Wegen des Iran-Konflikts korrigiert die Weltbank ihre Wachstumsprognose. Das schwächste Wachstum seit Corona droht.
Schwächstes Wachstum seit CoronaWeltbank korrigiert Prognose wegen Iran-Krieg nach unten

Die ärmsten Länder der Welt sind nach Weltbank-Angaben besonders stark vom Iran-Krieg betroffen. (Symbolbild)
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Die Auseinandersetzung im Nahen Osten beeinträchtigt die globale Ökonomie erheblich. Laut Weltbank steht das geringste Wachstum seit der Covid-19-Krise bevor.
Infolge der Auswirkungen des Iran-Krieges geht die Weltbank von der weltweit schwächsten Konjunkturentwicklung seit dem Beginn der Corona-Pandemie aus. Ihre Prognose für das aktuelle Jahr 2026 senkt die Institution um 0,1 Prozentpunkte auf nunmehr 2,5 Prozent. Diese Information entstammt dem jüngsten Bericht des Instituts. Im Vorjahr hatte die Weltwirtschaft noch ein Wachstum von 2,9 Prozent verzeichnet.
Als Ursache für die Abwärtskorrektur werden hohe Inflationsraten sowie anziehende Energiepreise genannt. Diese sind eine Folge davon, dass der freie Schiffsverkehr und der Handel mit Rohstoffen in der Straße von Hormus durch den Konflikt fast vollständig unterbrochen wurden. Zum Zeitpunkt der Prognoseveröffentlichung im Januar war die Zuspitzung der Lage im Nahen Osten in diesem Ausmaß nicht vorhersehbar.
Teuerung und Energiekosten als zentrale Belastungsfaktoren
Die Energiekrise beschleunigt die Inflation, welche die Experten der Weltbank für das laufende Jahr auf 4,0 Prozent schätzen. Im Jahr 2025 belief sich die Teuerungsrate noch auf 3,3 Prozent. Sollten die Lieferengpässe jedoch länger andauern als erwartet und die Weltwirtschaft dadurch stärker belasten, könnte die Inflationsrate auf 4,4 Prozent ansteigen. Das globale Wachstum könnte sich in diesem Szenario auf lediglich 1,3 Prozent reduzieren, wurde ergänzend mitgeteilt.
Schon im April hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose für 2026 um 0,2 Punkte auf 3,1 Prozent reduziert. Diese Annahmen seien jedoch nur unter der Bedingung gültig, dass der Krieg hinsichtlich Dauer, Intensität und Ausmaß begrenzt bleibt und die ökonomischen Beeinträchtigungen bis Mitte 2026 nachlassen. Eine Aktualisierung seiner Einschätzungen wird der IWF im Juli vornehmen.
Prognose sieht gravierende Auswirkungen für einkommensschwache Nationen
„Bei zwei Drittel der Volkswirtschaften wurden die Wachstumsprognosen seit Januar nach unten korrigiert“, teilt die Weltbank mit. Während sich Konsumenten in Deutschland über gestiegene Kraftstoffpreise Gedanken machen, trifft es die ärmsten Menschen der Welt laut dem in Washington ansässigen Institut besonders hart.
Für ökonomisch schwache Staaten hat dies zur Folge: Ein Viertel der Entwicklungsländer wird bis zum Ende des Jahres 2026 ärmer sein als noch 2019. Bei den Nationen mit niedrigem Einkommen wird dieser Anteil voraussichtlich ein Drittel betragen. Für fragile und von Konflikten gezeichnete Länder prognostiziert die Weltbank, dass etwa die Hälfte bis zum Jahresende über weniger finanzielle Mittel verfügen wird als vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie.
Weltbank plant Unterstützung durch Milliarden-Paket
Die Weltbank engagiert sich auch selbst: Unmittelbar nach Krisenbeginn stellte sie bereits Soforthilfen im Umfang von 20 bis 25 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Ferner hat die Entwicklungsbank angekündigt, weitere 50 bis 60 Milliarden US-Dollar bereitzustellen, um Regierungen in Entwicklungsländern sowie landwirtschaftliche Betriebe zu fördern. Diese Finanzmittel sollen teilweise aus anderen Vorhaben umgeschichtet werden.
„Sollten der Konflikt und die wirtschaftlichen Folgen anhalten, könnte die Finanzierung durch die Weltbankgruppe über einen Zeitraum von 15 Monaten auf 80 bis 100 Milliarden US-Dollar erhöht werden“, wird weiter ausgeführt.
Geringfügiger Optimismus für die Folgejahre
Für das kommende Jahr wird jedoch erwartet, dass die Weltwirtschaft insgesamt stärker wächst als bisher angenommen: Anstelle von 2,7 Prozent könnte ein Zuwachs von 2,8 Prozent erreicht werden. Die Grundlage für diese positivere Aussicht für das nächste Jahr sowie für 2028 (Prognose: 2,8 Prozent) ist die Erwartung einer Erholung der Energieversorgung, einer Lockerung der Geldpolitik durch die Regierungen und einer Belebung des Handels. Dennoch bliebe das Wachstum unter dem Durchschnitt der 2010er-Jahre. (dpa/red)
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