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JSG Erft mit schwachem TagDahlem-Schmidtheim nimmt die Hürde Frauenberg – Lommersum gewinnt

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Das Bild zeigt den Offensivspieler des SV Schöneseiffen, wie er versucht, den Ball zu schießen.

Schöneseiffens Max Jöbges (l.) mit der guten Chance auf die Führung. Er bekommt den Ball aber nicht aufs Tor.

In der Kreisliga A sehen die Zuschauer teils turbulente Spiele mit überraschendem Ausgang. DHO sendet ein Lebenszeichen im Abstiegskampf.

TuS Zülpich II - SSV Golbach 4:2 (2:1). Ein Spiel mit zwei Ausgleichstreffern endete für den SSV Golbach dennoch ohne Punkte: Der TuS Zülpich II setzte sich trotz eines lange offenen Verlaufs mit 4:2 durch. Sebastian Zaun brachte die Gastgeber direkt nach dem Anstoß in Führung (1.), doch Golbach antwortete schnell: Jean Claude Kamano traf zum Ausgleich (8.).

Zülpich tat sich gegen die kompakte Defensive der Gäste schwer, ehe ein Foulelfmeter durch Jakob Fischer die erneute Führung brachte (28.). Golbach blieb jedoch im Spiel und glich durch Kamano erneut aus (50.). „Wir standen defensiv gut, haben extra auf eine Fünferkette umgestellt“, erklärte SSV-Trainer Michael Müller.

Die Partie blieb lange offen, ehe ein direkter Freistoß von Marius Lepartz die Gastgeber wieder nach vorne brachte (65.). In der 88. Minute traf erneut Lepartz zur Entscheidung. Zülpichs Trainer Marc Altendorf zeigte sich selbstkritisch: „Zufrieden mit der Art und Weise, wie wir heute gespielt haben, bin ich nicht. Aber am Ende sind die drei Punkte das Wichtige.“

Schönau und Weilerswist liefern sich wildes Duell

TSV Schönau - SSV Weilerswist 5:4 (3:3). Die Gäste erwischten zunächst den besseren Start: Luis Kampermann brachte Weilerswist in Führung (10.). Doch Schönau reagierte sofort: Tim Breuer glich nur Sekunden später aus (11.) und drehte die Partie wenig später (22.). Die Antwort der Gäste ließ erneut nicht lange auf sich warten: Mike Nandzik stellte wieder auf Gleichstand (25.), Alexander Eicker brachte Weilerswist erneut nach vorne (33.). Doch auch diesmal fand Schönau eine Antwort, als Breuer kurz vor der Pause seinen dritten Treffer erzielte (41.).

Nach dem Seitenwechsel schlugen die Gastgeber doppelt zu: Tenzin Tseten Naktsang traf zum 4:3 (52.), Alexander Latz legte wenig später nach (62.). Weilerswist kam durch einen Foulelfmeter von Robin Maximilian Berk noch einmal heran (66.), doch der Ausgleich gelang nicht mehr.

Gäste-Coach Frederik Ziburske sprach von einem „megaärgerlichen Spiel“, besonders, weil sein Team zwei Führungen aus der Hand gab. TSV-Coach Gerrit Ueckert betonte nach dem Spiel: „Beide Mannschaften haben absolut um den Sieg gefightet. Das hätte auch zu jeder Zeit in irgendeine Richtung gehen können.“

Schöneseiffen führt, bekommt dann aber drei Gegentreffer

Sportfreunde DHO - SV Schöneseiffen 3:1 (0:1). Die Gäste starteten besser in die Partie und gingen durch Timo Bornewasser verdient in Führung (19.). SVS-Trainer Heiko Zimmer ärgerte sich über die verpasste Chance: „In der ersten Halbzeit haben wir wirklich ein gutes Spiel gemacht. Wir hätten 3:0, 4:0 führen können, wahrscheinlich auch müssen.“ Nach der Pause kippte das Spiel dann jedoch komplett. Vladyslav Shukhovtsev sorgte zunächst für den Ausgleich (49.) und brachte DHO nur wenige Minuten später mit seinem zweiten Treffer in Führung (52.).

„In der Pause haben wir umgestellt, wollten deutlich höher attackieren und offensiver agieren“, erklärte DHO-Coach René Urbach. Die Gastgeber blieben danach stabil und setzten den Schlusspunkt durch Youssef Khabbaz (61.).

