Zur JSG Erft Euskirchen und dem SV Bessenich stoßen in der Bezirksliga die Aufsteiger Zülpich II und Dahlem-Schmidtheim hinzu. Alle wollen den Klassenerhalt.
Fußball-BezirksligaDie vier Teams aus dem Kreis Euskirchen haben das gleiche Ziel

Der Klassenerhalt wäre für den Aufsteiger aus Dahlem-Schmidtheim ein großer Erfolg.
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Vier Teams aus dem Kreis Euskirchen starten in die Bezirksliga-Saison in der Staffel 3: der SV Bessenich, die JSG Erft Euskirchen sowie die Aufsteiger TuS Zülpich II und SG Dahlem-Schmidtheim. Für alle vier Mannschaften geht es zunächst einmal nur um den Klassenerhalt. Gerade für den Aufsteiger aus der Eifel wäre das schon ein großer Erfolg. Aber auch die drei anderen Mannschaften geben sich demütig und rufen zunächst einmal den Ligaverbleib als Priorität Nummer eins aus.
Die JSG Erft 01 Euskirchen
Nach dem Aufstieg in die Bezirksliga und dem erfolgreichen Klassenerhalt soll bei der JSG Erft Euskirchen der nächste Schritt folgen: Stabilität. Für Trainer Chris Kockerols ist die Marschroute vor der neuen Saison klar. „Die Mannschaft soll sich weiterentwickeln, mehr Punkte holen und sich dauerhaft in der Liga etablieren“, so Kockerols.

Will sich in der Bezirksliga stabilisieren: die JSG Erft.
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Mit der bisherigen Vorbereitung zeigt sich der Coach zufrieden. Trotz urlaubsbedingter Ausfälle sei die Trainingsbeteiligung hoch, auch die Leistungen in den Testspielen stimmen ihn optimistisch. „Natürlich ist hier und da noch Sand im Getriebe. Es gibt Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Aber dafür haben wir in der Vorbereitung noch genügend Zeit“, sagt er.
Besonders positiv bewertet er die Entwicklung des Kaders. Zwar musste die Mannschaft mit Tobias Rick und Max Eckert zwei Leistungsträger verabschieden, dennoch sieht der Trainer sein Team insgesamt besser aufgestellt als im Vorjahr. „Wir sind in der Breite stärker geworden. Die Abgänge konnten wir durch interne und externe Neuzugänge meines Erachtens sehr gut kompensieren. Das macht in den Testspielen bisher einen sehr guten Eindruck“, so Kockerols.
Natürlich ist hier und da noch Sand im Getriebe. Es gibt Dinge, an denen wir arbeiten müssen.
Sportlich verfolgt der Verein weiterhin den vor rund zweieinhalb Jahren entwickelten Drei-Jahres-Plan. Nach dem Wiederaufstieg aus der Kreisliga A und dem Klassenerhalt in der vergangenen Saison steht nun die nachhaltige Etablierung in der Bezirksliga im Mittelpunkt.
„Stabilisierung heißt für uns, noch einmal einen Schritt nach vorne zu machen“, erklärt der Trainer. Zwar habe die Mannschaft in der Rückrunde bereits gezeigt, dass sie sich dem Niveau vieler Konkurrenten angenähert habe. Gleichzeitig habe es aber auch unnötige Punktverluste gegen direkte Konkurrenten gegeben. „Elf Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz hören sich komfortabel an. Aber wir haben gesehen, dass es auch enger hätte werden können.“
Deshalb formuliert der Trainer erstmals ein konkretes Ziel. Nach 38 Punkten in der vergangenen Spielzeit soll diesmal die 40-Punkte-Marke oder ein entsprechender Punkteschnitt erreicht werden. „Das wäre für uns der nächste Entwicklungsschritt. Wenn wir dann in einen Flow kommen und noch mehr möglich ist, nehmen wir das natürlich gerne mit“, so der Coach.
