Die Aufsteiger aus Zülpich und Dahlem starten mit Remis und Niederlage in die Saison.
Fußball-BezirksligaBessenich kämpft sich zum Sieg, Drama bei der JSG Erft

Ihm gelang der Ausgleich: Bessenichs Jehon Vatovci (r.), hier gegen Sindorfs Kapitän Marius Kunze.
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Bezirksliga 3: SV Rhenania Bessenich – VfL Sindorf 2:1 (0:1). Am Ende zählte nur eines für den SV Bessenich – die drei Punkte gegen Sindorf blieben zu Hause. In einem über weite Phasen eher mäßigen Spiel beider Mannschaften bewies das Team von Trainer Can Celik Moral, ließ sich auch von einem Rückstand nicht aus der Ruhe bringen und siegte am Ende aufgrund einer Leistungssteigerung in Halbzeit zwei nicht unverdient.
Die erste nennenswerte Aktion der Partie, in der sich beide Mannschaften erst einmal abtasteten, ereignete sich erst in der 19. Minute. Bessenichs Rechtsverteidiger Moritz Hoch klärte in Höhe der eigenen Eckfahne einen Angriff klar mit der Hand und sah Gelb. Eine Karte mit Folgen, denn weil er sich zwei weitere unnötige Aktionen kurz vor der Pause erlaubte, stand er kurz vor dem Platzverweis und musste in der Halbzeit ausgewechselt werden. Ebenfalls akut gefährdet war in Halbzeit zwei Linksverteidiger Ümit Tunc, der gegen Sindorfs Burak Hendem etwas übermotiviert an der Eckfahne einstieg und dabei Gegenspieler und Stange abräumte. Auch dafür gab es Gelb, nach einer weitere Aktion holte Celik den Verteidiger vom Feld.

50 Prozent des Bessenicher Trainerduos sind neu: Can Celik (l.) wird nun von Thorsten Lewin unterstützt.
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Emsig war Bessenichs Moritz Hoch (r.), aber auch Gelb-Rot-gefährdet.
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Aber diese Auswechslungen sollten sich schließlich auszahlen. Denn mit Oliver Schäfer (für Hoch) und Felix Hilgers (für Tunc) sowie mit Manuel Macherey, der in der Pause Robin Zimmer ersetzte, und später Jehon Vatovci, der in der 70. Minute für Siggi Kunst in die Partie kam, wurde Bessenich stärker. Vatovci war es auch, der den Ausgleich erzielte. Ein langer Ball fand irgendwie den Weg zu ihm, der 21-Jährige blieb eiskalt und schob den Ball ins Tor. Nur sechs Minuten später übernahm die Heimelf sogar die Führung, weil ein Heber bei Emrah Fikaj landete, der mit einem weiteren Heber Schlussmann Sandrio Singh überwand.
Dass Bessenich überhaupt einem Rückstand hinterherlief, war eigentlich unnötig. Beim Spielaufbau war ein Ball abgefangen und direkt auf Oscar von Lehmann gespielt worden, der von Kunst nicht mehr aufgehalten werden konnte (21.). Bis zur ersten Chance der Hausherren sollte es noch einmal sechs Minuten dauern, mit einem satten Schuss prüfte Ilah Muhaj den gegnerschen Torwart. Aufregung gab es in der 41. Minute, als einige Bessenicher den Ball nach einer Ecke im Tor der Sindorfer gesehen hatten – der Assistent widersprach aber.
Wir wollten kompakt stehen und Qualität zeigen, das haben wir getan.
In der zweiten Halbzeit übernahm die Rhenania immer mehr die Kontrolle über die Partie. Die beiden Tore waren die logische Folge. Und dennoch hatte man am Ende großes Glück, als ein Pressschlag so unglücklich abgefälscht wurde, dass er nur knapp über das Gehäuse von Eamonn Klein flog.
Bessenichs Trainer Can Celik war mit dem Ergebnis und auch dem Spiel zufrieden: „Wir wollten kompakt stehen und Qualität zeigen, das haben wir getan.“ Besonders die Verstärkung von der Bank habe ihm gefallen. „Wir waren in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft und hatten auch mehr Chancen – auch weil Sindorf aufgemacht hat“, so Celik. Am wichtigsten sei aber die Mentalität seines Teams gewesen.
Neuzugang Tom Stegink (kam von Vernich) wird aufgrund einer Verletzung zunächst nicht zur Verfügung stehen. Nur sehr eingeschränkt einsetzbar sind aufgrund ihres Studiums Neuzugang Felix Hilgers (kam aus Erftstadt) und Leon Gesenberg.
