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Arbeiten sind abgeschlossenStützmauer des jüdischen Friedhofs in Schleiden wurde saniert

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Das Foto zeigt einen Gedenkstein mit Namen und Daten darauf.

Am Eingang zum Friedhof steht der Gedenkstein, den die Stadt 1988 aufgestellt hatte.

Die bei der Flut durch Hangwasser beschädigte Stützmauer des jüdischen Friedhofs ist nach Jahren jetzt wieder standsicher.  

Er ist der letzte originale Erinnerungsort an die Geschichte der Schleidener Juden: der jüdische Friedhof am Ruppenberg unweit der Pestkapelle. Jahrelang durfte er wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden. Nun sind die Arbeiten an der Stützmauer, die in der Flutnacht 2021 schwer beschädigt worden war, abgeschlossen.

Bis zum 18. Jahrhundert waren in Schleiden nie mehr als drei jüdische Familien wohnhaft gewesen. Nach Angaben des Landschaftsverbands Rheinland war Gemünd seit 1858 Hauptort des Synagogenbezirks Schleiden-Malmedy. Spätestens in der Weimarer Zeit habe es auch eine jüdische Gemeinde in Schleiden gegeben. Die kaufte 1865 eine knapp 2400 Quadratmeter große Parzelle in Schleiden auf einem steilen Hang am Ruppenberg gegenüber vom Schloss. Den Juden war – wie an mehreren Stellen nachzulesen ist – wohl absichtlich ein unattraktiver Platz für ihren Friedhof zugewiesen worden.

Zu sehen ist ein steiler Hang mit sechs Grabsteinen.

Nur noch wenige Grabsteine stehen heute in dem Hang am Ruppenberg in Schleiden.

Das Foto zeigt eine mit einem Gerüst abgestützte Mauer.

Nach der Flut war die Stützmauer einsturzgefährdet und musste mit großem Aufwand gesichert werden.

In der NS-Zeit wurde der Begräbnisplatz 1944 zwangsenteignet und ging wieder in den Besitz der Stadt über. Die gab ihn 1951 an die rechtmäßigen Besitzer zurück. Heutiger Eigentümer ist der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein in Düsseldorf.

Stadt ließ 1988 einen Gedenkstein aufstellen

Im Rahmen der Gedenkfeiern an die Reichspogromnacht in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 hatte die Stadt 1988 im Eingangsbereich des Friedhofs einen Gedenkstein aufstellen lassen. Eine Inschrift erinnert an 13 Juden, die Opfer der Gewaltherrschaft der Jahre 1933 bis 1945 geworden waren. „Zum Gedenken an die Mitbürger. Opfer der Gewaltherrschaft 1933 – 1945“ steht darauf geschrieben. Einige Namen sind schwer zu lesen.

Bei der Flut 2021 war die Stützmauer des Friedhofs durch Hangwasser beschädigt worden. Weil Einsturzgefahr bestand, musste die Mauer abgestützt und der Friedhof gesperrt werden. Im Herbst vergangenen Jahres hatte dann der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein die Sanierung der Mauer in Auftrag gegeben.

Auch in Gemünd gibt es einen jüdischen Friedhof

Die Wiederherstellung der Terrassierungsmauer zum Nachbargrundstück war sehr aufwendig. Das Gelände steigt seitlich zum Ruppenberg hin steil bis zum Begrenzungszaun an. An dem Hang stehen heute nur noch wenige Grabsteine. Gepflegt wird der Friedhof vom Bauhof der Stadt Schleiden.

Außer dem jüdischen Friedhof in Schleiden gibt es im Stadtgebiet noch einen weiteren an der Kölner Straße in Gemünd. Er wurde seit 1845 genutzt, wie auf einer Tafel an der Begräbnisstätte zu lesen ist. Gemünd hatte sich Ende des 19. Jahrhunderts zu einem jüdischen Zentrum entwickelt.

Zahlreiche Grabsteine erinnern heute noch an die jüdische Geschichte in dem Ort. Die letzte Beisetzung fand im Kriegsjahr 1942 statt. Die Synagoge in der Nachbarschaft war nach langer Planungszeit 1874 eingeweiht worden. Das Gebäude wurde in der Reichspogromnacht 1938 von SA-Angehörigen bis auf die Grundmauern niedergebrannt. 1942 wurde die Ruine des Gebäudes beseitigt.