Flamersheim/Kirchheim schlägt auch die TuS Mechernich

SG Flamersheim/Kirchheim - TuS Mechernich 4:0 (2:0).Lange entwickelte sich eine eher ausgeglichene Partie mit wenigen klaren Chancen. Die Gäste standen defensiv kompakt, doch zwei Stellungsfehler vor der Pause nutzte die SG eiskalt aus: Henning Doppelfeld brachte Flamersheim in Führung (34.), wenig später erhöhte Paul Doppelfeld (41.). Mechernich hielt kämpferisch dagegen, blieb offensiv jedoch zu harmlos. „Wir waren offensiv relativ ungefährlich, aber defensiv standen wir eigentlich gut“, erklärte TuS-Co-Trainer Mirco Mertens.

Nach dem Seitenwechsel starteten die Gäste engagiert, konnten ihre Möglichkeiten jedoch nicht verwerten. Stattdessen schlug FlaKi erneut zu: Leon Trichkovski baute die Führung aus (57.), Daniel Graichen setzte wenig später den Schlusspunkt (66.). Trainer Marco Markwald lobte besonders die Defensivarbeit seines Teams.

Lommersum sammelt die nächsten Punkte für den Klassenerhalt

SSV Lommersum - SV Sötenich 5:0 (1:0). Die Gastgeber gingen früh in Führung, als Jan-Niklas Runkel nach einem Einwurf mit einer Bogenlampe traf (3.). Danach entwickelte sich eine offene Partie, in der Sötenich sogar mehr Spielanteile hatte. „In der ersten Halbzeit war Sötenich besser und ich war froh, mit dem 1:0 in die Halbzeit zu gehen“, erklärte Lommersums Trainer Sebastian Reisenauer.

Kurz nach der Pause hatte Sötenich die große Chance auf den Ausgleich, ließ diese jedoch ungenutzt. In der Schlussphase schlug der SSV dann eiskalt zu: Tim Kückelhaus erhöhte (71.), Niklas Schwarzenbacher legte nach (76.). Elias May (83.) und Joshua Schramm (90.) machten den klaren Endstand perfekt.

Das Bild zeigt Jens Knebel, der den Ball schießt. Lommersums Abwehrspieler kommt zu spät.

Sötenichs Stürmer Jens Knebel mit dem Abschluss, der nicht den Weg ins Tor findet. Lommersums Andreas Struve kommt zu spät.

Sötenichs Sportlicher Leiter Uwe Metternich ordnete das Ergebnis nüchtern ein: „Die Niederlage ist deutlich. Wir kriegen ein frühes Gegentor, dem wir dann hinterherlaufen.“

SV SW Nierfeld - TuS Vernich 6:3 (2:1). Vernich startete stark und ging durch Marten Pleger in Führung (3.). Doch Nierfeld reagierte schnell: Niclas Hampel glich aus (11.) und brachte sein Team nach einem Konter auch in Führung (34.). „Wir haben leider die ersten fünf Minuten verschlafen, aber dann wirklich eine gute Reaktion gezeigt“, erklärte Nierfeld-Kapitän Luca Bläser.

Nach der Pause sorgte Hampel mit seinem dritten Treffer für das 3:1 (51.). Jonas Küpper (66.) und Mory Kaba (71.) bauten den Vorsprung weiter aus. Ein Eigentor von Marlon Vogt brachte Vernich noch einmal näher heran (73.), ehe Küpper erneut traf (88.). Pleger setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt (90.+2). Überschattet wurde die Partie von einer schweren Verletzung des Vernicher Torwarts Elias Weise, der mit dem Krankenwagen abtransportiert werden musste.

Dahlem-Schmidtheim schlägt den SV Frauenberg letztlich verdient

SV Frauenberg – SG Dahlem-Schmidtheim 2:4 (1:1). Sechs Tore, zwei Platzverweise, zwei verschossene Elfmeter und drei verletzungsbedingte Auswechslungen: Langweilig war das Spiel zwischen dem SV Frauenberg und der SG Dahlem-Schmidtheim auf jeden Fall nicht.

