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IslandpferdesportMit vielen Erfolgen endet für Emma Brust aus Rheder ein Kapitel

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Emma Brust reitet auf einem Pferd.

Blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück: die Reiterin Emma Brust aus Rheder.

Die Nachwuchsreiterin Emma Brust aus Euskirchen-Rheder konnte ihre Leistung aus der Vorsaison noch toppen. Doch es stehen Veränderungen an.

Noch vor einem halben Jahr berichtete die 17-jährige Islandpferdesportlerin Emma Brust von einer Saison, die kaum erfolgreicher hätte verlaufen können. Jetzt setzte sie noch einen drauf und übertraf ihre Erwartungen für das aktuelle Jahr: „Ich habe mehr erreicht, als ich mir hätte vorstellen können.“ Mit dem Sieg im Fünfgang bei der Deutschen Jugendmeisterschaft (DJIM), dem dritten Vereinsmeistertitel ihres Vereins RSVK Kottenforst in Folge, drei NRW-Meistertiteln und der Wiederaufnahme in den Jugendkader Rheinland knüpfte sie nicht nur an die Erfolge des Vorjahres an, sondern toppte sie sogar. „Ich bin sehr zufrieden mit der Saison“, fasst die ehrgeizige Nachwuchssportlerin zusammen.

Doch von vorne: Mit Þrá von Borbeck (der isländische Name wird Thrau ausgesprochen, aber mit dem englischen Th, das eher dem S ähnelt), der Stute ihres Kadertrainers, feierte Brust im Juni bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in St. Peter-Ording einen ihrer größten Erfolge: Sie gewann die klassische Fünfgangprüfung, in der Islandpferde die Gangarten in der festgelegten Reihenfolge Tölt, Trab, Schritt, Galopp und Pass präsentieren. „Das war ganz besonders und kam sehr unerwartet“, berichtet die Pferdesportlerin.

Während Þrá ihre Stärken in den Passdisziplinen unter Beweis stellte, entwickelte sich ihr Wallach Erlendur vom Forstwald immer mehr zum Tölt-Spezialisten. Bei einem Turnier des renommierten Islandpferdegestüts Federath im oberbergischen Lindlar sorgte der ausdrucksstarke Erlendur zu Beginn der Saison für einen der emotionalsten Momente des Jahres für Emma Brust: Das Duo stellte unerwartet eine persönliche Bestleistung auf. Ein Gänsehautmoment. „Danach habe ich vor Freude geweint“, erinnert sie sich.

Höhepunkt waren die NRW-Meisterschaften in Berlar

Mit dieser überraschenden Leistung qualifizierte Brust sich für einen Start in den Tölt-Einzelprüfungen bei der DJIM. In den höchsten, anspruchsvollen Töltklassen T1 und T2, bei denen Gangqualität, Ausdruck und Harmonie zwischen Pferd und Reiter bewertet werden, erzielte sie erneut persönliche Bestnoten. „Die Atmosphäre in St. Peter-Ording war ganz besonders. Es war rundum einfach ein einzigartiges Erlebnis“, schwärmt Emma Brust.

Den krönenden Abschluss einer außergewöhnlichen Saison setzte die 17‑Jährige Anfang September bei den NRW-Meisterschaften im sauerländischen Berlar. Mit der Stute Þrá gewann sie die Passprüfung, den Speedpass sowie die Fünfgang-Kombination, in die die Ergebnisse aus Tölt-, Fünfgang- und Passprüfung einfließen.

Mit ihrem Wallach Erlendur stellte sie in den Töltprüfungen erneut ihre Klasse unter Beweis und verbesserte sogar nochmals ihre Bestnote. Zwischendurch – fast im Vorbeigehen – verteidigte Brust den Vereinsmeistertitel mit ihrem Heimatverein RSVK Kottenforst. „Das ist ein Gesamttitel, über den ich mich immer besonders freue“, so die talentierte Reiterin glücklich.

