Vier Jahre lang war die Rohrer Straße bei Nettersheim Tondorf eine Baustelle. Bei der offiziellen Freigabe wurde auch Kritik geäußert.
Straße freigegebenAuf der K79 bei Tondorf rollt der Verkehr wieder

Symbolisch gaben Beteiligte der Baumaßnahme und Anwohner den Verkehr auf der Falkenberger Straße in Tondorf frei.
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Darauf haben die Tondorfer lange warten müssen: Seit 2022 war die Rohrer Straße ab der Kreuzung Falkenberger Straße eine Baustelle – zunächst für zwei Jahre in Richtung Rohr, anschließend in Richtung Rheinland-Pfalz. Wie wichtig die Verbindung in das benachbarte Bundesland ist, wurde bereits bei der offiziellen Freigabe deutlich. Als Landrat Markus Ramers, Bürgermeister Norbert Crump, Vertreter der beteiligten Firmen und Anwohner sich zur symbolischen Verkehrsfreigabe auf der Fahrbahn versammelten, bildete sich hinter dem Menschenpulk schnell ein kleiner Stau.
Die Arbeiten an der K79 bis zum Ruheforst Hümmel beeinträchtigten jedoch nicht nur den Verkehr. Im vergangenen Jahr mussten die Tondorfer ihr Trinkwasser über mehrere Wochen abkochen. Offenbar war es bei der Verlegung neuer Wasserleitungen zu einer Verunreinigung gekommen. Erst durch eine Zusatzchlorung des Wassers und das wochenlange Spülen der Leitungen konnte das Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen Entwarnung geben. Direkt im Anschluss an den Ausbau der K79 in Richtung Rohr wurde 2024 der Abschnitt bis zur Landesgrenze in Angriff genommen. Auf einer Länge von 3,15 Kilometern wurde die Straße saniert.
Es ist ein tolles Bild, wenn man aus Blankenheim oder Rheinland-Pfalz kommend über die K79 nach Tondorf einfährt.
Während im Abschnitt Richtung Rohr ein Vollausbau erforderlich gewesen sei, sei der Unterbau im zweiten Bauabschnitt noch intakt gewesen, erläuterte der Allgemeine Vertreter des Landrats, Achim Blindert. Daher habe man die alte Fahrbahndecke abgefräst und neu aufgebaut. Zudem seien die seitlich verlaufenden Gräben profiliert und mit Querriegeln versehen worden, damit Regenwasser bei Starkregenereignissen verzögert abfließen könne.
„Es ist ein tolles Bild, wenn man aus Blankenheim oder Rheinland-Pfalz kommend über die K79 nach Tondorf einfährt“, sagte Bürgermeister Norbert Crump. Die Maßnahme sei umgesetzt worden, ohne die Anlieger finanziell zu belasten. Dennoch habe sich die Gemeinde Nettersheim mit 700.000 Euro beteiligt.
Leerrohre für Glasfaserkabel liegen bereits im Boden
Zwar habe der Neubau der Wasserleitung Probleme verursacht, zugleich seien jedoch auch die Stromleitungen erneuert und Leerrohre für den späteren Glasfaserausbau verlegt worden. „Damit haben wir in die Zukunft investiert“, so Crump. „Die Haushaltslage von Städten, Gemeinden und Kreisen ist angespannt“, sagte Landrat Ramers. Dennoch dürfe bei der Infrastruktur nicht gespart werden, da sonst Folgekosten für kommende Generationen entstünden.
Sinnvoll sei es, wenn solche Maßnahmen gemeinsam mit allen Beteiligten umgesetzt würden und die Versorgungsträger eingebunden seien, damit Straßen möglichst nur einmal geöffnet werden müssten. Mehr als 5,2 Millionen Euro seien seit 2022 in Tondorf in die Straßeninfrastruktur sowie die begleitenden Maßnahmen von Gemeinde und Versorgungsträgern investiert worden, informierte Blindert.
Einheitliches Pflaster sorgt für ein harmonisches Bild
Das sei ein beachtlicher Betrag, denn das gesamte Jahresbudget seiner Abteilung liege bei lediglich sechs Millionen Euro. „Hier ist also nahezu ein komplettes Jahresbudget, verteilt über vier Jahre, eingesetzt worden“, verdeutlichte er die Dimension der Investition. Weitere 2,3 Millionen Euro habe der Ausbau der Falkenberger Straße gekostet, der ab 2024 umgesetzt wurde. Davon entfielen 1,5 Millionen Euro auf den Kreis. „Dafür erhalten wir eine Landesförderung von 75 Prozent“, erklärte Blindert.
Für beide Bauabschnitte sei eine einheitliche Pflasterung gewählt worden, sodass Rohrer und Falkenberger Straße nun ein harmonisches Gesamtbild abgäben. Er hätte sich gewünscht, dass – wie in der Rohrer Straße – auch dort unmittelbar Glasfaser mitverlegt worden wäre. Die notwendigen Leerrohre seien jedoch verlegt worden, sodass die Straße später nicht erneut geöffnet werden müsse. Tondorf sei zudem Teil des Förderprogramms des Kreises und werde künftig von Glasfaser Plus erschlossen.
Bei aller Freude wurden auch Probleme angesprochen. Anwohner beklagten, dass Autos und Motorräder häufig mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs seien und entsprechend viel Lärm verursachten. „Grundsätzlich ist die Geschwindigkeit immer ein Problem, wenn eine Straße breit ausgebaut ist“, sagte Ortsvorsteher Andreas Metzler. Man werde Gespräche mit dem Kreis führen, um auf dem neu eröffneten Abschnitt verstärkt Kontrollen durchzuführen. „Ansonsten sind wir sehr froh, dass die Straße ausgebaut worden ist“, betonte er.