Zum Hinrundenauftakt zwei Wochen zuvor war der Frauenberger Naturrasenplatz noch nicht bespielbar gewesen. Wegen der Regenfälle am Freitag und Samstagmorgen war das auch diesmal fraglich. Aber als der Niederschlag am Samstagnachmittag aufhörte, war klar: Der Platz ist zwar nicht im besten Zustand, was ihn dann manchmal auch etwas unberechenbar machte, aber das Spiel konnte stattfinden.

Schnell abhaken kann man die Personalie Marcel Timm. Sieben Jahre hatte er Dahlem-Schmidtheim trainiert, jetzt war sein erstes Aufeinandertreffen mit seinem früheren Klub. Ein besonderes Spiel? Laut Frauenberger Trainer war es natürlich so, dass er jeden Dahlemer kannte. Aber für ihn war es dann doch nur eine ganz normale Partie.

Schon nach wenigen Sekunden hatten die Gastgeber die erste Riesenchance durch Marcel Motz, dessen Schuss ein Dahlemer per Kopf abwehrte. Der nicht gerade als Kopfballungeheuer bekannte Jan Tornow beförderte zwei Minuten später eine Ecke ins Tor, und das, obwohl sich ihm Dino Halilic (17 Zentimeter größer), Timo Wassong (6 Zentimeter größer) und Torwart Yannick Schmitz (7 Zentimeter größer) entgegenwarfen. Und Deniz Moruz hatte in der 9. Minute eine Riesenchance, die Schmitz allerdings entschärfte. Statt 3:0 stand es nur 1:0. „Wir haben Glück, dass Frauenberg nicht das 2:0 macht“, sagte Dahlems Trainer Christian Hammes.

Das Bild zeigt eine Spielszene im Duell zwischen dem SV Frauenberg und der SG Dahlem-Schmidtheim.

Nur Geleitschutz gab es für Dahlems Spieler, hier Silvio Ferjani mit Jan Tornow (l.) und Marcel Motz, in den ersten 45 Minuten selten.

30 bis 35 Minuten, so sah es auch Marcel Timm, hat Frauenberg konzentriert in der Defensive gearbeitet und auch mal ebenso schnörkellos wie unpopulär Bälle nach vorne gedroschen. Doch das wurde zum Standard, Spielaufbau sah man von den Gastgebern nicht mehr. „Wir hören auf, Fußball zu spielen“, so Timm.

Das ging nicht gut. Erst traf bei einem Dahlemer Angriff Wesley Schleicher die falsche Entscheidung, nach vorne zu attackieren, wodurch sich hinter ihm eine Lücke auftat, dann rutsche Abwehrchef Pascal Schröder aus. Sebastian Etten hatte die freie Auswahl beim Schuss und traf zum Ausgleich (40.). Vier Minuten später musste nach Deniz Moruz (14.) auch Marcel Kaiser bei Frauenberg verletzt raus. Da war klar, dass es für die Gastgeber noch ein langer Nachmittag gegen den Spitzenreiter werden würde.

Das Bild zeigt den Traumstart des SV Frauenberg gegen Dahlem-Schmidtheim.

Das frühe 1:0 für Frauenberg erzielte Jan Tornow per Kopf, obwohl er von den Verteidigern Dino Halilic (r.) und Timo Wassong sowie Torwart Yannick Schmitz bedrängt wird.

Erst verlud Aleksandr Miller Frauenbergs herausstürmenden Torwart Dominik Schöpfer und machte das 2:1 (53.), nur zwei Minuten später erhöhte Leon Ingenhaag nach einem langen Ball. Mit einem Distanzschuss verkürzte Xavier Pickartz unmittelbar danach (56.). In der 60. fand Dominik Vilz die Lücke zwischen Schöpfer und Pfosten und stellte auf 4:2 für Dahlem. Ab der 66. war Frauenberg dann nur noch zu zehnt, weil Can Arigan nach einem derben Einsteigen gegen Sebastian Etten, der verletzt ausgewechselt werden musste, die Rote Karte erhielt. „Das war ein klares Foul, aber vielleicht hätte es Dunkelgelb auch getan“, fand Timm.

