen Job, in dem sie keine Rennen fahren wird. Sie wird Mentorin für das Audi-Fahrerentwicklungsprogramm in der F1 Academy, der Frauenserie der Formel 1, in der Schreiner 2023 und 2024 selbst an den Start gegangen war. In ihrer zweiten Saison wurde sie vom damaligen Sauber-Formel-1-Team unterstützt, das nun von Audi übernommen wurde.
Schreiner wird nicht nur die Audi-Fahrerinnen beraten, sondern auch verschiedene Social-Media-Inhalte mit Team und Partnern produzieren. Im vergangenen Jahr fungierte sie hin und wieder auch als Co-Kommentatorin bei den F1-Academy-Rennen beim Fernsehsender Sky. Ob das eine Fortsetzung findet, steht noch nicht fest.
Von der Formel 1 träumt Carrie Schreiner noch nicht einmal
Schreiner wird nicht bei allen, aber voraussichtlich bei sechs Rennen der F1 Academy vor Ort sein: in Shanghai, Montreal, Silverstone, Zandvoort, Austin und Las Vegas. Denn für die 27-Jährige ist klar: Eigene Rennen haben absolute Priorität.
Aber wie ist das nun eigentlich, wenn man Teil der Audi-Revolut-F1-Familie ist? Besteht dort theoretisch die Möglichkeit, als Rennfahrerin einzuspringen, falls die Stammfahrer Nico Hülkenberg oder Gabriel Bortoleto ausfallen? Da ist Schreiner realistisch: „Um überhaupt von der Formel 1 zu träumen, muss man die Formel 3 und die Formel 2 gewonnen haben. Ich bin froh über alles, das ich machen kann.“
Und da ist ja auch noch mehr. Carrie Schreiner wird auch wieder am Nürburgring Gas geben. Nicht nur beim 24-Stunden-Rennen im Mai ist sie dabei, sie will auch an fünf Wochenenden im Rahmen der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) bei sechs Rennen an den Start gehen. Sie ist wieder Teil des „Girls only Team by WS Racing“, das in dieser Saison aber in einer anderen Klasse antritt als zuletzt. Der BMW ist Geschichte, gefahren wird im Porsche 992 Cup. „Wir machen den nächsten Schritt“, sagt sie.
VLN zieht den zweiten NLS-Lauf um eine Woche vor
Noch bevor die neue Saison der Nürburgring Langstrecken-Serie am 14. März beginnt, verkündet die VLN als Veranstalter die erste Terminänderung. Der zweite Lauf der NLS wird vom 28. auf den 21. März verschoben. Der Grund: Die VLN nutzt eine bestehende Lücke im Formel-1-Kalender und eröffnet Piloten aus der Königsklasse und anderen internationalen Rennserien die Teilnahme in der Grünen Holle.
VLN-Geschäftsführer Mike Jäger sieht in der Verlegung eine Entscheidung „im Sinne des Motorsports. Den weltweiten Bekanntheitsgrad, den die NLS im letzten Jahr durch die Teilnahme Max Verstappens erzielt hat, wollen wir zum Nutzen aller Teams und Teilnehmer weiter ausbauen.“
Mitspielen musste aber auch die Rundstrecken-Challenge Nürburgring (RCN), die eigentlich am 21. März ihren Saisonauftakt gehabt hätte. Laut einer Pressemitteilung der VLN habe die RCN sich aber uneigennützig bereit erklärt, den Termin mit der NLS zu tauschen. Auch die Betreiber der Rennstrecke Nürburgring stimmten dem Terminwechsel zwischen NLS und RCN zu.