Elf Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz hören sich komfortabel an. Aber wir haben gesehen, dass es auch enger hätte werden können.
Große Hoffnungen setzt der Trainer dabei auf das enorme Entwicklungspotenzial seiner jungen Mannschaft. „Wir hatten in der vergangenen Saison in keinem Spiel einen Altersdurchschnitt von über 22 Jahren. Die Jungs haben noch viel Luft nach oben. Unser Ziel ist es, jeden Einzelnen weiterzuentwickeln“, sagt Kockerols. Während der Saison steht auch noch ein Umzug an. Die Arbeiten an der Sportanlage im Auel schreiten voran, und es ist längst zu erahnen, was da für ein Schmuckkästchen entsteht. Ab dem dritten Quartal 2026 dürfte es an der JSG liegen, es mit Leben zu füllen.
Prognose: Die Ziele der JSG sind ambitioniert, aber keine Luftschlösser. Sollte Luke Bungart wieder so treffsicher sein und sollten die Neuzugänge klicken, ist der Klassenerhalt mehr als realistisch. Vor allem auswärts muss das Team aber besser werden.
Augen auf: Elias Giersberg und Luke Duwe.
Der TuS Zülpich II
Eine Herausforderung, die das neue Trainerduo meistern muss: der personelle Umbruch. Die Mannschaft war in den vergangenen Spielzeiten alterstechnisch in die Jahre gekommen. Mit Jakob Fischer, Marcel Blum und Dustin Oellers sind Routiniers und absolute Leistungsträger erhalten geblieben. Mit Jakob Raudszus oder Robin Ritz sind aber auch Leistungsträger in die dritte Mannschaft gegangen.
„Fifty (Fischer), Blume und Dusi (Oellers) gehen in jeder Einheit voran. Das ist schon beeindruckend“, lobt Neu-Trainer Marius Schinke. Dem ist schon nach wenigen gemeinsamen Wochen auf und neben dem Platz der Zusammenhalt aufgefallen. „Die neuen Spieler sind super integriert worden. Sie haben sich aber auch super integriert. Über diesen Zusammenhalt wollen wir in der Saison viel erreichen“, so der Übungsleiter.

Der TuS Zülpich will den Klassenerhalt schaffen.
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Mit seinem Co-Trainer Moritz Reder hat er zwei Saisonziele ausgerufen: den Klassenerhalt und die Entwicklung von Spielern. Dazu dürften Talente wie Pedro Brigagao oder Milian und Tamino Mäurer zählen. Viel dürfte in der Saison aber auch davon abhängen, wie die Neuzugänge Jonas Hohn (Mechernich), Robin Berk (Weilerswist), Jannik Hoscheid (Bürvenich), Pascal Leisten (SG Rotbachtal) oder Tobias Esser (Wißkirchen) den Sprung in die Bezirksliga meistern.
Schon jetzt ist klar, dass auch Kicker aus dem Mittelrheinliga-Kader immer wieder unterstützen werden – beispielsweise, um Spielpraxis zu erhalten. „Der Austausch mit David Sasse ist sehr gut. Es werden aber nicht nur Spieler runterkommen, sondern sicherlich auch Jungs aus der Reserve die Chance erhalten, in der Ersten aufzulaufen, wenn bei uns die Leistung stimmt“, sagt Moritz Reder, der von der SG Hellenthal zum TuS gekommen ist.
Es werden aber nicht nur Spieler runterkommen, sondern sicherlich auch Jungs aus der Reserve die Chance erhalten, in der Ersten aufzulaufen, wenn bei uns die Leistung stimmt.
Was allerdings auffällig ist: die Undiszipliniertheit während der Vorbereitung. Dave Dahlmann kassiert eine Neun-Spiele-Sperre (inklusive Testspiele) und wird zum Auftakt fehlen. Auch Marcel Blum sah nach einer Beleidigung die Rote Karte. Die Dauer der Sperre ist noch offen. Was ebenfalls auffällig ist: die Begeisterung des neuen Trainerteams. „Es macht unheimlich viel Spaß, und der Verein macht es einem unheimlich leicht anzukommen“, sagt Schinke.
