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HandballHSG Euskirchen erlaubt sich zu viele Fehler – knappe Niederlage

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Schreiber ist zum Sprungwurf hochgestiegen. Ein Abwehrspieler versucht, den Ball zu blocken.

Euskirchens A-Junior Eric Schreiber (r.) ließ mehrfach sein Können aufblitzen.

Die HSG-Männer ziehen ebenso den Kürzeren wie der TV Palmersheim und die Euskirchener Frauen, die aber Licht am Ende des Tunnels sehen.  

Verbandsliga Männer: HSG Euskirchen – SG Düren 1899 24:25 (10:12). Nach drei Heimsiegen zum Auftakt hat es für die HSG Euskirchen gegen den neuen Spitzenreiter Düren 99 nicht zum Erfolg Nummer vier gereicht. Die knappe Niederlage war durchaus vermeidbar, denn der Gegner bot alles andere als einen souveränen Auftritt.

Euskirchen konnte aufgrund von Ausfällen nur zwölf Spieler aufbieten, kam aber gut in die Partie und hatte sofort Zugriff in der Deckung. Trotz einer beruhigenden 3:0-Führung zeigte sich schon da, dass es kein handballerischer Leckerbissen werden würde. Von Beginn an war das Spiel zerfahren und auf beiden Seiten geprägt von hoher Nervosität. Es wurde ein Festival der technischen Fehler, die Kontrahenten gönnten sich immer wieder Auszeiten, in denen nichts zusammenlief.

Euskirchens Trainer Frank Rösgen sah viele Nachlässigkeiten seiner Mannschaft

„Wir haben viel zu viele Bälle weggeworfen und eine extrem hohe Fehlerquote im Aufbauspiel an den Tag gelegt“, sagte der restlos bediente HSG-Trainer Frank Rösgen. Er haderte aber nicht nur mit seiner Mannschaft, sondern auch mit den Schiedsrichtern. „Es waren viele Entscheidungen dabei, bei denen sich die beiden widersprochen haben. Das hat dem Spiel nicht gutgetan“, sagte Rösgen.

Der Trainer sitzt auf der Spielerbank, im Hintergrund mehrere seiner Akteure.

Unzufrieden mit seiner Mannschaft: HSG-Trainer Frank Rösgen (vorne).

Beim Stand von 5:4 in der 14. Minute folgte die Szene, die durchaus als Knackpunkt der Partie anzusehen ist. HSG-Spieler Merlin Klocker wurde vom ehemaligen Euskirchener Timo Günther unsanft zu Boden befördert. Der Dürener sah zuerst die Rote, kurz darauf die Blaue Karte, weil sein Vergehen als arglistig bewertet wurde. Die Euskirchener Bank ließ sich von den Reaktionen der Dürener dazu hinreißen, selbst für Unruhe zu sorgen. Leidtragender war HSG-Routinier Niklas Müller, der ebenfalls auf die Tribüne musste. „Damit wurde uns eine Wechseloption am Kreis genommen“, sagte Frank Rösgen.

Heute wäre ein Punkt glücklich gewesen und ein Sieg allemal.
Frank Rösgen, Trainer der HSG Euskirchen

In der Folge fehlte es in der Offensive an Durchschlagskraft, Düren übernahm mit der 9:6-Führung die Spielkontrolle. Die HSG lief hinterher und geriet gleich mehrfach in Unterzahl. Neun Minuten nach der Pause schaffte Euskirchens bester Werfer, Julian Gast, den 16:16-Ausgleich. Von da an verlief die Partie recht ausgeglichen. Ein Auf und Ab bot sich den rund 60 Zuschauern, die kein gutes Handballspiel zu sehen bekamen. Es war intensiv, mitunter hitzig und immerhin spannend.

Euskirchen hatte mehrfach die Chance, das Spiel in die gewünschte Richtung zu lenken, leistete sich dann aber immer wieder entscheidende Aussetzer. „Heute wäre ein Punkt glücklich gewesen und ein Sieg allemal“, sagt Frank Rösgen, der deutlich nachlegte: „Das heute hier ist ein Spiegelbild der letzten Trainingswochen, denn da hat sich so eine Leistung schon angedeutet.“

Rösgen will auch nicht gelten lassen, dass viele Spieler fehlten. „Heute haben Wille und Zufall gefehlt“, so Euskirchens Trainer, der keinem seiner Spieler eine Normalform bescheinigen wollte.