Tore fielen keine mehr, was auch daran lag, dass Schleicher in der 86. Minute gleich zwei Elfmeter verschoss. Pickartz war im Strafraum ein wenig zu heftig in die Dahlemer Zange, bestehend aus Fabian Thur und Miller, genommen worden. Schleicher scheiterte zunächst an Schmitz, Schiedsrichter Christian Kühlborn ließ den Strafstoß aber wiederholen. Diesmal traf Schleicher die Latte. In der Nachspielzeit sah Dahlems Fabian Sonny Klimpel noch Gelb-Rot, nur 25 Minuten nach seiner Einwechslung. Beide Gelbe Karten erhielt er, weil er den Ball weggeschlagen hatte. „Das war eine doofe Gelb-Rote Karte“, sagte Hammes. Der Sieg, so fand er, sei allerdings hochverdient.


Das Pech der Welt vereint bei der SC Erftstadt-Lechenich

SV Weiden – SC Germania Erftstadt-Lechenich 5:1 (1:1). „Ich habe mich total auf das Spiel gefreut, weil ich davon ausgegangen bin, dass wir mit einem ordentlich besetzten Aufgebot antreten können. Doch dann haben sich nacheinander Emil Bey, Luke Reimer und Mert Bozkurt wegen Verletzung oder Krankheit abgemeldet“, sagte SC-Trainer Karsten Kochems: „Die Rückschläge, die wir alleine in den letzten Tagen immer wieder aufs Neue erlitten haben, erleben andere Vereine in einer ganzen Saison nicht.“

Und es wurde nicht besser: Torwart Dominik Zimmer musste nach einem Zusammenstoß mit einem Gegenspieler, der den Keeper voll im Gesicht erwischte, mit einer Platzwunde samt Gehirnerschütterung raus. Auch sein Ersatzmann Sven Messerich, der sich beim ersten Gegentreffer nach einem Eckball am Oberschenkel verletzte, konnte danach nicht mehr lange weitermachen. Für ihn kam der eigentlich aufgrund einer Leistenverletzung nicht voll einsatzfähige Nils Grüttner.

Rabenschwarzer Tag für die JSG Erft 01 Euskirchen

Auch Kochems Sohn Kevin ging angeschlagen ins Duell und bereitete durch eine Standardsituation sogar den Führungstreffer von Timofej Slinkov vor (30.), der aber lediglich bis kurz vor der Pause das einzige Tor blieb. Nach den Toren der Platzherren zum 3:1 gaben sich die Gäste auf. „Es ist einfach schwer zu ertragen, wenn man sieht, wie sich die Jungs aufopfern, aber regelmäßig mit leeren Händen dastehen. Mit einem vernünftigen Kader sähe die Sache sicherlich anders aus“, sagt Kochems.

Frechen 20 II – JSG Erft 01 5:0 (3:0). Mit einem Auswärtsdreier hätten die Euskirchener einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen können. So aber sah Trainer Chris Kockerols die schlechteste Saisonleistung seiner Schützlinge. „Leider habe ich heute generell nichts Gutes gesehen. Es steht für mich jedoch außer Frage, dass zu einer positiven Entwicklung wie in unserem Fall auch immer wieder mal ein Rückschlag gehört“, verbreitete der Übungsleiter Optimismus.

Das Bild zeigt Chris Kockerols an der Seitenlinie während eines Spiels.

Viel Grund zur Unzufriedenheit: Chris Kockerols, Trainer der JSG Erft Euskirchen.

In Frechen lief es für seine Elf von Beginn an wenig verheißungsvoll: Beim Versuch, seinen hinter ihm lauernden Kontrahenten nicht zum Schuss kommen zu lassen und die Situation zu bereinigen, jagte Sandro Odekerken den Ball unter die Latte des eigenen Kastens, vollkommen unhaltbar für seinen Torhüter Max Vornweg. Eine der seltenen guten Offensivaktionen vergab Luc-Seal Roggendorf, als er aus sieben Metern über das Gehäuse zielte.

„Wenn es einen Zeitpunkt gegeben hätte, um ins Spiel reinzufinden, dann wäre es dieser gewesen“, haderte der JSG-Trainer. Unmittelbar nach Wiederanpfiff fiel das 0:2 aus Sicht der JSG. „Da kannst du in der Halbzeit erzählen, was du willst. Wenn du so in den zweiten Durchgang startest, besiegelst du dein Schicksal selbst“, sagte Kockerols. Keine zehn Sekunden waren gespielt, da zappelte der Ball nach einem Fehler im Spielaufbau in den Maschen. „Unsere Entscheidungsfindung war häufig zu kompliziert und unclever. Deshalb geht unsere Niederlage absolut in Ordnung“, so Kockerols.