Am 15. März wird in Heimbach die Motorradsaison eröffnet. Der Bundesverband gegen den Motorradlärm wendet sich an die Verkehrsminister.
Lärm und SicherheitInnenminister Herbert Reul wird Motorradsaison in der Eifel eröffnen

Motorradfahrer ist Herbert Reul nicht. Einen Eindruck von einer Fahrt bekam er bei der Saisoneröffnung im vergangenen Jahr auf dem Simulator der Verkehrswacht Düren.
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Noch hat der Winter den Kreis fest im Griff. Es ist kalt und usselig, auf den Höhen liegt etwas Schnee. Die Motorradfahrer schauen wohl eher ein wenig wehmütig auf ihre noch eingemotteten Maschinen. Je nach Wetterlage im März, für manche durch die Saisonkennzeichen erst im April, geht es für sie wieder los.
Gerade am Anfang der Saison, wenn die Biker monatelang nicht gefahren sind, ist der Sicherheitsaspekt noch deutlicher im Fokus. Daher findet in der Eifel, die so viele attraktive Strecken bietet, wieder die Saisoneröffnung statt. Im Vorjahr fand der Präventionstag in Rurberg statt, dieses Mal ist die NRW-Initiative „Sicher im Straßenverkehr“ zu Gast in Heimbach.
Das Thema Sicherheit steht gerade zum Beginn der Saison im Fokus
Am Sonntag, 15. März, wird es ab 10 Uhr auf dem Parkplatz an der Hengebachstraße zahlreiche Informations- und Präventionsangebote rund um das Thema „Verkehrssicherheit“ sowie mehrere Aktionen und eine geführte Motorradtour geben. Ziel der Initiative ist es, insbesondere Zweiradfahrer für die Risiken zu sensibilisieren und für eine sichere Fahrweise zu werben. Zu der Veranstaltung werden auch NRW-Innenminister Herbert Reul sowie Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer erwartet.
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Auf politischer Ebene ist jedoch keine Winterpause. Daher hat Krischer als Mitglied der Verkehrsministerkonferenz Post aus Heimbach bekommen. Dort ist die Geschäftsstelle des Bundesverbands gegen den Motorradlärm angesiedelt, in dem insgesamt elf regionale und nationale Initiativen zusammengeschlossen sind, die sich für konsequentes Handeln der Gesetzgeber einsetzen.
Initiativen wollen Bürger vor überlauten Maschinen schützen
Einer der beiden Unterzeichner des aktuellen Antrags ist Nideggens Bürgermeister Marco Schmunkamp als Vorsitzender des Vereins „Silent Rider“. 2019 hatten sich acht betroffene Kommunen zum Arbeitskreis Nationalpark Eifel gegen Motorradlärm zusammengeschlossen und den inzwischen bundesweit tätigen Verein „Silent Rider“ ins Leben gerufen. Im Einzelnen sind dies Bad Münstereifel, Heimbach, Hürtgenwald, Nettersheim, Nideggen, Roetgen, Schleiden und Simmerath.
Das Verteufeln der Motorradfahrer ist wahrlich nicht das Ziel. Die Initiativen eint vielmehr der Einsatz gegen die schwarzen Schafe, die mit viel zu lauten Maschinen und/oder viel zu schnell unterwegs sind. Daraus resultiert auch der acht Punkte umfassende Forderungskatalog. Darin sind Punkte wie die Einführung einer Schallobergrenze von 80 Dezibel und ein Verbot unnötig lauter Fahrzeuge ebenso fixiert wie die Zulassung einfacher Kontrollmöglichkeiten und das Verhängen abschreckender Bußgelder für vermeidbare Lärmbelästigung. Auch sollen die Kommunen rechtssichere Ruhezonen ausweisen können.
Initiative: Es gibt zu viele zu laute Motorräder, die legal zugelassen sind
In seinem aktuellen Antrag an die Verkehrsministerkonferenz fordert der Bundesverband erneut das Handeln des Gesetzgebers. Schmunkamp und sein Mitstreiter Holger Siegel von den VGAM (Vereinigte Arbeitsgemeinschaften gegen Motorradlärm) mit Sitz in Dresden verweisen auf die staatliche Pflichtaufgabe, die Bevölkerung vor gesundheitsgefährdendem Lärm zu schützen. „Dies darf nicht auf ehrenamtliche Initiativen abgeschoben werden, die das Problem nur sichtbar machen, es aber strukturell nicht lösen können“, heißt es dazu im Antrag.
Und es klingt auch ein wenig Frust durch: Obwohl es Beschlüsse in Bundesrat und Umweltministerkonferenz gebe, ändere sich in der Praxis kaum etwas. Schmunkamp und Siegel befürchten, dass den Anwohnern in den belasteten Orten wieder eine Lärmsaison bevorsteht. Die Bürger fühlten sich daher von Behörden und Politik alleine gelassen.
Die auch in der Eifel durchgeführten Kontrollen wertet der Verband genauso als Makulatur wie Hinweisschilder. „Kontrollen ahnden nur individuelles Fehlverhalten, lösen aber nicht das strukturelle Problem einer großen Zahl zu lauter, legal zugelassener Motorräder“, schreiben Schmunkamp und Siegel. Aus ihrer Sicht müsse etwa die derzeitige Zulassungsnorm geändert werden. Aktuell seien viele Maschinen zugelassen und würden weiterhin zugelassen, die unter realistischen Fahrbedingungen die Grenzwerte für Lärm und Abgas überschreiten – die Norm sei daher völlig realitätsfern.

