Abo

Tausende BesucherDas Stadtfest in Euskirchen bot viel französisches Flair

4 min
Leo hat im Cockpit des Segelflugzeuges Platz genommen und hält den Steuerknüppel in der Hand.

Dank des Luftsportvereins Rodenkirchen durfte Leo zum ersten Mal in einem Segelflugzeug Platz nehmen.

Bei frühlingshaftem Wetter zog es viele Besucher in die Innenstadt. Auf sie warteten mehr als 70 Markt- und Infostände und zahlreiche Aktionen. 

Mit dem Duft frischer Croissants und zahlreicher Käsespezialitäten in der Nase und den französischen Marktrufern konnte am Wochenende der Eindruck entstehen, nicht auf dem Euskirchener Klosterplatz, sondern auf einem kleinen französischen Markt angekommen zu sein. Mehrere Kilogramm schwere Nougatblöcke sowie viele weitere süße und herzhafte Leckereien luden die Gäste zu einer kulinarischen Shoppingtour ein, während die von Musiker Günter Hochgürtel vorgetragenen Chansons das Gefühl eines Kurzurlaubes noch verstärkten.

„Mit diesem wunderbaren Wetter haben wir natürlich richtig Glück gehabt. Und das Flair hier auf dem Markt spricht für sich selbst“, schwärmte Tanja Gille, die stellvertretende Vorsitzende des Stadtmarketingvereins Zeus.

Zum 19. Mal hat das Zeus-Team das Euskirchener Stadtfest organisiert

Zum 19. Mal hatte das Team zum Euskirchener Stadtfest eingeladen. Der französische Markt bildete dabei nur eine von vielen Attraktionen. „Wir haben viele Spielmöglichkeiten für Kinder und mehr als 70 Marktstände in der ganzen Stadt, die unterschiedliche Waren wie zum Beispiel Kunsthandwerk anbieten“, betonte Martina Ernst von Zeus. Zudem habe man dank einer guten Vernetzung viele Partner für das Fest gewinnen können, fügte Tanja Gilles hinzu. „Der Kreissportbund ist mit einer Fahrradaktion vor Ort, die Stadtbücherei lädt zu einem Bücherflohmarkt, und das Stadtmuseum bietet zusätzliche Führungen an.“

Von diesem Angebot angelockt, schlenderten am Samstag und Sonntag viele Besucher durch die Innenstadt. An den zahlreichen Ständen lokaler Vereine und Institutionen bot sich so die Gelegenheit, sich über vielfältige Themen zu informieren.

In der Innenstadt schlendern viele Menschen an den Ständen vorbei.

Tausende Gäste schlenderten am Samstag und Sonntag über das Euskirchener Stadtfest.

An einem Stand werden große Tortenstücke verkauft.

Französische Köstlichkeiten lockten die Besucher des Euskirchener Stadtfestes auf den Klosterplatz.

„Wir verteilen heute Postkarten und fragen, was die Menschen überhaupt mit der Caritas verbinden“, erklärte der Vorsitzende des Caritasverbands Euskirchen, Martin Jost: „Der erste Gedanke ist meist die Pflege, aber unser Angebot reicht noch viel weiter. Und darüber wollen wir mit den Besuchern ins Gespräch kommen.“

Doch auch Hingucker, die deutlich seltener in der Euskirchener Innenstadt zu sehen sind, zählten zu den Highlights des Stadtfestes. So sorgte das große Segelflugzeug des Luftsportvereins Rodenkirchen insbesondere bei der jüngeren Generation für Begeisterung. „Ich hatte ein richtiges Kribbeln im Bauch“, schwärmte der achtjährige Leo, der gerade am Steuer des Fliegers Platz nehmen durfte. Zwar wolle er selbst später lieber auf dem Boden bleiben und Rennfahrer werden, doch das Erlebnis hatte sichtbar Eindruck hinterlassen.