Prognose: Die Voraussetzungen für den Klassenerhalt sind gut. Das Team ist gut aufgestellt und wird immer wieder von der Ersten verstärkt werden. Sollte das Zusammenspiel zwischen Routiniers, Neuzugängen und „Leihspielern“ klappen, ist auch Platz 8 bis 12 drin.
Augen auf: Pascal Leisten und Tamino Mäurer.
Die SG Dahlem-Schmidtheim
Die SG Dahlem-Schmidtheim ist etwas Besonderes. Zumindest, wenn man den Aufsteiger mit allen anderen Bezirksligisten vergleicht. Der Kader ist exakt der gleiche wie in der vergangenen Saison. Kein Abgang, kein Neuzugang. So eine Konstanz hat keines der 16 Teams in der Bezirksliga aufzuweisen. „Ich hätte mich über ein, zwei erfahrene Neuzugänge gefreut, aber ich vertraue dem Kader zu 100 Prozent. Die Jungs sind einfach fantastisch“, sagt Trainer Christian Hammes.
Der Aufsteiger erzielte in der vergangenen Spielzeit 103 Tore in der Kreisliga A. In der neuen Saison dürften es ein paar weniger sein – das ist einkalkuliert. Auch, weil sich das Spielsystem ändern dürfte. Zwangsläufig. Vom Aufsteiger erwartet nun keiner mehr, dass er das Spiel macht. Sich aber komplett hinten einigeln? Nicht mit der SG. „Wir werden ganz sicher keinen Angsthasenfußball spielen“, so Hammes, der in den ersten Wochen – wenn nicht gar Monaten – auf zwei Leistungsträger verzichten muss. Torwart Nico Esser hat sich während des Studiums einen komplizierten Daumenbruch zugezogen und auch Routinier Aleks Miller wird verletzungsbedingt ausfallen.
Wir werden ganz sicher keinen Angsthasenfußball spielen.
Mit der Vorbereitung ist Hammes sehr zufrieden. Vor allem das Trainingslager in Bitburg hat nachhaltigen Eindruck hinterlassen. „Die Jungs haben da drei Tage hochkonzentriert gearbeitet. Das war schon stark“, so Hammes, der das Ziel Klassenerhalt ausgibt. Alles andere sei völlig unrealistisch, sagt der erfahrene Trainer. Ein Bonus im Kampf um den Ligaverbleib ist aus seiner Sicht, dass fast die komplette Mannschaft vor zwei Jahren schon einmal Bezirksliga gespielt hat und dort Erfahrungen gemacht hat, die ihr nun zugute kommen.
Prognose: Der Klassenerhalt wäre ein großer Erfolg für den Aufsteiger. Es muss viel zusammenkommen. Aber wenn das Team aus dem ersten Jahr Bezirksliga gelernt hat, die Heimspiele zu einem Hexenkessel werden, dann kann es klappen.
Augen auf: Dominik Vilz.
Der SV Bessenich
Beim Bezirksligisten SV Bessenich läuft die Vorbereitung auf die neue Saison seit rund vier Wochen. Trainer Can Celik zieht bislang ein positives Fazit, auch wenn die Ferienzeit die Arbeit erschwert. „Teilweise hatten wir fünf bis acht Urlauber gleichzeitig und waren dadurch selten komplett“, berichtet Celik. Das sei im Amateurfußball allerdings nichts Ungewöhnliches und betreffe andere Vereine ebenso.

Neben dem Klassenerhalt soll es in Bessenich auch mit dem Pokalsieg klappen, hier ein Foto nach der Finalniederlage gegen Zülpich.
