Im Tafel-Logistikzentrum an der Barbaraschule in Mechernich können sich auch andere Vereine mit gespendeten Lebensmitteln eindecken.
Erweiterung des LogiszentrumsDie Tafel stockt ihre Lagerkapazitäten in Mechernich weiter auf

Über den Baubeginn für die neue Lagerhalle freuen sich der Vereinsvorsitzende Wolfgang Weilerswist (l.) und die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Mechernicher Tafel.
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Unter den ehrenamtlich betriebenen Standorten der Tafel im Kreis Euskirchen nimmt Mechernich eine besondere Stellung ein: Unter der Leitung von Wolfgang Weilerswist, der die Tafel-Gründung in Mechernich mit initiiert hat und auch heute noch Chef des Träger-Vereins ist, wurde dort in den vergangenen Jahren ein kleines Logistikzentrum für die Verteilung der gespendeten Lebensmittel aufgebaut. Davon profitieren auch die Tafel-Vereine aus den benachbarten Kommunen im Kreis Euskirchen sowie in Erftstadt, Monschau, Stolberg und Swisttal, die sich in Mechernich bei Bedarf mit zusätzlichen Waren für ihre Kunden eindecken können.
Dass in Mechernich zusätzlicher Platz gebraucht werde, passe zur Entwicklung der vergangenen Jahre, so Weilerswist. Die Tafel verzeichnet nach seinen Angaben auch in Mechernich weiterhin regen Zulauf. Während die Zahl geflüchteter Menschen unter den Kunden zuletzt etwas zurückgegangen sei, kämen inzwischen wieder mehr deutsche Familien und Einzelpersonen hinzu, die Unterstützung benötigen. „Aktuell verzeichnen wir vor allem mehr Rentner und ältere Menschen, die besonders unter den stark gestiegenen Preisen für Lebensmittel leiden“, so Weilerswist.
Lagerraum für bis zu 40 zusätzliche Paletten wird geschaffen
Jetzt rollen auf dem ehemaligen Schulhof der Barbaraschule die Bagger an: Auf dem asphaltierten Hof haben die Arbeiten für die nächste Erweiterung begonnen. Direkt neben den bestehenden Räumen entsteht eine neue Lagerhalle. Rund 50 Quadratmeter kommen hinzu und damit wird die bisher verfügbare Lagerfläche nahezu verdoppelt.
Der Grund für die Erweiterung ist eigentlich ein erfreulicher. „Wir haben festgestellt, dass wir mitunter mehr Ware bekommen, als wir Lagerkapazität haben“, erklärt Weilerswist. Den Mechernicher Lebensmittel-Rettern werden regelmäßig größere Mengen haltbarer Waren angeboten. Bislang musste die Tafel dabei gelegentlich abwinken oder Mengen begrenzen, weil schlicht der Platz fehlte.
Wenn man zehn oder 15 Paletten Nudeln angeboten bekommt, aber nur sechs lagern kann, ist das natürlich ärgerlich.
„Wenn man zehn oder 15 Paletten Nudeln angeboten bekommt, aber nur sechs lagern kann, ist das natürlich ärgerlich“, berichtet Weilerswist. Schließlich gehe es bei der Tafel nicht nur darum, Lebensmittel an Bedürftige auszugeben, sondern vor allem darum, möglichst viel einwandfreie Ware vor der Vernichtung zu bewahren. Genau für diesen Zweck soll die neue Halle zusätzliche Möglichkeiten schaffen. Vor allem länger haltbare Lebensmittel können dort künftig zwischengelagert werden. Rund 30 bis 40 zusätzliche Paletten sollen Platz finden. Der Boden wird dafür so angelegt, dass die Halle mit einem Gabelstapler befahren und der vorhandene Raum möglichst effektiv genutzt werden kann.
Rund 80.000 Euro wird das gesamte Vorhaben nach Angaben des Vorsitzenden kosten. Ein Teil der Finanzierung kommt aus Mitteln der Lidl-Pfandspende, die über den Tafel-Bundesverband vergeben werden. Hinzu kommen Fördermittel aus dem NRW-Sozialministerium von Karl-Josef Laumann. Der Minister hatte sich im vergangenen Jahr bei einem Besuch in Mechernich persönlich einen Eindruck von der Arbeit der Ehrenamtler verschafft.
430 Tonnen gespendeter Waren wurden 2025 umgeschlagen
Während die Bauarbeiten nun begonnen haben, denkt die Tafel bei dem Neubau bereits einen Schritt weiter. Die Halle werde so vorbereitet, dass dort später bei Bedarf auch eine zusätzliche Kühl- oder Tiefkühlzelle eingebaut werden könnte, sagt Weilerswist: Noch sei eine solche Investition finanziell nicht darstellbar. „Gleichzeitig nimmt aber gerade der Anteil an Kühlware spürbar zu.“
Immer häufiger würden solche Lebensmittel über größere Logistikstrukturen zur Verfügung gestellt. Deshalb könne es durchaus sein, dass die Tafel in einigen Jahren erneut reagieren müsse. Die technische Möglichkeit dafür werde beim jetzigen Neubau jedenfalls schon berücksichtigt. Wie groß die Dimensionen inzwischen sind, zeigt ein Blick auf die Zahlen: 2025 wurden über die Mechernicher Einrichtung insgesamt 1084 Paletten mit Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs umgeschlagen. „Rechnet man im Durchschnitt mit rund 400 Kilogramm je Palette, entspricht das mehr als 430 Tonnen Ware“, so Weilerswist.
Froh ist der Vorsitzende über das relativ große Team der ehrenamtlichen Helfer. Nachwuchs bleibt dabei trotzdem ein Dauerthema, denn viele Aktive sind schon seit Jahren oder gar Jahrzehnten dabei.