Ein komplettes Segelflugzeug nach Euskirchen gekarrt

„Für uns sind solche Feste eine gute Gelegenheit zu zeigen, dass der Flugsport gar nicht so elitär ist, wie viele leider meinen“, erklärte Vorstandsmitglied Klaus Berscheid: „Wir haben im Verein eigene Ausbildungsflugzeuge mit zwei Sitzen. Und wer möchte, kann mit 14 Jahren anfangen bei uns zu lernen.“ Vorwissen oder eigenes Equipment werde dafür nicht benötigt.

Ein wenig abseits des Markttreibens freuten sich die Kunden der Außengastronomie am Alten Markt über ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit Bands wie „De Wömbe Jonge“ oder den „Wibbelstetz“. Doch auch in der restlichen Innenstadt sorgten Musikerinnen und Musiker an wechselnden Standorten für stimmungsvolle Atmosphäre.

Zeitgleich vermittelten Akteure wie Kreismitarbeiter Simon Sepp in der Rolle von „Willy Wilma“ die Aufgabe von Würmern bei der Kompostierung: „Wir möchten die Kids für solche Themen sensibilisieren und zeigen, wie gefährlich Plastikreste im Kompost auch für uns sein können.“

Erstmals seit 2019 stand den Veranstaltern auf der Wilhelmstraße wieder zusätzlicher Ausstellungsraum zur Verfügung, wie Martina Ernst berichtete: „Nach Corona und der Flut ist das Stadtfest ein wenig umgebaut worden. Aus sicherheitstechnischen Gründen musste die Wilhelmstraße in den vergangenen zwei Jahren aber trotzdem gesperrt werden, und wir hielten es für Verschwendung, diesen Platz nicht zu nutzen.“ Angesichts einer wachsenden Warteliste interessierter Aussteller sei diese Entscheidung bei allen Beteiligten auf große Zustimmung getroffen.

Angelockt durch einen verkaufsoffenen Sonntag und das frühsommerliche Wetter genossen am Wochenende tausende Besucherinnen und Besucher das abwechslungsreiche Programm des 19. Euskirchener Stadtfestes.


Kinder mit Parcours fit fürs Fahrradfahren gemacht

Zu den Attraktionen des Stadtfestes, die sich wieder bis über die Wilhelmstraße erstreckten, zählte auch das Angebot „Fit fürs Fahrradfahren“.

In Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund hatten die Initiatoren der Stadt einen kleinen Parcours zusammengestellt, der dem Euskirchener Nachwuchs zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr verhelfen solle, wie Carina Steinhausen vom Kinder- und Jugendbüro erklärte. „Wir wollen wieder für mehr Freude an der Bewegung sorgen und hoffen, damit auch Impulse zu setzen, wieder häufiger das Fahrrad zu benutzen.“

Mit Helm und Warnweste durchfährt der Siebenjährige mit seinem Rad den Hindernisparcours mit Pylonen und Holzschwellen auf der Straße.

Auf dem Hindernisparcour konnte der siebenjährige Anton endlich sein neues Fahrrad ausprobieren.

Für dieses Ziel sei der Parcours auf die unwegsameren Begebenheiten in der Stadt ausgerichtet, stimmte Anja Wacker vom Kreissportbund zu. „Wir simulieren hier Baustellen mit holprigerem Untergrund oder Situationen an Zebrastreifen, um den Kindern Sicherheit in solchen Situationen zu vermitteln.“

Für den siebenjährigen Anton war das eine perfekte Gelegenheit, sich auf die vielen von ihm schon geplanten Radtouren mit der Familie vorzubereiten. „Das Fahrrad war mein Weihnachtsgeschenk. Heute fahre ich es zum ersten Mal.“ Für sein altes Fahrrad sei er inzwischen schon zu groß geworden, und mit dem neuen wolle er schon in den nächsten Monaten viele Kilometer durch die Eifel zurücklegen. „Ich bin ein echtes Energiebündel und freue mich auf die Touren.“ Eine Motivation, die auch die Verantwortlichen des Parcours darin bestärken dürfte, mit ihrer Aktion beim Nachwuchs einen Volltreffer gelandet zu haben.