Aufsteiger Zülpich schnuppert am ersten Sieg
Frechen 20 II – TuS Chlodwig Zülpich II 1:1 (0:1). Lange Zeit geführt hat die Zweitvertretung des TuS Zülpich in ihrem ersten Spiel in der Bezirksliga überhaupt. Am Ende hieß es aber gerechterweise unentschieden zwischen den beiden Reserveteams der Mittelrheinligisten Frechen und Zülpich.
Die Gäste waren stark gestartet und erkämpften sich einige Chancen. Der Treffer zur 1:0-Führung durch Neuzugang Pedro Brigagao (kam von Kurdistan Düren) nach einem Doppelpass mit Marcel Blum war verdient (10.). „Oben rechts in den Knick, ein schönes Tor“, sagte TuS-Trainer Marius Schinke, der mit der ersten Halbzeit zufrieden war, da sein Team auch nicht viel zuließ und durch Standardsituationen die Chance hatte, das Ergebnis zu erhöhen.
Nach der Pause lief Zülpich aber dem Ball hinterher und wurde hektisch, die Folge war der Ausgleich durch Henrik Meyer-Stoll (77.). „Die zweite Halbzeit geht klar an Frechen“, so Schinke. Kurz vor Schluss war sein Team sogar in Überzahl, nachdem Vinicio Evora mit Rot vom Platz gestellt wurde (85.). „Daraus haben wir fußballerisch zu wenig gemacht“, sagte Schinke. Fast mit dem Schlusspfiff sah auch Zülpichs Milian Mäurer Rot (90.+4) nach einem Foulspiel. „Auswärts einen Punkt mitgenommen, alles gut“, so das Fazit des Trainers.
Spiel der JSG Erft war wieder nichts für schwache Nerven
JSG Erft 01 Euskirchen – SV Lövenich/Widdersdorf 3:4 (3:1). Nach der unglücklichen und dramatischen Niederlage im Mittelrheinpokal gegen Dynamo Erkelenz war auch der Bezirksligaauftakt in Kuchenheim kein Spiel für schwache Nerven. Erst läuft die JSG einem Rückstand hinterher (13.), dreht dann das Spiel und führt zur Halbzeit komfortabel mit 3:1, nur um am Ende mit leeren Händen dazustehen. „Sehr ärgerlich, dass wir uns nicht für eine über weite Strecken gute Leistung belohnt haben“, sagte Trainer Christopher Kockerols.
Seine Mannschaft habe vor dem Rückstand Probleme gehabt, in den Ballbesitz zu kommen. Nach dem Gegentor drehte Erft aber auf und erzielte durch Ben Bungart (22.) sowie zweimal Moustapha Thior (42., 45.) die Führung, der Pausenstand sei vollkommen verdient gewesen. Schon vor dem Abpfiff und direkt nach Wiederanpfiff haben man Riesenchancen aufs 4:1 vergeben.
Dann zeigte Lövenich, für Kockerols eine Top-fünf-Mannschaft der Liga, was man kann, besonders das 3:3 (60.) sei sehr schön herausgespielt gewesen, nachdem der Anschlusstreffer eher unglücklich gewesen sei (50.). Der Lucky Punch für die Gäste gelang in der vierten Minute der Nachspielzeit. „Der Torschütze trifft den Ball nicht richtig, der dann in einer Bogenlampe über Max hinweg geht“, beschreibt Kockerols die Situation. Der Trainer ist stolz auf seine Mannschaft, die einen der stärksten Gegner der Liga lange geärgert habe.
Dahlems Trainer ist trotz der Auftaktniederlage zufrieden
SV Weiden – SG Dahlem-Schmidtheim 2:0 (0:0). Mit einer Niederlage startete der Bezirksliga-Rückkehrer in die neue Saison – und dennoch ist Trainer Christian Hammes sehr zufrieden. „Wir haben überragend gespielt“, fand er. In der ersten Halbzeit sei sein Team gefährlicher gewesen. So hatte der Aufsteiger nach fünf Minuten Pech, als Silvio Ferjani nur den Innenpfosten traf. Auch eine Großchance von Niklas Hahn ging nicht rein. „Weiden hatte nicht eine Torchance in der ersten Hälfte“, so Hammes.
Der erste Torschuss von Weiden sei dann ins Tor gegangen (49.), die Riesenchance auf den Ausgleich im direkten Gegenzug aber nicht. Effizienter machte es dann Weiden, der SV erhöhte mit der zweiten Chance auf 2:0 (64.). „Ich bin sehr zufrieden. Wir machen ein supergutes Spiel gegen eine Mannschaft, die letztes Jahr Sechster wurde. Wir hätten einen Punkt verdient gehabt, wenn nicht sogar mehr“, so Hammes.

