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Weltmeisterin und FC-ProfiBeim Sommerempfang des Kreises Euskirchen gab es viele Anekdoten

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Das Bild zeigt die oben Genannten während der Talkrunde.

Fußball-Legenden im Talk: Harald Konopka und Sonja Fuss.

Beim Sommerempfang von Landrat Markus Ramers stand der Sport im Fokus. Die Ex-Profis Harald Konopka und Sonja Fuss begeisterten mit ihren Geschichten.

Wenn es beim Sommerempfang des Kreises Euskirchen Punkte für Teamgeist gegeben hätte, wäre der Sieger schnell gefunden gewesen. Unter dem Motto „Sport“ machte Gastgeber Landrat Markus Ramers deutlich, worauf es im Kreis ankommt: Bewegung, Zusammenhalt und jede Menge Ehrenamt. Moderator Sebastian Tittelbach legte den Ball dabei gekonnt vor – mit der Frage, ob Künstliche Intelligenz (KI) den Sport irgendwann ersetzen könne.

Die Antwort fiel eindeutig aus. Trainingspläne könne die KI zwar berechnen, sagte Tittelbach. Jubel nach einem Last-Minute-Tor, schweißtreibende Zweikämpfe, zitternde Knie vor einem Elfmeter oder die Gänsehaut bei einer Siegerehrung könne jedoch keine Maschine erzeugen. „Sport lebt von Menschen“, lautete die Botschaft des Abends.

Eifelklang Mutscheid sorgt für musikalische Untermalung

Dass diese auch musikalisch transportiert werden kann, zeigte der MGV Eifelklang Mutscheid, der den Sommerempfang stimmungsvoll begleitete und mit seinen Liedern für den passenden Rahmen sorgte – der musikalische Hydration Break bei knapp 40 Grad.

Landrat Markus Ramers knüpfte an die Vorlage Tittelbachs an. Sport sei weit mehr als Wettkampf. Er verbinde Generationen, Kulturen und Menschen unterschiedlichster Herkunft. Vereine seien Orte, an denen Freundschaften entstehen, Kinder Verantwortung lernen und Integration ganz selbstverständlich gelebt werde. Möglich sei all das vor allem durch das Engagement unzähliger Ehrenamtlicher – von Trainerinnen und Trainern über Platzwarte bis hin zu den Helfern hinter den Kulissen.

Das Bild zeigt Landrat Markus Ramers beim Torwandschießen.

War mal saftig grüner Rasen: Landrat Markus Ramers suchte beim Untergrund aber nicht die Ausrede, dass der Ball nicht reingeht.

Das Bild zeigt einen Teil des Chors beim Auftritt.

Der Eifelklang Mutscheid sorgte für die musikalische Unterhaltung.

Das Bild zeigt Sebastian Tittelbach, der den Weltmeisterpokal in die Höhe reckt.

Moderierte: Sebastian Tittelbach.

„Sport ist gesellschaftlicher Kitt“, sagte Ramers. Er schaffe gemeinsame Erlebnisse, Gesprächsstoff und Identifikation. Passend dazu stellte der Kreis seine Initiative „Kreis in Bewegung“ vor. Mehr als 50 Partner und rund 1500 Teilnehmende motivieren sich dabei gegenseitig zu mehr Bewegung im Alltag – mit digitaler Unterstützung und einem gesunden Wettstreit zwischen Unternehmen, Behörden und Einrichtungen.

Besonders eindrucksvoll zeigte sich, wie groß der Bedarf beim Schwimmenlernen inzwischen geworden ist. Das Projekt „Kleine Wellen, große Schwimmer“, das der Kreissportbund (KSB) anlässlich seines 75-jährigen Bestehens ins Leben gerufen hat, war innerhalb von nur 48 Stunden komplett ausgebucht. 200 kostenlose Plätze in Intensivkursen für Kinder waren sofort vergeben.

Kreissportbund berichtet über neues Projekt

„Das zeigt, wie dringend solche Angebote gebraucht werden“, sagte Martin Sommer vom KSB. In den zehntägigen Kursen gehe es zunächst nicht darum, möglichst schnell ein Seepferdchen-Abzeichen zu erwerben. Viel wichtiger sei, dass Kinder Sicherheit im Wasser gewinnen und Ängste verlieren. Drei Trainer betreuen jeweils zehn Kinder und ermöglichen dadurch eine intensive Förderung.

Anja Wacker vom KSB erläuterte, dass die Idee aus dem wachsenden Mangel an Schwimmkursen entstanden sei – ein Problem, das sich während der Corona-Pandemie noch einmal deutlich verschärft habe. Ziel sei ein Angebot ohne finanzielle Hürden. Geschäftsführer Markus Strauch ergänzte, dass bewusst Kinder aus einkommensschwachen Familien, Kinder mit Behinderungen sowie Kinder und Jugendliche mit Flucht- oder Zuwanderungsgeschichte angesprochen würden.

