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VortragsreiheAbenteurer berichten in Steinfeld über atemberaubende Reiseerlebnisse

5 min
Das Bild zeigt grün schimmernde Polarlichter am Himmel und einen Radfahrer mit Stirnlampe im Vordergrund.

„Auf Eispisten durch Sibirien“ heißt der Vortrag, den Richard Löwenherz in Steinfeld halten wird.

Michael Giefer organisiert zum dritten Mal eine Vortragsreihe, in der namhafte Fotografen und Autoren von ihren Abenteuerreisen berichten.

Einen intensiven Blick auf die aufregendsten und schönsten Winkel der Welt können die Besucher der Vortragsreihe werfen, die ab 17. Januar in der Aula des Hermann-Josef-Kollegs stattfindet. „Die Welt zu Gast in Steinfeld“ heißt es dann wieder, wenn Richard Löwenherz ab 18.30 Uhr über seine Fahrradtour auf Eispisten in Sibirien berichtet.

Es sind die Touren weitab der Instagram-Highlights, die im Sekundentakt von überschminkten Influencern abgelichtet werden. Die Orte, zu denen die Vortragenden reisen, die für die Steinfelder Reihe eingeladen wurden, sind mühsam zu erreichen. Schon der Weg dorthin ist oft ein Abenteuer. Bereits zum dritten Mal findet die kleine Reihe in Steinfeld statt, die von Michael Giefer organisiert wird.

Organisator Michael Giefer ist selbst schon durch China geradelt

Eigentlich ist Giefer Sonderschullehrer in Urft, doch sein Herz gehört den Abenteuerreisen, von denen er auch aus eigener Erfahrung berichten kann. „Ich war mit dem Fahrrad 1999 in China unterwegs und habe darüber Vorträge gehalten“, berichtet er. So habe er die Menschen in der Vortragsszene kennengelernt und später auch die ersten Veranstaltungen organisiert. Noch vor der Coronapandemie war es Thomas Huber, der aus Patagonien berichtet habe. „Das war sehr erfolgreich“, erinnert sich Giefer. Ein zweiter Vortrag folgte mit dem Fotografen Bruno Baumann. Doch dann bereitete Corona der Reihe ein jähes Ende.

Selfie von Michael Giefer - im Straßengraben hinter ihm ist sein Fahrrad zu sehen.

Organisator Michael Giefer unternimmt auch selbst spannende Reisen, wie hier mit dem Fahrrad durch die USA.

Gemeinsam mit Ralf Kremp, stellvertretender Schulleiter des Hermann-Josef-Kollegs, sei dann die Idee entstanden, eine kleine Vortragsreihe zu organisieren. Für Giefer, der immer noch enge Kontakte in die Szene pflegt, eine Win-win-Situation: „Ich weiß, wie schwer es für die Referenten ist, an Vortragsveranstaltungen zu kommen“, sagt er. Für die Profis, wie sie regelmäßig nach Steinfeld eingeladen werden, sei das aber existenziell wichtig. Er selbst finde es spannend, da er so immer wieder mit sehr interessanten Menschen zusammenkomme.

Michael Giefer: „Referenten sollen ein positives Bild der Erde vermitteln“

Simple Reiseberichte seien nicht das, was die Reihe in Steinfeld ausmache. „Wir achten auf den Abenteueraspekt, darauf, dass die Menschen selbst etwas machen“, erläutert er das Konzept. Er habe mittlerweile ein gutes Netzwerk an Referenten. „Das sind alles Leute, die schon Preise gewonnen haben“, sagte er. Manche habe er dafür gewinnen können, vor dem Vortrag in Steinfeld auch noch im Hermann-Josef-Haus in Urft vorbeizukommen und dort über ihre Reisen zu berichten. „Thomas Huber, Bruno Baumann oder der Olympiasieger Dieter Baumann waren zum Beispiel schon da“, berichtet er.

Vor allem aber sehe er es gerade in der heutigen Zeit als wichtig an, ein positives Bild unserer Erde mit ihrer überwiegend wunderbaren und gastfreundlichen Bevölkerung zu zeigen. „Ich glaube, viele vergessen dies, wenn sie die Nachrichten schauen“, so Giefer. Alle Referenten würden immer wieder ein ermutigendes Bild der Welt zeigen und den Zuschauern so auch ein Stück Hoffnung mit auf den Weg geben.


Die Vortragsreihe 2026 im Steinfelder Hermann-Josef-Kolleg:

Richard Löwenherz: Mit dem Fahrrad durch Sibirien

Den Auftakt bestreitet am Samstag, 17. Januar, um 18.30 Uhr der Schriftsteller und Fotograf Richard Löwenherz mit dem Bericht über seine Reise durch Sibirien. Immer wieder zieht es den Berliner in die eisige Welt des Ostens von Russland, wo er sich der Herausforderung stellt, bei -40 Grad Celsius auf dem Fahrrad unterwegs zu sein.

