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Trauriges Bild
Zu viel Müll verschmutzt Schleidener Urftsee im Nationalpark Eifel

Lesezeit 3 Minuten
Verschmutzung an der Urfttalsperre

Die Sperre aus Plastiktonnen soll dafür sorgen, dass Müll und Treibholz in der Bucht festgehalten werden.

An zwei Stellen treibt Müll im Urftsee. Auch Besucher lassen ihren Abfall zurück.

Das ist wahrlich keine gute Werbung für den Nationalpark Eifel: Wanderern und Radfahrern bietet sich zurzeit an zwei Stellen am Urftsee wieder ein trauriges Bild.

In zwei Buchten, nicht weit entfernt von der Staumauer, hat sich Treibholz und Müll gesammelt. Plastikflaschen, Fußbälle, Verpackungen und allerlei andere Sachen liegen dort im Wasser. Das an einer Bucht direkt am Weg stehende Schild mit dem Hinweis „Naturschutzgebiet“ wirkt bei dem Ausblick wie ein schlechter Scherz.

Auch Grünabfälle sind Problem für das Gewässer

Marcus Seiler, Pressesprecher des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER), kennt das Problem und seine Ursache: „Immer noch landet zu viel Müll in den Gewässern. Unsere Mitarbeiter müssen ihn dann wieder rausholen.“ Das sei zeitaufwendig und sorge für unnötige Ausgaben. Vor allem im Winter und im Frühjahr wird laut Seiler wegen der hohen Wasserstände von Urft und Olef und an den Zuflüssen und des riesigen Einzugsgebiets besonders viel Abfall und Müll in den Urftsee gespült.

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Das liege daran, dass dann zum Beispiel nahe am Gewässer gelagerter Rasenschnitt oder anderes Material vom Wasser weggespült werde. Um das zu verhindern, sollten Grünabfälle nicht in Ufernähe gelagert werden. „Die Probleme haben wir auch an allen anderen Gewässern“, betont Seiler. Leider komme es aber auch vor, dass Rasen- oder Astschnitte bewusst in Gewässer „entsorgt“ würden, beispielsweise, wenn die Biotonne voll sei. „Das kann dazu führen, dass die Gewässer dann an einigen Stellen verstopft werden. Bei Hochwasser wird das Material dann mitgerissen.“

Beim Urftsee, so Seiler, komme noch Unrat von den Uferrandwegen hinzu: „Wenn die dort aufgestellten Mülltonnen voll sind, wird der Abfall oft einfach daneben geworfen und landet dann bei Wind im Wasser. Sinnvoller wäre es, wenn die Besucher in solchen Fällen den Müll mitnehmen und an den Stellen entsorgen, wo noch Platz in den Abfalleimern ist.“

Flutkatastrophe 2021 hat immer noch Auswirkungen

Der WVER hat nach Angaben von Seiler schon in der Corona-Zeit, als die Talsperren in der Region von vielen Menschen als Naherholungsgebiete genutzt wurden, die Erfahrung machen müssen, dass immer wieder Müll zurücklassen wird. „Daran hat sich leider nicht viel geändert“, so der Pressesprecher. Liege der Abfall erst einmal im Wasser, werde er vom Wind in die Buchten geweht.

„Deshalb wurde in der letzten Bucht vor der Staumauer eine Sperre installiert. Die blauen Tonnen, die mit Seile verbunden sind, sollen den Müll in der Bucht festhalten“, erklärt Seiler. Das funktioniere auch, weil die Strömung in der Regel nicht stark genug sei, um das Material wieder aus der Sperre zu befreien. Abfall und Treibholz werden laut Seiler mit einem Boot oder von Land aus dem Wasser herausgeholt. Ehe man aber die Uferzonen betreten könne, müsse der Boden komplett trocken sein: „Sonst sinkt man in den Matsch ein.“

„Müll und Verschmutzungen, die noch von der Flutkatastrophe 2021 stammen, wird man noch längere Zeit im Urftsee finden“, sagt Seiler. Immer wieder würden beispielsweise noch Mülltonnen im See gefunden: „Unsere Mitarbeiter haben mal nachgeschaut, woher die Behälter stammen. Die Tonne, die den weitesten Weg hinter sich hatte, kam aus der Gemeinde Kall.“ Bereits kurz nach der Flut waren Abfall und Treibholz unter anderem auch mit Hilfe von speziellen Räumbooten des Technischen Hilfswerks aus dem Urftsee geholt worden. Bei mehreren Säuberungsaktionen am und im Urftsee waren damals mehr als 400 Tonnen Müll zusammengekommen.

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