Vom Traum, Influencer zu werden, und der harten Realität: Daniela Herder vom Jobcenter über die Jobsuche der U25-Generation.
Gamer, Influencer, arbeitslosKölns Jugend zwischen Traum und Wirklichkeit

Das Jobcenter Köln kümmert sich mit besonderer Kraft um junge Arbeitslose unter 25 Jahren.
Copyright: Alexander Schwaiger
Meine Berufswünsche waren simpel: Astronaut, vielleicht noch Lokführer. Überschaubar. Heute scheinen sich die Träume verschoben zu haben. Fragt man die Jugend, wollen viele „was mit Gaming machen oder „Influencer werden. Verstehe ich, klingt entspannter als Feuer löschen. Aber was passiert, wenn die große Influencer-Karriere ausbleibt? Das Jobcenter Köln kennt die Antwort, und die ist nicht immer nur heiter.
Der Traum von Klicks und die Realität der Werkbank
Daniela Herder, die stellvertretende Leiterin der U25-Betreuung beim Jobcenter, hat täglich damit zu tun. Ihr ernüchterndes Zitat: „Eine große Zahl will was mit Gaming machen. Oder Influencer werden. Dagegen ist prinzipiell nichts zu sagen, aber Herder und ihre Kollegen müssen dann oft versuchen, „das Interesse an Handwerk oder Pflege rauszukitzeln. Sie wissen schon, die Berufe, in denen tatsächlich händeringend Leute gebraucht werden.
Für manche junge Leute, so Herder, ist es schon eine „Zumutung, fünfmal die Woche pünktlich zur Arbeit zu erscheinen und acht Stunden anzupacken. Man reibt sich verwundert die Augen. Doch es ist nicht nur pure Bequemlichkeit. Die Pandemie hat tiefe Spuren hinterlassen: Online-Kaufsucht, Schulabbrüche und eine Einsamkeit, die viele junge Menschen sprachlos und handlungsunfähig macht. ➡️ Wie das Jobcenter jungen Menschen hilft, lesen Sie hier.
Und jetzt wird auch noch das Tanken zum Luxus
Als wäre das alles nicht schon kompliziert genug, kommt jetzt noch der nächste Schlag ins Kontor – oder besser gesagt, in den Tank. Die Eskalation im Nahen Osten lässt die Spritpreise explodieren. An manchen Kölner Tankstellen kratzte der Liter Super bereits an der 2-Euro-Marke, der höchste Stand seit fast zwei Jahren. Da überlegt man sich zweimal, ob man für den ungeliebten Job überhaupt noch das Auto nimmt.
Der Grund ist, wie so oft, der Ölpreis, getrieben von der Unsicherheit am Persischen Golf, weil der Iran den Schiffsverkehr blockiert. Der ADAC rät, abends zu tanken. Ein schwacher Trost. ➡️ Alle Informationen zu den aktuellen Spritpreisen finden Sie hier.
Ablenkung gefällig?
Aber genug des Trübsals! Wer sich den Sprit noch leisten kann oder ein KVB-Ticket besitzt, für den hat Köln diese Woche durchaus etwas zu bieten. Die lit.Cologne startet am Samstag, und zur Eröffnung sprechen immerhin Ex-Vizekanzler Robert Habeck und der Schriftsteller Julian Barnes über „Wahrheit und Dichtung – ein Thema, das aktueller kaum sein könnte.
Wer es etwas skurriler mag: Das Stadtmuseum bekommt eine Skibergsteiger-Ausrüstung übergeben, die auf dem Monte Troodelöh getestet wurde. Ja, Sie haben richtig gelesen. Und am Dienstag wird an den Einsturz des Historischen Archivs vor 17 Jahren erinnert. ➡️ Was in dieser Woche sonst noch in Köln wichtig wird, erfahren Sie hier.
Kommen Sie gut durch die Woche!
Ihr Peter Berger