Lastwagen fahren auf dem zugefrorenen Laptewsee.

„Auf Eispisten durch Sibirien“ heißt der Vortrag, den Richard Löwenherz in Steinfeld halten wird.

Ein Wagnis, über das er auch in dem Vortrag berichtet. Mit seinen Reiseberichten ist Löwenherz, der tatsächlich so heißt, bereits mehrfach auf dem „El Mundo“-Festival ausgezeichnet worden. Dabei handelt es sich um das älteste Abenteuer- und Vortragsfestival im deutschsprachigen Raum, das seit 1999 in Judenburg in der österreichischen Steiermark stattfindet.

Tobias Schorcht: 3000 Kilometer durch Patagonien

Am Samstag, 28. Februar, 18.30 Uhr, führt die Multimediareise dann nach Südamerika. Der Reiseführer wird dann Tobias Schorcht sein. 2019 kündigte er seinen sicheren Lehrerjob und stellte sich einer waghalsigen Herausforderung: Er durchquerte Patagonien zu Fuß.

Ein Mann watet durch das Wasser eines Bergsees zu seinem gelben Kajak.

Auf seiner Reise durch Patagonien kenterte Tobias Schorcht auch mit einem Boot.

Tobias Schorcht mit Rucksack im Gebirge.

Über seine Reise durch Patagonien berichtet Tobias Schorcht im Rahmen der Vortragsreihe in Steinfeld.

Ein Mann paddelt in einem kleinen Schlauchboot vor einem imposanten Gletscher in Patagonien.

Ziel der Reise von Tobias Schorcht waren auch die Gletscher des patagonischen Inlandeises.

Ein zeitaufwendiges Unterfangen: Acht Monate lang wanderte und paddelte er durch die Wildnis von Argentinien und Chile. Er erlebte dabei zahlreiche Abenteuer. So kenterte er mit seinem Boot oder überquerte die Gletscher des patagonischen Inlandeises. Mit der Reportage konnte Schorcht, der aus Jena kommt, auf dem „El Mundo“-Festival den Preis für die beste Abenteuerreportage gewinnen.

Tobias Renggli: Mit dem Rucksack durch Europa

Über seine Tour, die er 2022 im Alter von 18 Jahren unternahm, berichtet am Montag, 23. März, 18.30 Uhr, der Schweizer Tobias Renggli. Innerhalb von sieben Monaten bereiste er damals 44 Länder in Europa. Er besuchte die jeweilige Hauptstadt und bestieg den jeweils höchsten Berg – alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Dabei hat er – ohne Zelt – fast immer draußen geschlafen. Lediglich Isomatte und Schlafsack, Steigeisen und Eispickel waren immer dabei. So habe er, sagt er in seiner Vorstellung, in 204 Tagen etwas mehr als 36.000 Kilometer zurückgelegt – mit mehr als 2000 Höhenmetern pro Tag im Durchschnitt.

Priska Seisenbacher: Unterwegs im Pamir-Gebirge

Mit einem Blick in eine unbekannte Welt fernab der Touristenrouten schließt am Donnerstag, 16. April, 18.30 Uhr, die Vortragsreihe „Die Welt zu Gast in Steinfeld“ für 2026. In den Grenzregionen von Kirgistan, Tadschikistan, Pakistan, China und Afghanistan erlebte die mehrfach preisgekrönte Autorin und Fotografin Priska Seisenbacher den Alltag der Menschen.

Reiter auf ihren Pferden im Pamir-Gebirge.

Priska Seisenbacher bereiste die Grenzregionen von Kirgisistan, Tadschikistan, Pakistan, China und Afghanistan.

Priska Seisenbacher auf dem Rücken eines Pferdes im Gebirge.

Priska Seisenbacher macht auch immer wieder die Schönheit der Landschaften zum Thema ihrer Reportagen.

„Geo“ und „National Geographic“ brachten bereits Reportagen der Österreicherin, die besonders Wert auf die Darstellung der Lebensrealitäten von Frauen und die kulturell-religiösen, historischen und politischen Zusammenhänge legt. Aber auch die Schönheit der beeindruckenden Landschaft ist immer wieder Thema der Reportagen von Seisenbacher. (sev)


Eintrittskarten für alle Veranstaltungen gibt es im Vorverkauf für 15 Euro in der Bücherecke Renate Elsen in Blankenheim, der Buchhandlung Pavlik in Kall, Peters Sport-Team in Gemünd und im Klostercafé Steinfeld.