HSG Euskirchen: Gebertz, Jonas – Müller, Bünder (1), Gast (10/3), Berbuir (1), Jansen, Henzel (4), Schreiber (3), Schramm (4), Klocker (1), Maheswaran.


Euskirchener Frauen kassieren sechste Niederlage

Oberliga Frauen: HSG Euskirchen – HSG Refrath/Hand 19:29 (10:14). Auch im sechsten Saisonspiel blieben die Euskirchenerinnen ohne Punkt. Gegen das in diesem Jahr recht stark aufspielende Team aus Refrath/Hand setzte es die sechste Niederlage. Dabei war der Mannschaft von Kajeepan Maheswaran ein Traumstart gelungen. Schnell führte Euskirchen mit 5:2. Da waren zehn Minuten gespielt. Danach entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe.

Refrath/Hand hatte mit dem 9:8 in der 23. Minute erstmals die Nase vorn. Ein später 3:0-Lauf führte die Gäste zur 14:10-Pausenführung. „Bis kurz vor der Pause waren wir richtig gut dabei“, sagte HSG-Trainer Kajeepan Maheswaran, der seiner Mannschaft bis dahin eine überzeugende Leistung bescheinigte. Dann aber stellten die Gäste auf sieben Spielerinnen im Angriff um. „Das hat uns irgendwie gebrochen und uns vor extreme Probleme gestellt“, so der HSG-Trainer.

Die Euskirchener Frauen erwarten neue Spielerinnen

Seine Mannschaft und auch Maheswaran, wie er kritisch mit sich selbst sagte, fanden keine Lösung. „Wenn Du dann mit fünf oder sechs Toren zurückliegst, gehen die Köpfe automatisch runter“, sagte der Trainer, der Maxi Lohmann eine starke Leistung attestierte.

Er bleibt optimistisch und sieht auch angesichts der personellen Verbesserungen Licht am Ende des Tunnels. Neben Lohmann debütierte auch die Palmersheimer A-Juniorin Linda Seipel mittels Zweitspielrecht für die HSG. Die 16-jährige Seipel spielte erstmals mit ihrer Mutter Barbara in einer Mannschaft. Demnächst sollen auch Keina Nmodo (ebenfalls TVP A-Juniorinnen) und Fenja Bücker (aus der zweiten Mannschaft) dazustoßen und weitere Alternativen darstellen.

HSG Euskirchen: Kurm, Barbara Seipel – Esser (1), Bank (6), Bung, Lohmann (3), Lea Schmitz (5/4), Schmidt-Gogo, Schnitzler, Müsch (1), Stajenda (3), Linda Seipel.


TV Palmersheim findet in Gelpes Torwart seinen Meister

Oberliga Männer: HC Gelpe/Strombach II – TV Palmersheim 33:26 (15:10). „Außer Spesen nichts gewesen.“ Dieser Phrase bediente sich Peter Trimborn nach der Auswärtsniederlage bei Gelpe/Strombach II. Auch wenn das Ergebnis eine klare Sprache spricht, hatte Trimborn eine von seinem Trainerkollegen Marco Mayer taktisch gut eingestellte Mannschaft gesehen.

Palmersheim machte ein solides Spiel, erlaubte sich aber einige technische Fehler zu viel. Zudem haderte der TVP mit dem Abschluss. „Wir hatten einen Endgegner und der stand im gegnerischen Tor“, sagte Trimborn, der zwischen den Pfosten der Gastgeber den Matchwinner ausmachte.

Die Lösungsansätze seiner Mannschaft waren bis vor dem Tor gut, doch dann war es eine Mischung aus eigenem Unvermögen und der starken Torhüterleistung von Moritz Banaschewitz, die dessen Team zwei Punkte sicherte. Das zermürbte die Gäste zusehends, die im Anschluss die Treffer erzwingen wollten, was jedoch mehrfach in erfolgreichen Tempogegenstößen des Gegners mündete.

„Der Sieg für Gelpe geht somit in Ordnung“, resümierte Peter Trimborn, der sich nun eine gute Trainingswoche erhofft, um am Samstag gegen die Löwen Oberberg in die Erfolgsspur zurückzufinden.