Erlendur vom Forstwald ist Emma Brusts Verlasspferd

Nach den NRW-Meisterschaften hieß es Abschied nehmen: Das Turnier war der letzte gemeinsame Auftritt des Duos Emma und Þrá. Die sensible Fünfgangstute ihres Kadertrainers begleitete die junge Reiterin in den vergangenen beiden Jahren und spielte eine entscheidende Rolle auf ihrem sportlichen Weg. „Ich habe Þrá immer besser verstehen gelernt“, sagt die 17-Jährige. Gemeinsam feierten sie in dieser Saison ihre größten Erfolge.

Eine ganz andere Geschichte verbindet die Rhederin mit ihrem Wallach Erlendur vom Forstwald. Den Töltspezialisten kennt sie seit vielen Jahren, ist mit ihm im Training durch Höhen und Tiefen gegangen. „Erlendur ist mein absolutes Verlasspferd“, sagt Brust. Während andere Pferde auf Turnieren nervös werden, komme Erlendur in die Bahn und gebe immer sein Bestes. „Er liebt es, sich zu präsentieren“, schwärmt die junge Reiterin.

Einige der gezeigten Leistungen hätten dem Wallach im Vorfeld nur wenige Leute zugetraut. Umso größer war die Freude über die gemeinsame Entwicklung in dieser Saison. Dass schließlich sogar persönliche Bestnoten zu Buche standen, macht die Erfolge für die junge Reiterin Emma Brust umso emotionaler und wertvoller.

Stígur frá Fornusöndum ist neu im Team von Emma Brust

Doch Erfolge sind für die 17-Jährige weit mehr als Podestplätze, Titel und Schleifen. Sie sind Ausdruck der gemeinsamen Entwicklung, die sie mit ihren Pferden genommen hat und des Zusammenwachsens zu einer Einheit. Die Grundlage dafür bilden tägliches Training, Geduld und eine über Jahre gewachsene Vertrauensbasis, die, so die Nachwuchsreiterin, nicht allein im Sattel entstehe, sondern insbesondere in der Zeit, die sie mit ihren Pferden zum Beispiel beim Putzen und Longieren verbringe.

Während mit Þrá nun ein erfolgreiches Kapitel endet, hat bereits das nächste begonnen. Seit wenigen Wochen gehört der aus Island stammende Rappe Stígur frá Fornusöndum zu ihrem Team. „Er hat mich beim Probereiten direkt überzeugt“, sagt Emma über den aus Island importierten kraftvollen, energiegeladenen Fünfgänger.

Ab Dezember darf Emma Brust alleine mit dem Hänger fahren

Noch stehen Kennenlernen, Vertrauensbildung und Grundlagenarbeit im Vordergrund. Doch die Ziele sind klar: Im Winter, wenn keine Wettkämpfe anstehen, wollen Reiterin und Pferd zu einer Einheit zusammenwachsen, um im kommenden Jahr in den Turniersport einzusteigen. Mit Stígur möchte Emma wieder im Fünfgang angreifen. „Mir macht die Fünfgangprüfung einfach am meisten Spaß“, sagt die Nachwuchsreiterin.

Auch abseits des Islandpferdesports hat sich für Emma Brust in den vergangenen Monaten einiges verändert. In anderthalb Jahren stehen für die Schülerin der Euskirchener Marienschule die Abiturprüfungen an. Dass der Pferdesport ein äußerst zeitintensives Hobby ist, ist der 17-Jährigen bewusst. Gleichzeitig weiß sie auch um die Bedeutung. „Meine Isländer sind ein fester Bestandteil in meinem Leben. Das macht mich schon irgendwie aus und ist etwas ganz Besonderes für mich“, sagt sie.

Einen wichtigen Schritt in Richtung Selbstständigkeit meisterte sie in diesem Jahr auch noch: Sie absolvierte den Auto- und Hängerführerschein. Noch ist sie mit Mama Nina, selbst pferdesportbegeistert, als Begleitperson unterwegs, doch ab Dezember darf sie auch alleine ein Auto mit Pferdeanhänger fahren.

Trotz aller sportlichen Erfolge und der neu gewonnenen Selbstständigkeit verliert Emma Brust nie aus dem Blick, wem sie all das zu verdanken hat: Ihren Pferden, die jeden Tag an ihrer Seite sind, und ihren Eltern und ihren Trainern, die ihr diesen Traum ermöglichen: „Alleine würde ich das nicht hinbekommen“, betont sie.