Sonja Fuss und Harald Konopka unterhalten Publikum

Zu den Höhepunkten des Abends gehörte das Gespräch mit zwei Menschen, die den deutschen Fußball über viele Jahre geprägt haben: Harald Konopka und Sonja Fuss.

Konopka, Double-Sieger mit dem 1. FC Köln von 1978 und mehrfacher DFB-Pokalsieger, ließ keinen Zweifel daran, was Spitzensport ausmacht. Talent allein reiche nicht. „Man muss immer gewinnen wollen“, sagte er. Dieser Ehrgeiz beginne nicht erst am Spieltag, sondern im Training. Dort werde die Grundlage für späteren Erfolg gelegt. Wer sich im Training mit Niederlagen zufriedengebe, werde auch im Wettkampf selten ganz oben stehen.

Dabei sprach Konopka nicht nur über den Männerfußball. Schon früh habe er erlebt, wie hochklassig Frauenfußball sein könne. Seine Frau stammt aus Bergisch Gladbach – jener Stadt, deren Frauenmannschaft in den Anfangsjahren des deutschen Frauenfußballs Maßstäbe setzte. Für ihn sei deshalb nie die Frage gewesen, ob Frauen attraktiven Fußball spielen könnten.

Wir haben uns zu lange auf unseren Erfolgen ausgeruht.
Sonja Fuss, Ex-Weltmeisterin

Die Flamersheimerin Sonja Fuss blickte dagegen mit gemischten Gefühlen auf die Entwicklung des deutschen Frauenfußballs. Die zweimalige Weltmeisterin von 2003 und 2007 sowie mehrfache Europameisterin sprach offen darüber, dass Deutschland international an Boden verloren habe.

„Wir haben uns zu lange auf unseren Erfolgen ausgeruht“, sagte sie. Während andere Nationen kräftig investiert hätten – in Strukturen, Nachwuchsarbeit und Professionalität –, sei Deutschland stehen geblieben. Die Folge sei heute auf internationaler Bühne sichtbar.

Das Bild zeigt einen Teil des Publikums im Kreishaus.

Mehr als 250 Gäste waren ins Kreishaus gekommen.

Das Bild zeigt die Mitarbeitenden des KSB während der Talkrunde.

Der Kreissportbund stellte im Gespräch sein Schwimmprojekt vor.

Besonders geprägt habe sie ihre Zeit in den USA. Dort habe sie erlebt, mit welcher Professionalität, Athletik und Selbstverständlichkeit Frauenfußball betrieben werde. Diese Erfahrungen hätten auch ihren eigenen Spielstil beeinflusst.

Ein besonderer Moment war, als Sonja Fuss ein außergewöhnliches Erinnerungsstück präsentierte: ein Duplikat des WM-Pokals von 2007. Jede Spielerin der damaligen Weltmeistermannschaft erhielt nach dem Triumph ein Exemplar als Geschenk eines Sponsors. Entsprechend aufmerksam wurde das goldene Schmuckstück von den Gästen betrachtet.

Auf die Frage nach ihrem prägendsten sportlichen Erfolg überraschte Fuss mit einer sehr persönlichen Antwort. Natürlich seien Weltmeistertitel etwas Besonderes. Die Erinnerung, die ihr bis heute am stärksten geblieben sei, sei jedoch ein Kreismeistertitel aus Kindertagen. In der F-Jugend besiegte der VfR den ETSC beim Duell um den Kreismeistertitel im Siebenmeterschießen.

Freudentränen bei Fußballerin, heutiger Journalist weinte bitter

Während bei Fuss damals Freudentränen flossen, vergoss der Autor dieser Zeilen, der damals beim ETSC im Tor stand, eher bittere Tränen. Schon damals habe die Flamersheimerin gespürt, wie sehr sie gewinnen wollte – ein Ehrgeiz, der sie durch ihre gesamte Karriere begleitet habe.

Beide Fußball-Legenden nutzten den Abend außerdem, um für das DFB-Pokalfinale der Frauen in Köln zu werben. Konopka schwärmte von der besonderen Atmosphäre eines Pokalendspiels. Auch Sonja Fuss empfahl den Gästen den Besuch. Das Finale sei längst mehr als ein Fußballspiel. So endete der Sommerempfang des Kreises Euskirchen mit einer Botschaft, die kaum besser zum Motto gepasst hätte.

Trainingspläne kann heute vielleicht eine Künstliche Intelligenz schreiben. Begeisterung, Gemeinschaft, Leidenschaft und der Wille, gemeinsam etwas zu bewegen – dafür braucht es nach wie vor Menschen. Und genau diese standen an diesem Abend im Mittelpunkt.


Inka Grings gewinnt Torwandschießen

Beim Torwandschießen der Sommerempfang-Promis setzte sich Ex-Nationalspielerin Inka Grings durch. Die Lebensgefährtin von Sonja Fuss traf dreimal. Landrat Markus Ramers versenkte bei „Drei unten, drei oben“ einen Ball oben. Die Flamersheimerin Sonja Fuss ging leer aus. Harald Konopka konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten.