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Amigurumis, Bilder und KeramikKunsthandwerker zeigten in Euskirchen ihre Kreationen

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Zwei Besucherinnen schauen sich an einem Stand Amigurumis, gehäkelte Figuren im Mangastil, an.

Die eigene Kreativität hatte Besucher des diesjährigen Euskirchener Kunsthandwerkermarktes wie Sandra Schingen (l.) und Natascha Hamacher (M.) zum Stöbern und Nachfragen motiviert.

Die Ausstellenden des nun schon 15. Euskirchener Kunsthandwerkermarktes waren mit der Publikumsresonanz und ihren Geschäften sehr zufrieden.

An manchen Ständen musste man sich beim diesjährigen Kunsthandwerkermarkt in Euskirchen, dem 15. übrigens, anstellen, weil sie regelrecht belagert wurden. Kreative und Kunstschaffende boten eine bunte Palette an Geschenken, Deko- und Gebrauchsartikeln an. Das schöne Wetter hatte viele Menschen in die Stadt gelockt. Damit dürfte die Absicht des Stadtmarketingvereins Zeus, die Innenstadt zu beleben, voll aufgegangen sein.

Sandra Schingen war zusammen mit ihrer Freundin Natascha Hamacher unterwegs. Schingen erzählte, dass sie selbst mit Holz arbeitet: „Ich liebe den Handwerkermarkt, weil ich selber kreativ bin und mich für die Arbeiten anderer interessiere.“ Ihre Freundin fand besonders die Stände mit genähten Taschen, Schmucksteinen und Kuscheltieren im Stil von so genannten Amigurumis spannend. Amigurumis sind gehäkelte, fantasievolle Stofftiere im Mangastil. Der Trend stammt aus Japan.

Bilder vom Alten Markt in Euskirchen waren sehr gefragt

Der Kunstmaler Ramirez Patrocinio Belo war schon mehrere Male beim Handwerkermarkt dabei. Bis zu Corona konnte der Kölner mit portugiesischen Wurzeln vom Malen seiner Aquarelle leben. Seither ist er hauptberuflich in der Sozialarbeit tätig, betonte aber: „Kunst ist meine Leidenschaft.“ Ursprünglich hat er Ökonomie studiert. Die Bilder sprechen von seiner außergewöhnlichen, handwerklichen Begabung. „Zwei Bilder vom Alten Markt in Euskirchen sind heute Morgen sofort weggegangen,“ erzählte er dankbar und machte dabei einen sehr bescheidenen Eindruck. Ständig blieben Passanten vor seinen Bildern und Postkarten stehen.

Am Stand von Pia Mück gab es Keramik-Unikate. Und tatsächlich waren die Werke der Burscheiderin technisch und optisch etwas Besonderes. Von größeren Leuchttürmen für den Garten bis zu kleinen, bunt lackierten Schalen zeigte sie ihre töpferische Vielfalt. Gerne erklärte sie den Besuchern am Stand die teilweise aufwendigen Techniken hinter der Keramik.

Ramirez Patrocinio Belo sitzt in einem Pavillon. Vor ihm und hinter ihm sind seine werke zu sehen.

Der Kunstmaler Ramirez Patrocinio Belo war ebenfalls zum wiederholten Mal auf dem Euskirchener Kunsthandwerkermarkt mit seinen Aquarellen vertreten. Fasziniert blieben Passanten vor seinen Bildern und Postkarten stehen.

Christine Hartmann steht hinter einem Verkaufstisch, auf dem Kinderbekleidung liegt.

Zum wiederholten Mal war die Requisiteurin Christine Hartmann mit ihren Babykollektionen auf dem Euskirchener Kunsthandwerkermarkt dabei.

In eine ganz andere Richtung ging die Kunst für Christine Hartmann. Im Hauptberuf als selbstständige Requisiteurin für den WDR tätig, schneidert sie Kinderbekleidung, besonders für die Babyjahre. In gedeckten Farben, mit hübschen Mustern sah man Kopfhauben, Strampler oder Schlabberlätzchen am Stand liegen. Angefangen hatte das Hobby für sie in der Corona-Zeit, als sie aus Langeweile für ihren kleinen Sohn zu schneidern anfing. Davon leben kann sie nicht. „Ich bin jetzt zum dritten Mal in Euskirchen“, berichtete sie gegen Mittag, „und habe heute schon ganz gut verkauft. Gefühlt ist mehr los als in den letzten Jahren.“

Bei etwa 40 Ständen hatten die Besucher eine umfassende Auswahl an handgefertigten Artikeln. Bei den filigranen Objekten der Schmuckstände musste man aber schon nahe herangehen, um für den eigenen Geschmack das Passende zu finden.

Fantasiefiguren aus dem 3D-Drucker und flotte Sprüche auf Holz

Auch moderne Techniken hatten ihren kreativen Platz auf dem Handwerkermarkt gefunden. Vor dem Ehepaar Livija und Alexander Ohrem lagen verschiedenste Fantasiefiguren aus dem 3D-Drucker: Drachen, Oktopusse, Elefanten und vieles mehr. „Um einen der beweglichen bunten Drachen herzustellen, benötigt der Drucker acht bis zwölf Stunden“, schildert Alexander. Alle Objekte wurden farblich individuell gestaltet und lassen sich nach Kundenwunsch nachproduzieren.

Auch die in Holzbrettchen eingebrannten Sprüche und Objekte sind keine Handarbeit im eigentlichen Sinn. Sie wurden mit einem Lasergerät eingraviert. Wenn auch die Technik einen Hauptteil der Arbeit erledigt, kommen die kreativen Ideen vom Ehepaar Ohrem und passten gut in die unterschiedlichen Angebote auf dem Markt. Alexander ist im Hauptberuf Maschinenbau-Konstrukteur und von daher mit der technischen Umsetzung der Ideen vertraut.

Ebenfalls als Team arbeiten Manuela Barani und Markus Zens zusammen. Sie boten freche und heitere Sprüche auf Blech und Altholz an. Barani hat Spaß an Handwerkermärkten und sagte überzeugt: „Ich bin sehr zufrieden, weil ich so viele Leute lachen sehe. Es wird viel zu wenig gelacht in Deutschland.“ Ihr Partner Zens ist für die Umsetzung ihrer Ideen zuständig. Sie sind zum vierten Mal auf dem Euskirchener Handwerkermarkt und sehr zufrieden mit dem Verkauf. Zens: „In Euskirchen hat unser Verkauf angefangen. Inzwischen sind wir auch online zu finden.“

Hört man die Verkäufer, so ist der Handwerkermarkt auf jeden Fall ein Erfolgskonzept und ruft nach Beständigkeit. So schönes Wetter wie in diesem Jahr lässt sich sicher nicht garantieren, aber vielleicht braucht es das auch gar nicht. Der Markt ist ein Tipp für alle, die Ausschau nach kreativen, handgefertigten und individuellen Geschenken, Dekorationen und Kleidung oder nützlichen Gegenständen halten.