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GoldhochzeitEhepaar Herzet aus Hellenthal gewann Reisen per Los und war Prinzenpaar

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Betty und Hans Herzet stehen nah nebeneinander in einer Wohnung. Sie tragen beide Brille und lächeln in die Kamera. Im Hintergrund befinden sich Pflanzen.

Blicken auf 50 Jahre Eheleben zurück: Betty und Hans Herzet aus Hellenthal.

Betty und Hans Herzet gaben sich vor 50 Jahren in Hellenthal das Jawort. Anfänglich konnte sie ihn nicht leiden, doch dann kam alles anders.

Auf ein erfülltes gemeinsames Leben können Betty und Hans Herzet zurückblicken, wenn sie aus Anlass ihrer goldenen Hochzeit einen Blick in die Vergangenheit werfen. Gern sitzen sie im Wintergarten ihres Hauses in Hellenthal, wo sie ihre Erinnerungen teilen. Die reichen auch weiter zurück, als sie eigentlich verheiratet sind, denn kennengelernt haben sie sich bereits auf der Realschule in Schleiden.

„Ich fand ihn damals schrecklich“, gesteht Betty Herzet schmunzelnd. Auch wenn sie in Schmidtheim geboren ist, so hat sie nur Erinnerungen an Hellenthal. „Mein Vater war Bahnhofsvorsteher dort“, sagt sie. Hans Herzet kommt dagegen gebürtig aus Aachen. 1962 zog die Familie nach Zehnstelle, wo er als Ältester mit sechs Geschwistern aufwuchs.

Hans Herzet heiratete seine Betty am 8. August 1975 in Hellenthal

Nach der Schulzeit trennten sich die Wege des späteren Liebespaares. Während er bei Mannesmann zum Maschinenschlosser ausgebildet wurde, ging sie nach Stolberg, um den Beruf der Kinderkrankenschwester zu erlernen. Als seine späteren Schwiegereltern, die am Bahnhof wohnten, Holz benötigten, kam Hans Herzet ins Spiel, der sie damit belieferte, ohne allerdings zu wissen, dass Betty ihre Tochter war. Doch eines Tages sahen die beiden sich wieder, der Kontakt wurde inniger, und schließlich fuhr er täglich nach Stolberg, um seine Angebetete zu besuchen.

Das war allerdings nicht so einfach, denn die Schwesternschülerinnen waren bei Nonnen untergebracht. „Es gibt Mittel und Wege, wir waren auch schon clever“, erinnert sich Betty Herzet verschmitzt. Doch als sie den Plan entwickelte, nach Elberfeld zu gehen, um Hebamme zu lernen, machte Hans Herzet Nägel mit Köpfen und seiner Betty einen Heiratsantrag.

Am 8. August 1975 heirateten sie in Hellenthal. Eine aufwendige Angelegenheit, denn da Hans Herzet die holländische Staatsbürgerschaft hatte, musste eine Ehefähigkeitsbescheinigung aus Amsterdam beschafft werden. Zwei Kinder bekam das Paar, die mit ihren insgesamt vier Enkeln noch alle in der Eifel leben.

Eheleute hatten ein arbeitsames Leben

Eine Vielzahl von Arbeitsstellen hatte Hans Herzet. Nach Mannesmann arbeitete er bei den May-Werken in Blankenheim, bevor er zu Stocko ging. Anschließend heuerte er beim Putzträgerhersteller Eifelith in Olef an, bevor er zum Maschinenhersteller Holtec in Blumenthal wechselte, wo er bis zur Rente blieb. Betty Herzet dagegen arbeitete zuerst im Mechernicher Krankenhaus, dann im Schleidener Hospital und ging dann zur Caritas, wo sie 37 Jahre lang im Mobilen Hilfsdienst tätig war. „Ich bin rund 60.000 Kilometer pro Jahr gefahren“, berichtet sie.

Nicht nur als passionierter Jäger war Hans Herzet unterwegs, auch aus der Blasmusikszene in der Region war er nicht wegzudenken. Mehr als 40 Jahre spielte er die Tuba in mehreren Ensembles, angefangen vom Musikverein Wolfert über die Ettelscheider Bergmusikanten bis hin zu den Musikvereinen in Hellenthal, Reifferscheid, Blumenthal, Morsbach und Hollerath.

1992/93 waren die Eheleute Herzet als Prinzenpaar unterwegs

Beide waren auch gern im Hellenthaler Karneval unterwegs, wo sie in der Session 1992/93 Prinzenpaar waren. 20 Jahre lang trainierte Betty Herzet die Kindertanzgruppen in Hellenthal und später in Sieberath. Sie denkt immer noch gern an den Auftritt in den Sartory-Sälen zurück, für die ihre Gruppe wegen ihrer guten Leistungen engagiert worden war. Beide sangen auch im Hellenthaler Kirchenchor.

Das Losglück führte dazu, dass die beiden in die weite Welt reisten. So gewannen sie 1999 bei der Prümer Grenzlandschau den Hauptpreis einer Verlosung des belgischen Rundfunks BRF: ein Wochenende für zwei Personen in der australischen Metropole Sydney, das sie auf eine Woche ausdehnten. Als sie anschließend von dem Sender nach Eupen eingeladen wurden, nahmen sie an einer zweiten Verlosung teil – und gewannen gleich noch einmal. Diesmal ging es für vier Tage in den Schwarzwald. Doch auch auf eigene Faust waren die beiden unterwegs. Ungarn, Italien, Dänemark oder die Nordsee waren die Reiseziele. „Wir sind schon herumgekommen“, sagt Betty Herzet, und ihr Ehemann fügt hinzu: „Aber am schönsten war es im Bayrischen Wald!“