Copyright: Tom Steinicke
Personell musste der SV zuletzt zwei Rückschläge verkraften. Leon Gesenberg und Tom Steging werden der Mannschaft aus privaten beziehungsweise verletzungsbedingten Gründen längerfristig fehlen. Deshalb hält Bessenich die Augen auf dem Transfermarkt weiterhin offen. „Wir prüfen aktuell noch, ob wir personell noch einmal nachlegen. Dabei muss es aber sportlich und vor allem charakterlich für uns passen“, sagt Celik.
Mit den Neuzugängen ist der Trainer sehr zufrieden. Sie hätten sich schnell in die Mannschaft eingefügt. Celik sieht sein Team insgesamt sogar einen Schritt weiter als zuvor: „Ich habe das Gefühl, dass wir als Mannschaft noch einmal gewachsen sind.“ Auch abseits des Platzes stimme es. Beim gemeinsamen Mannschaftsabend sei deutlich geworden, wie gut die Gruppe harmoniert. „Da ist viel Feuer und Spaß in der Truppe.“ Verstärkung gibt es zudem an Celiks Seite. Thorsten Lewin gehört als neuer Co-Trainer zum Trainerteam. „Für mich persönlich und für die gesamte Mannschaft ist er eine echte Bereicherung und eine tolle Unterstützung“, sagt Celik.
Da ist viel Feuer und Spaß in der Truppe.
Verantwortung auf dem Platz übernehmen in der neuen Spielzeit Kuss Kunzika und Saky Noutsos. Das Duo führt die Bessenicher als Kapitäne an. Beide würden, so der Trainer, sowohl auf als auch neben dem Platz vorangehen.
Nach dem Kampf um den Klassenerhalt in der vergangenen Saison soll es für den Bezirksligisten nun möglichst frühzeitig in ruhigere Tabellenregionen gehen. „Wir wollen den nächsten Schritt machen und einen intensiven und erfolgreichen Fußball spielen, der zu uns passt“, formuliert Celik den Anspruch. Vor allem möchte er vermeiden, dass seine Mannschaft erneut lange nach unten schauen muss: „Unser Ziel ist es, uns frühzeitig von den unteren Tabellenregionen fernzuhalten und eine stabile Saison zu spielen, in der wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben.“ Bis zum ersten Pflichtspiel gebe es noch einiges zu tun. Die Richtung stimmt für Celik aber: „Mit der bisherigen Entwicklung sind wir zufrieden.“
Prognose: Auf dem Papier ist locker ein einstelliger Tabellenplatz drin. Dafür muss es aber ruhig bleiben innerhalb der Mannschaft. Und daran hat man irgendwie beim SV immer leichte Zweifel. Sollten diese widerlegt werden, wird es eine sorgenfreie Saison.
Augen auf: Felix Hilgers.
Die Derbys der Bezirksligisten aus dem Kreis Euskirchen
Mit Blick auf den Spielplan braucht man ein wenig Geduld, wenn man nach dem ersten Derby sucht: Am fünften Spieltag (27. September) hat die JSG Erft die SG DaSch zu Gast. Das Rückspiel ist am 21. März.
Sechster Spieltag (4. Oktober): Zülpich – JSG Erft (Rückspiel am 4. April).
12. Spieltag (29. November): Dahlem-Schmidtheim gegen Bessenich. Das Rückspiel ist auf den 23. Mai. terminiert.
Am 13. Spieltag (6. Dezember) ist Doppel-Derby: Bessenich trifft auf die JSG, Dahlem-Schmidtheim auf die Reserve aus Zülpich. Mit Blick auf den Abstiegskampf könnten die Rückspiele am drittletzten Spieltag (30. Mai) von großer Bedeutung sein.
Das Fußballjahr endet mit dem Spiel Zülpich gegen Bessenich (13. Dezember). Das Rückspiel am vorletzten Spieltag wird am 6. Juni in Zülpich ausgetragen.