Die Kaller CDU will von den Bürgern in einer Umfrage wissen, wie gut die medizinische Versorgung ist und was für die Zukunft benötigt wird.
Antrag angekündigtCDU Kall startet Umfrage zu ärztlicher Versorgung

Die ärztliche Versorgung in ländlichen Räumen wird zum Problem. Für einige Praxen werden Nachfolger gesucht.
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Die Zukunft der medizinischen Versorgung im Südkreis wird ein immer wichtigeres Thema. Die Stadt Schleiden prüft die Einrichtung eines Medizinisches Versorgungszentrums, und in Kall startet die CDU jetzt eine Bürgerbefragung.
Im ländlichen Raum wird es zunehmend schwieriger, Nachfolger für Ärzte zu finden, die in den Ruhestand gehen und ihre Praxis abgeben wollen. Patienten müssen deshalb immer öfters länger auf einen Termin warten und weitere Anfahrtswege in Kauf nehmen.
Die Kaller CDU will nun von den Bürgern wissen, wie gut die medizinische Versorgung in der Gemeinde ist und was für die Zukunft benötigt wird. Deshalb wird vom 1. September bis 1. Oktober eine Befragung durchgeführt, in deren Mittelpunkt die Erfahrungen der Kaller stehen sollen. Dabei geht es um die haus- und fachärztliche Versorgung, die Wartezeiten auf Facharzttermine und die Versorgung von Kindern sowie älteren und chronisch kranken Menschen. Auch der ärztliche Bereitschaftsdienst und die Krankenhaus- und Rettungsdienstversorgung sowie Verbesserungsvorschläge sind Teile der Befragung.
Fragebögen und Boxen gibt es an verschiedenen Standorten
Die anonyme Umfrage ist laut CDU ein zentraler Bestandteil der Initiative „Gesundheitsversorgung in der Gemeinde Kall“. Parallel zu der Umfrage will die CDU fachliche Einschätzungen von Ärzten und Krankenkassen sowie dem Gesundheitsamt und der Kassenärztlichen Vereinigung einholen.
Die Erfahrungen der Bürger und die Einschätzung der Experten sollen anschließend zusammengeführt werden. „Aus den Ergebnissen werden wir einen konkreten Maßnahmenkatalog entwickeln und in den Gemeinderat einbringen, um wirklich etwas zu bewegen“, erklären die CDU-Vorsitzende Ulrike Schelhove und Fraktionschef Bert Spilles. „Wir hoffen auf eine breite Beteiligung, denn je mehr Menschen mitmachen, desto klarer können wir aufzeigen, wo Verbesserungen notwendig sind“, so Schelhove.
Alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Kall können sich online oder per Fragebogen beteiligen. An vielen zentralen Standorten im Gemeindegebiet stehen dafür Boxen und Fragebögen bereit, so in der Apotheke am Bahnhof, in der Gemeinschaftspraxis für Familie und Gesundheit und der Eifelpraxis Dr. Schmitz, beim Obi-Baumarkt und im Aktivpark, in der Physiotherapie-Praxis Philipp Hück sowie im Sistiger Lädchen.
Auch in Schleiden ist die ambulante Gesundheitsversorgung ein Thema. Im Stadtgebiet werden in den nächsten Jahren für viele Praxen Nachfolger gesucht. Deshalb hatte der Stadtrat Ende Juli beschlossen, dass die Verwaltung die Einrichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) prüfen soll. Der Bedarf soll ermittelt, mögliche Rechtsformen, Trägermodelle sowie Fördermöglichkeiten geprüft und die Kosten geschätzt werden. Dabei soll auch eine interkommunale Trägerschaft der Gemeinden Hellenthal und Kall sowie der Stadt Schleiden betrachtet werden. Geprüft werden sollen auch die Vor- und Nachteile von verschiedenen Standorten.
